Examensarbeit, 2003
119 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Persönliche Motivation und Zielsetzung dieser Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit
1.3 Formale Aspekte
2. Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörungen : Begriffsklärung, Ursachenfrage und Erscheinungsbild
2.1 Begriffsklärung: Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörungen
2.2 Ursachen für die Entstehung von Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörungen
2.2.1 Neurobiologische Faktoren
2.2.2 Psychosoziale Faktoren
2.3 Auftretenshäufigkeit und Geschlechterverteilung
2.4 Erscheinungsbild des aufmerksamkeitsgestörten und hyperaktiv-impulsiven Kindes
2.4.1 Verhalten in der Schule
2.4.2 Folgeerscheinungen
2.4.3 Positive Seiten des ADHS-Kindes
3. Wirksame Interventionen zur Förderung von ADHS-Kindern in der Schule
3.1 Fördermöglichkeiten für das ADHS-Kind in der Schule
3.1.1 Organisatorische Maßnahmen im Klassenzimmer
3.1.2 Klare Strukturen und ritualisierte Abläufe
3.1.3 Bewegung
3.1.4 Lernen mit allen Sinnen
3.1.5 Strategien zur Selbststeuerung
3.1.5.1 Arbeiten mit Selbstinstruktionen
3.1.5.2 Kognitives Modellieren
3.1.6 Verstärkungsmaßnahmen
3.1.7 Arbeiten mit Förderplänen
3.2 Fördermöglichkeiten für das ADHS-Kind außerhalb der Schule
3.2.1 Entschärfung der Hausaufgabensituation
3.2.2 Pharmakotherapie und verhaltenstherapeutische Maßnahmen
3.2.3 Kooperation mit den Eltern
4. Fragestellung
4.1 Prämissen
4.2 Formulierung der empirischen Fragestellungen
5. Methode
5.1 Beschreibung der geplanten Stichprobe
5.2 Fragebogen
5.3 Durchführung
6. Ergebnisse
6.1 Die Stichprobe
6.2 Darstellung der Ergebnisse
7. Diskussion
8. Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, Möglichkeiten der Förderung für Kinder mit Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung (ADHS) im schulischen Kontext zu untersuchen. Auf Basis theoretischer Grundlagen wird in einer empirischen Studie der aktuelle Wissensstand und die Anwendung von Förderstrategien durch Grundschullehrkräfte analysiert, um Anhaltspunkte für eine verbesserte Lehrerbildung und Unterstützung im Unterrichtsalltag zu identifizieren.
2.4.1 Verhalten in der Schule
Die Mehrheit der Kinder mit einer Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung wird von seinen Lehrern meist als ablenkbar, aggressiv, mit einem geringen Selbstbewusstsein und schlechten sozialen Fähigkeiten erlebt, was einerseits an ihrer mangelnden Selbstkontrolle und andererseits an der unzureichenden motorischen Koordination und Konzentration liegen dürfte (vgl. Staatsinstitut für Schulpädagogik und Bildungsforschung München 2003, 18).
Bei dem Gros der Kinder ist ein auffälliges motorisches Verhalten zu beobachten. Es ist ihnen kaum möglich, längere Zeit auf dem Stuhl sitzen zu bleiben, ohne dabei herumzuzappeln oder auf dem Tisch herumtrommeln zu müssen. In Stillarbeitsphasen laufen sie in der Klasse umher, obwohl ihnen Sitzen bleiben abverlangt wird.
Außenstehende erhalten durch die Verhaltensauffälligkeiten solcher Kinder leicht den Eindruck, dass sie stets rastlos und „getrieben“ wirken. Barkley (1994) hat das hyperaktiv-impulsive Verhalten der Kinder in folgender Beschreibung sehr treffend zusammengefasst: „Parents often describe these children as ‘always up and on the go,’ ‘acts as if driven by a motor,’ ‘climbs excessively,’ ‘can’t sit still,’ ‘talks excessively,’ ‘often hums or makes odd noises,’ and ‘squirmy.’” (Barkley 1994, 5)
Des Weiteren wirken ihre motorischen Aktivitäten oft unharmonisch auf den Betrachter und erscheinen ihm bedingt durch die mangelnde Körperbeherrschung als sehr steif und eckig. In der Feinmotorik sind bei vielen betroffenen Kindern ebenfalls große Schwierigkeiten zu verzeichnen, was sich primär in der unsauberen Handschrift widerspiegelt. Die Buchstaben sind krakelig und mit zu großem Druckaufwand geschrieben, sodass es dem Leser kaum möglich ist, diese zu entziffern.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Motivation des Verfassers und skizziert das Ziel, Fördermöglichkeiten für ADHS-Kinder in der Schule zu untersuchen.
2. Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörungen : Begriffsklärung, Ursachenfrage und Erscheinungsbild: Dieses Kapitel definiert ADHS anhand klinischer Kriterien, diskutiert Ursachen und beschreibt das Verhaltensbild betroffener Kinder im Unterricht.
3. Wirksame Interventionen zur Förderung von ADHS-Kindern in der Schule: Es werden praxisnahe Strategien und Maßnahmen vorgestellt, um ADHS-Kinder im Unterricht sowie im außerschulischen Umfeld zu unterstützen.
4. Fragestellung: Basierend auf den theoretischen Erkenntnissen werden die zentralen Forschungsfragen für den empirischen Teil der Arbeit formuliert.
5. Methode: Dieser Abschnitt beschreibt das methodische Vorgehen der empirischen Studie, insbesondere die postalische Lehrerbefragung und die Stichprobenbeschreibung.
6. Ergebnisse: Die erhobenen Daten werden dargestellt und statistisch ausgewertet, wobei der Fokus auf der Anwendung von Förderplänen durch Lehrkräfte liegt.
7. Diskussion: Die Ergebnisse werden interpretiert und auf Basis der wissenschaftlichen Literatur sowie der aufgeworfenen Fragestellungen diskutiert.
8. Zusammenfassung und Ausblick: Die Arbeit schließt mit einer Gesamtschau der Erkenntnisse und einer Empfehlung für ein gezieltes Lehrertraining zum Thema ADHS.
ADHS, Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung, Schulförderung, Lehrerbefragung, Interventionsmaßnahmen, Förderplan, Unterrichtsgestaltung, Verhaltenssteuerung, Sonderpädagogik, Diagnose, Schulpädagogik, Selbststeuerung, Kognitives Modellieren, Token-System, Inklusion
Die Arbeit befasst sich mit der Situation von Kindern mit ADHS an Schulen und untersucht, wie Lehrkräfte diese Kinder durch gezielte Fördermöglichkeiten und Maßnahmen im Unterrichtsalltag unterstützen können.
Die zentralen Themen sind das Störungsbild von ADHS, die Diagnosekriterien, Ursachenforschung, praktische Interventionsstrategien im Klassenzimmer sowie der Umgang von Lehrkräften mit dieser spezifischen Herausforderung.
Das Ziel ist es, den aktuellen Wissensstand von Grundschullehrern zum Thema ADHS-Förderung zu erheben und aufzuzeigen, wie Aus- und Weiterbildung verbessert werden können, um den Lehrkräften Sicherheit und Kompetenz im Umgang mit ADHS-Schülern zu vermitteln.
Der empirische Teil basiert auf einer interkulturellen Vergleichsstudie in Form einer postalischen Befragung von Grundschullehrern in Nordrhein-Westfalen, deren Daten mittels statistischer Verfahren (SPSS) ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in einen ausführlichen theoretischen Teil zur Definition und Ursachen von ADHS sowie eine detaillierte Vorstellung wirksamer Förderkonzepte wie Strukturierung, Selbstinstruktion und Verstärkungsmaßnahmen.
Wichtige Begriffe sind ADHS, Schulförderung, Lehrerbefragung, Förderplan, Interventionsmaßnahmen, Verhaltenssteuerung und Sonderpädagogik.
Kinder mit ADHS zeigen häufig Schwierigkeiten bei der Konzentration, motorische Unruhe (Herumlaufen, Zappeln) sowie impulsives Verhalten, was zu schulischen Leistungsproblemen und Herausforderungen bei der sozialen Integration führt.
Individualisierte Förderpläne sind essenziell, um zielgerichtete Unterstützung bei der Verhaltenssteuerung und beim Lernen zu bieten; die Studie zeigt jedoch, dass viele Lehrkräfte diese bisher nur unzureichend oder gar nicht einsetzen.
Die empirischen Ergebnisse belegen große Unsicherheiten und ein Informationsdefizit bei den Lehrkräften; viele wünschen sich konkrete Anleitung, um das Lern- und Sozialverhalten der betroffenen Kinder effektiver steuern zu können.
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