Diplomarbeit, 2001
113 Seiten, Note: 1,3
Geowissenschaften / Geographie - Geologie, Mineralogie, Bodenkunde
1. Einleitung
2. Radarerkundung
2.1 Real Aperture Radar (RAR)
2.2 Synthetic Apertur Radar (SAR)
2.2.1 Aufnahmegeometrie
2.2.2 Streuung von Mikrowellen
2.2.3 Die Radargleichung
2.2.4 Parameter, welche die Rückstreuungsenergie (Pr) beeinflussen
2.2.4.1 Systemparameter
2.2.4.1.1 Wellenlänge
2.2.4.1.2 Polarisation
2.2.4.1.3 Beobachtungswinkel
2.2.4.1.4 Blickrichtung & Objektorientierung
2.2.4.1.5 Auflösung
2.2.4.2 Objektparameter
2.2.4.2.1 Oberflächenrauhigkeit
2.2.4.2.1.1 Markoskalige Rauhigkeit
2.2.4.2.1.3 Mikroskalige Rauhigkeit
2.2.4.2.2 Dielektrizitätskonstante
2.2.5 Speckle
2.2.6 Interpretation von Radardaten
2.2.7 Interferometrie
3. Die SIR-C/X-SAR Mission
4. Ableitung der Bodenfeuchte aus Radardaten
4.1 Die Bedeutung der Bodenfeuchte
4.2 Messung der Bodenfeuchte
4.3 Methoden zur Ableitung der Bodenfeuchte aus Radardaten
4.3.1 Das Modell von Oh, Sarabandi & Ulaby (1992)
4.3.2 Das Modell von Chen, Yen und Huang 1995
5. Die Untersuchungsgebiete
5.1 Nicholson
5.2 Wolf Creek
6. Vorverarbeitung der SIR-C Daten
6.1 Datengrundlage
6.2 Multilook Prozessierung
6.3 Filter
6.4 Vegetationskorrektur
7. Ergebnisse
7.1 Bestimmung der Bodenfeuchte des Untersuchungsgebietes Nicholson
7.1.1 Ableitung der Bodenfeuchte nach Oh, Sarabandi & Ulaby (1992)
7.1.2 Ableitung der Bodenfeuchte nach Chen, Yen & Huang (1995)
7.1.3 Hauptkomponentenanalyse
7.1.4 Diskussion der Ergebnisse
7.2 Bestimmung der Bodenfeuchte des Untersuchungsgebietes Wolf Creek
7.2.1 Ableitung der Bodenfeuchte nach Oh, Sarabandi & Ulaby (1992)
7.2.2 Ableitung der Bodenfeuchte nach Chen, Yen & Huang (1995)
7.2.3 Hauptkomponentenanalyse
7.2.4 Diskussion der Ergebnisse
8. Zusammenfassung und Bewertung der Ergebnisse
9. Ausblick
Die Diplomarbeit verfolgt das primäre Ziel, die Bodenfeuchte in den Untersuchungsgebieten Nicholson und Wolf Creek (Nord-West-Australien) unter Verwendung von vollpolarimetrischen SIR-C-Radardaten abzuleiten und zu evaluieren. Hierbei stehen die methodische Aufbereitung der SAR-Daten sowie die Anwendung empirischer und semi-empirischer Modelle im Mittelpunkt der Untersuchung.
2.2.4.1.2 Polarisation
Die vom Radar erzeugte elektromagnetische Welle besitzt einen elektrischen und einen magnetischen Vektor. Die Vektoren sind senkrecht zueinander angeordnet und stehen ebenfalls senkrecht zur Ausbreitungsrichtung der Welle, wie in der folgenden Abbildung zu erkennen ist.
Die Polarisation beschreibt die räumliche Ausrichtung des elektrischen Vektors einer elektromagnetischen Welle (vgl. Raney 1998). Trifft die Welle auf Materie, kommt es zu einer Veränderung des Polarisationszustandes und somit zu einer Veränderung des elektrischen Vektors. So können Informationen über das Welle reflektierende Objekt gewonnen werden (vgl. Börner et al. 1998). Moderne SAR Systeme können sowohl horizontal als auch vertikal polarisierte Wellen senden und empfangen. Es wird dann von einer HH, VV, HV oder VH Polarisation gesprochen. Der erste Buchstabe gibt die Polarisation beim Senden und der zweite die Polarisation beim Empfang der Welle an (vgl. Ulaby et al. 1996). Wird in der gleichen Polarisation empfangen, in der auch gesendet wird (VV, HH), wird auch von gleichpolarisierten Systemen gesprochen. Entsprechend werden Systeme mit einer VH oder HV Polarisation als kreuzpolarisierte Systeme bezeichnet. In letzterem Fall ist der Informationsgehalt aufgrund der Reziprozität identisch (vgl. Ulaby et al. 1996). Bei kreuzpolarisierten Systemen wird in erster Linie der depolarisierte Anteil der Rückstreuung aufgezeichnet. Eine Depolarisation, also eine Umwandlung einer vollständig polarisierten Welle in eine teilweise polarisierte Welle, kann durch Volumenstreuung, diffuse Streuung an rauen Oberflächen oder Corner Reflexionen entstehen (vgl. Henderson & Lewis 1998b).
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Relevanz der Bodenfeuchte im Wasserkreislauf ein und erläutert die Zielsetzung sowie die methodische Vorgehensweise der Arbeit zur Ableitung dieser aus SIR-C-Daten.
2. Radarerkundung: Es werden die physikalischen Grundlagen der Radarsysteme (RAR und SAR) sowie die wesentlichen Einflussfaktoren wie Frequenz, Polarisation und Oberflächenbeschaffenheit auf die Rückstreuung beschrieben.
3. Die SIR-C/X-SAR Mission: Dieses Kapitel liefert eine detaillierte Beschreibung der Shuttle Imaging Radar-Mission, ihrer technischen Spezifikationen und der wissenschaftlichen Bedeutung der gewonnenen Daten.
4. Ableitung der Bodenfeuchte aus Radardaten: Hier werden die theoretischen Modelle von Oh et al. (1992) und Chen et al. (1995) vorgestellt, die zur quantitativen Bestimmung der Bodenfeuchte aus Radar-Rückstreukoeffizienten dienen.
5. Die Untersuchungsgebiete: Das Kapitel charakterisiert die Testgebiete Nicholson und Wolf Creek im Nord-Westen Australiens hinsichtlich ihrer klimatischen Bedingungen, Vegetation und Bodentypen.
6. Vorverarbeitung der SIR-C Daten: Die notwendigen Schritte wie Datenselektion, Multilook-Prozessierung und Filterung zur Vorbereitung der Rohdaten für die spätere Modellierung werden erläutert.
7. Ergebnisse: Die abgeleiteten Bodenfeuchtekarten beider Gebiete werden präsentiert und mittels statistischer Analysen (u.a. Hauptkomponentenanalyse) diskutiert und bewertet.
8. Zusammenfassung und Bewertung der Ergebnisse: Das Kapitel resümiert die Eignung der angewandten Modelle und gibt eine kritische Einschätzung der erzielten Resultate.
9. Ausblick: Hier werden Anforderungen an zukünftige Forschungsarbeiten und das Potenzial neuer SAR-Satellitensysteme für ökologische Fragestellungen formuliert.
Bodenfeuchte, SIR-C, SAR, Fernerkundung, Radarerkundung, Rückstreuung, Bodenfeuchtemodell, Polarisation, Oberflächenrauhigkeit, Dielektrizitätskonstante, Hauptkomponentenanalyse, Nord-West-Australien, Mikrowellen, Vegetationskorrektur, Fernerkundungsdaten
Die Arbeit befasst sich mit der Nutzung von radarfernerkundlichen Daten, speziell der SIR-C-Mission, zur Bestimmung der Bodenfeuchte in ariden Gebieten Australiens.
Die Schwerpunkte liegen auf der Radarphysik, der Modellierung von Bodenoberflächeneigenschaften und der Interpretation von vollpolarimetrischen SAR-Daten für hydrologische Fragestellungen.
Wie gut lassen sich mittels existierender semi-empirischer Modelle (Oh et al., Chen et al.) aus luftgestützten SIR-C-Radardaten flächendeckende Aussagen über die Bodenfeuchte in unterschiedlichen australischen Klimazonen treffen?
Es kommen Inversionsmodelle zum Einsatz, die Rückstreukoeffizienten in Bodenfeuchtewerte übersetzen, ergänzt durch eine statistische Hauptkomponentenanalyse zur Trennung von Oberflächen- und Volumenstreuung.
Neben den theoretischen Grundlagen der Radartechnik werden die Vorverarbeitungsschritte der Daten, die detaillierte Beschreibung der Testgebiete sowie die Anwendung und Validierung der Modelle auf die ausgewählten Szenen detailliert dokumentiert.
Bodenfeuchte, SAR, Radarerkundung, Rückstreuung, Modellierung, Polarisation, Hauptkomponentenanalyse und Fernerkundung.
Aufgrund fehlender aktueller Felddaten und der komplexen Interaktion zwischen Vegetation (insbesondere bei Sklerophyll-Savannen) und Radarsignal lässt sich der Einfluss des Bewuchses nur schwer isolieren, was die Genauigkeit der Bodenfeuchteschätzung beeinträchtigt.
Das Chen-Modell wird zwar als tendenziell geeigneter für die Differenzierung trockener und feuchterer Bereiche angesehen, beide Modelle liefern jedoch in den untersuchten Testgebieten teils unrealistische absolute Bodenfeuchtewerte, was primär auf den hohen Skelettanteil der Böden zurückgeführt wird.
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