Examensarbeit, 2010
99 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Literatur- und Forschungsüberblick
3. Okzitanien: Region und Sprache
4. Auf den Spuren der Dichterinnen
4.1. Textkorpus
4.2. Vidas und Razos
4.3. Trobairitz
4.3.1. Comtessa de Dia
4.3.2 Azalaїs de Porcairagues
4.3.3. Maria de Ventadorn
4.4. Miniaturen
4.5. Zusammenfassung
5. Die Welt der Troubadoure
5.1. Cortezia – die höfische Lebensart
5.1.1. Amors als Ausgangspunkt der höfischen Gesellschaft
5.1.2. Fin‘amors und fals‘amors
5.1.3. Gesellschaft und höfisches Benehmen
5.1.4. Feudalrelation in der Liebe aus der Sicht einer Trobairitz
5.1.5. Ein Gesellschaftsspiel - das joc d’amor
5.2. Das Frauenbild der Troubadourkultur
5.3. Exkurs: Anonymes sirventes gegen die misogynen Troubadoure
5.4. Joglar(essa) oder Troubadour bzw. Trobairitz?
5.5. Trobairitz: Autorin und domna
5.6. Zusammenfassung
6. Die Stellung der adligen Frau
6.1. Heiratsrecht: Brautpreis, Morgengabe und Mitgift
6.1.1. Eheschließung in Okzitanien
6.1.2. Ehebruch
6.2. Entwicklung des Erbrechts
6.3 Frauen als rechtsfähige Personen
6.4. Entwicklung des Lehnsrechts in Okzitanien
6.4.1. Lehen und Frauen
6.4.2. Frauen und Macht: Herrscherinnen in Okzitanien
6.4.3. Exkurs: Vizegräfin Ermengarde von Narbonne
6.5. Zusammenfassung
7. Alltagsleben und Religion
7.1. Familie und Haushalt
7.2. Exkurs: Anonymes sirventes gegen die Luxusgesetze
7.3. Bildung
7.4. Frauen und Glaube
7.5. Exkurs: Gormonda von Montpelliers Sirventes gegen die Häretiker
7.5.1. Die Albigenserkreuzzüge
7.5.2. Inhalt und Motive
7.6. Zusammenfassung
8. Schlussbemerkung
Die Arbeit untersucht das Wirken der sogenannten "Trobairitz", weiblicher Troubadoure im Okzitanien des 12. und 13. Jahrhunderts, um ihren Beitrag zum geistigen Leben dieser Region zu bewerten und sie in den literaturgeschichtlichen sowie gesellschaftlichen Kontext einzuordnen.
4.3.1. Comtessa de Dia
Die Comtessa de Dia ist die bekannteste und zugleich rätselhafte-ste aller Trobairitz. Sie ist v.a. so berühmt, da bei ihr als einzige aller Trobairitz eine Melodie zu ihrem canso „A cha-tar m’er“ erhalten ist. Ihre Werke weisen auf eine Schaffensperiode im 12. Jahrhundert hin.
Ihre in der vida genannten Daten weisen immer wieder Ungereimtheiten auf. Sie soll Gräfin von Dia, Ehefrau von Guilhem de Peitieus und Geliebte von Raimbaut d’Aurenga (1147-1173) gewesen sein. Die Histoire général de Languedoc (HGL) lässt sich darauf ein, dahinter Guilhem IX. von Poitiers (1156-1189) zu vermuten.
Die Grafenfamilie von Die (Drôme) weist eine Beatriz auf: die Mutter von Isoardus II. von Die. Dieser Name Beatriz könnte in der Grafenfamilie weitervererbt worden sein – allerdings bleibt eine weitere Tochter dieses Namens undokumentiert. Sollte sie eine Tochter Isoards II. gewesen sein, dann wäre sie eine Zeitgenössin Raimbaut d’Aurengas gewesen.
1. Einleitung: Einführung in das Thema der weiblichen Troubadoure und deren historische Einordnung im 12. und 13. Jahrhundert.
2. Literatur- und Forschungsüberblick: Zusammenfassung der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit den Trobairitz von den Anfängen bis zur modernen Forschung.
3. Okzitanien: Region und Sprache: Geografische und kulturelle Verortung des okzitanischen Raums und dessen sprachliche Besonderheiten.
4. Auf den Spuren der Dichterinnen: Detaillierte Analyse des Textkorpus, der Biographien (Vidas/Razos) und der Miniaturen, die Hinweise auf die Dichterinnen geben.
5. Die Welt der Troubadoure: Untersuchung der höfischen Kultur, der Bedeutung von Liebe (amors) und den gesellschaftlichen Konventionen der damaligen Zeit.
6. Die Stellung der adligen Frau: Untersuchung der rechtlichen Situation der Frau bezüglich Ehe-, Erb- und Lehnsrecht sowie deren politische Machtmöglichkeiten.
7. Alltagsleben und Religion: Einblick in familiäre Strukturen, Bildungsaspekte und das religiöse Umfeld, insbesondere mit Blick auf die Katharer.
8. Schlussbemerkung: Fazit der Arbeit und Zusammenfassung der Erkenntnisse über die Autonomie und den Status der Trobairitz.
Trobairitz, Troubadoure, Okzitanien, höfische Liebe, fin’amors, domna, Mittelalter, Literaturgeschichte, Sozialgeschichte, Frauenbild, Rechtsgeschichte, Lehensrecht, Albigenserkreuzzüge, Vidas, Razos
Die Arbeit analysiert die Trobairitz, eine Gruppe okzitanischer Dichterinnen des 12. und 13. Jahrhunderts, um ihre Bedeutung und Lebensumstände innerhalb der höfischen Kultur zu verstehen.
Neben der literarischen Analyse stehen die gesellschaftliche Stellung der Frau, das okzitanische Rechtswesen, höfische Lebensformen und der Einfluss politischer Umbrüche wie der Albigenserkreuzzüge im Zentrum.
Es wird untersucht, in welchem Maße der literarische Beitrag der Trobairitz mit der rechtlichen und sozialen Autonomie adliger Frauen im mittelalterlichen Okzitanien korreliert.
Die Autorin kombiniert literaturwissenschaftliche Textanalysen (féminité textuelle/génétique) mit historisch-soziologischen Recherchen, indem sie zeitgenössische Quellen, Biographien und Rechtsakten zusammenführt.
Der Hauptteil gliedert sich in die literarische Verortung der Dichterinnen, die Analyse der höfischen Feudalgesellschaft und eine detaillierte Untersuchung der rechtlichen Stellung der Frau in Bezug auf Ehe, Erbe und Lehen.
Trobairitz, Okzitanien, höfische Liebe (fin’amors), soziale Autonomie, Rechtsstatus der Frau, Literaturgeschichte des Mittelalters.
Das Rechtsverständnis – insbesondere der Übergang vom Gewohnheitsrecht zum römischen Recht – beeinflusste direkt die Verfügungsgewalt der Frauen über Land und Vermögen, was wiederum ihr Handeln im höfischen Kontext einschränkte oder ermöglichte.
Ermengarde dient als historisches Paradebeispiel für eine mächtige, eigenständig handelnde Frau, an deren juristischen Konflikten die Autorin aufzeigt, wie komplex das Spannungsfeld zwischen weiblicher Machtausübung und patriarchalen Rechtsvorstellungen war.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

