Magisterarbeit, 2005
104 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Theoretische Annäherung an die Kategorien Zufall und Schicksal
2.1. Zufall und Schicksal im Kontext von Religion und Naturwissenschaften
2.2. Begriffsbestimmung
2.2.1. Der Zufall
2.2.2. Das Schicksal
2.2.3. Fazit: Übergreifende Ganzheit und relative Einzelheit
2.3. Aspekte von Zufall und Schicksal
2.3.1. Freiheit und Notwendigkeit
2.3.2. Das Bewusste und das Unbewusste
3. Analyse: Filmisches Erzählen über Zufall und Schicksal
3.1. “Los amantes del Círculo Polar”
3.1.1. Die Figuren- und Handlungsebene
3.1.1.1. Der Zufall
3.1.1.2. Das Schicksal
3.1.2. Die Inszenierungsebene
3.1.2.1. Der Zufall
3.1.2.2. Das Schicksal
3.2. “Lucía y el sexo”
3.2.1. Die Figuren- und Handlungsebene
3.2.1.1. Der Zufall
3.2.1.2. Das Schicksal
3.2.2. Die Inszenierungsebene
3.2.2.1. Der Zufall
3.2.2.2. Das Schicksal
3.3. Zusammenfassung der Analyseergebnisse
4. Ausblick
5. Anhang: Zur Person Julio Medems
5.1. Biographie
5.2 Filmographie
Die Arbeit untersucht die filmische Vermittlung der Kategorien Zufall und Schicksal im Werk des spanischen Regisseurs Julio Medem. Der Fokus liegt dabei auf der Analyse der zwei Filme "Los amantes del Círculo Polar" und "Lucía y el sexo", wobei erforscht wird, wie Medem diese für den Menschen schwer fassbaren Konzepte erzählerisch und inszenatorisch in sein Filmschaffen integriert.
3.1. “Los amantes del Círculo Polar”
Im Folgenden wird in einem knappen Abriss die Story in der zeitlichen Chronologie des Geschehens wiedergegeben, um den Einstieg in die anschließende Analyse zu erleichtern. Die Geschichte beginnt, als der Junge Otto und das Mädchen Ana nach der Schule aus unterschiedlichen Gründen plötzlich loslaufen, und im Wald aufeinander treffen. „In diesem Moment nimmt der Kreis seinen Anfang, in dessen Radius sich Ana und Otto immer wieder begegnen und verlieren, und der sich letztlich am Polarkreis schließt.“
Otto verliebt sich in Ana. Sein Vater Alvaro verlässt Ottos deutsche Mutter und lernt Olga kennen, die Mutter von Ana. Olga ist seit kurzem verwitwet, da ihr Mann bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist. Ihre Partnerschaft mit Alvaro drängt die Kinder in die Rolle von Stiefgeschwistern. Im Teenageralter erkennt Ana, dass Otto in sie verliebt ist und erwidert seine Gefühle. Ihre gegenseitige Zuneigung und erwachende Sexualität halten die Jugendlichen vor den Eltern geheim. Erschüttert von dem plötzlichen Tod seiner Mutter, verlässt Otto die Familie, ohne seinen neuen Aufenthaltsort bekannt zu geben. Ana wird Lehrerin in Madrid und beginnt eine Beziehung mit Javier, einem Lehrer aus ihrer Schulzeit. Otto folgt den Spuren einer Familiensaga, die ihn dazu führt, Pilot in Finnland zu werden: Diese besagt, dass er nach einem deutschen Piloten benannt wurde, den sein Großvater während des spanischen Bürgerkriegs mit dem Fallschirm aus den Baumkronen befreit hat. Nach vier Jahren Beziehung trennt sich Ana von Javier und beschließt, zum Polarkreis zu reisen. Olga, die inzwischen Alvaro verlassen hat, wandert mit ihrem neuen Lebenspartner nach Australien aus. Zuvor vermittelt dieser Ana an seinen Vater, der eine Hütte am Polarkreis besitzt und sich als jener deutsche Pilot und Namensgeber von Otto herausstellt.
1. Einleitung: Einführung in das Thema Zufall und Schicksal im internationalen Kunstkino mit Fokus auf den Regisseur Julio Medem.
2. Theoretische Annäherung an die Kategorien Zufall und Schicksal: Erläuterung der Begriffe aus religionswissenschaftlicher, naturwissenschaftlicher und philosophischer Sicht.
3. Analyse: Filmisches Erzählen über Zufall und Schicksal: Detaillierte Untersuchung von Medems Filmen "Los amantes del Círculo Polar" und "Lucía y el sexo" hinsichtlich ihrer narrativen und formalen Gestaltung.
4. Ausblick: Zusammenfassende Betrachtung der ästhetischen Relevanz von Zufall und Schicksal in der Kunst.
5. Anhang: Zur Person Julio Medems: Biographische Daten und Filmographie des Regisseurs.
Julio Medem, Zufall, Schicksal, Filmtheorie, Filmanalyse, Los amantes del Círculo Polar, Lucía y el sexo, Narratologie, Synchronizität, Determinismus, Willensfreiheit, Postmodernes Kino, Zeitstruktur, Symbolik, Psychoanalyse.
Die Arbeit analysiert die filmische Darstellung und dramaturgische Einbindung der Konzepte "Zufall" und "Schicksal" im Werk des spanischen Regisseurs Julio Medem.
Neben einer theoretischen Grundlegung der Begriffe werden vor allem die Aspekte Freiheit, Notwendigkeit, das Unbewusste sowie die filmische Konstruktion von Zeit und Kausalität untersucht.
Ziel ist es, die filmästhetischen Mittel zu identifizieren, durch die Medem dem Zuschauer das komplexe Zusammenspiel von zufälligen Ereignissen und schicksalhaften Fügungen vermittelt.
Die Analyse stützt sich auf filmanalytische Grundlagen, insbesondere unter Berücksichtigung von David Bordwells Ansätzen zur Struktur von Erzählfilmen sowie psychoanalytischen Aspekten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Untersuchung der Filme "Los amantes del Círculo Polar" und "Lucía y el sexo", unterteilt in Figuren-Handlungsebene und Inszenierungsebene.
Wichtige Begriffe sind Medems Autorenkino, Erzählstruktur, Symbolik (Sonne/Mond), Filmische Montage und die Dialektik zwischen Determinismus und Freiheit.
Diese Namen (Otto/Ana) dienen als schicksalhaftes Motiv, das die kreisförmige Struktur der Lebensgeschichten der Protagonisten unterstreicht und als Symbol für eine übergeordnete Sinnordnung steht.
Es fungiert als Metapher für Lorenzos seelische Krise und Depression, symbolisiert aber gleichzeitig auch eine Schwelle zur persönlichen Weiterentwicklung und Transformation der Charaktere.
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