Masterarbeit, 2013
94 Seiten
1 Einleitung
2 Entwicklung der Väterbeteiligung
2.1 Väter als alleinige Repräsentanten der Familie des 18. Jahrhunderts
2.2 Väter in der Rolle der Familienernährer im 19. Jahrhundert
2.3 Von abwesenden zu neuen Vätern im 20. Jahrhundert
2.4 Väter im 21. Jahrhundert auf dem Weg zur aktiven Vaterschaft
3 Motive und Barrieren aktiver Vaterschaft
3.1 Erwerbstätigkeit versus aktive Vaterschaft?
3.2 Politische Bemühungen mit Entwicklungsbedarf
3.3 Gleichberechtigte Partnerschaft als Basis aktiver Väterbeteiligung
4 Qualitative ExpertInnenbefragung
4.1 Methode
4.2 Darstellung der Interviews
4.2.1 Interview A
4.2.2 Interview B
4.2.3 Interview C
4.2.4 Interview D
4.3 Fallvergleich
4.3.1 Was kennzeichnet Vaterschaft heute?
4.3.2 Herausforderungen und Hindernisse aktiver Väterbeteiligung
4.3.3 Möglichkeiten zur Erhöhung der Väterbeteiligung
4.3.4 Elterngeld als Regulation der Elternbeteiligung
4.3.5 Gründe für eine stärkere Väterbeteiligung
4.4 Ergebnisse der Analyse
5 Fazit
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Motive und Barrieren für aktive Vaterschaft in Deutschland vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Wandels und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Das zentrale Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie die Zugänge zu aktiver Vaterschaft durch eine qualitative ExpertInnenbefragung und die Analyse gesellschaftspolitischer Rahmenbedingungen erleichtert werden können.
2.1 Väter als alleinige Repräsentanten der Familie des 18. Jahrhunderts
Die Väter des 18. Jahrhunderts wurden als autonome, dominante Hausväter erlebt. Obwohl die Lebensbedingungen dieser Zeit durchaus förderlich für ein intensives väterliches Familienengagement waren, weil Erwerbs- und Hausarbeit noch nicht voneinander getrennt waren und somit den Vätern eine nahezu ständige Anwesenheit sowie Erreichbarkeit für Kinder und Frau zuteil wurde. Allerdings nutzten die Väter dieser Zeit dieses Privileg kaum, ihre Rolle in der Familie war viel mehr geprägt durch Distanziertheit, Strenge und Autorität.
Diese Betonung patriarchalischer Autorität stellt das Ergebnis spezifischer historischer Umstände dar: Die Autorität des Vaters innerhalb der Familie wurde durch die protestantische Reformation betont. Eine hierarchische Ordnung war von zentraler Bedeutung für das effektive Funktionieren des Haushaltes: Väter und Ehegatten waren verantwortlich für die Lenkung familiärer Aktivitäten; Frauen und Kinder unterlagen der männlichen Autorität.
Allerdings wird diese Hartherzigkeit des Vaters im 18. Jahrhundert von neueren Studien relativiert, die davon ausgehen, dass auch die väterliche Zuneigung als ein Leitmotiv der väterlichen Erziehung galt. Dennoch stand das durch das Patriarchat geprägte Verhalten des strengen und dominanten Vaters in den meisten Familien dieser Zeit an der Tagesordnung. Den Vätern oblag die Entscheidungsmacht in allen Belangen und Frauen sowie Kinder waren ihm hörig.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Väterbeteiligung ein, definiert den Begriff der aktiven Vaterschaft und legt den Fokus auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bei Kernfamilien der deutschen Mittelschicht.
2 Entwicklung der Väterbeteiligung: Dieses Kapitel zeichnet den historischen Wandel der Vaterrolle vom autoritären Hausvater des 18. Jahrhunderts über den Familienernährer des 19. Jahrhunderts bis hin zu den neuen Vätern des 20. und 21. Jahrhunderts nach.
3 Motive und Barrieren aktiver Vaterschaft: Hier werden die Einflussfaktoren auf die Väterbeteiligung in den drei zentralen Bereichen Wirtschaft, Politik und Partnerschaft detailliert analysiert und deren wechselseitige Bedeutung erläutert.
4 Qualitative ExpertInnenbefragung: Dieses Kapitel beschreibt das methodische Vorgehen der qualitativen Experteninterviews sowie deren Auswertung, präsentiert die einzelnen Expertenmeinungen und führt einen Fallvergleich durch.
5 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und zieht ein Fazit über die Notwendigkeit gesellschaftlicher, betrieblicher und partnerschaftlicher Veränderungen zur Förderung einer aktiven Vaterschaftskultur.
Vaterschaft, Väterbeteiligung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Erwerbstätigkeit, Elternzeit, Elterngeld, Geschlechterrollen, Partnerschaft, Gatekeeping, Väterarbeit, Familienpolitik, Moderne Väter, Alleinernährermodell, Familienernährer, Rollenverständnis.
Die Arbeit untersucht, warum Männer, die sich aktiv in die Erziehung ihrer Kinder einbringen möchten, häufig an strukturellen und gesellschaftlichen Barrieren scheitern und wie der Zugang zu einer aktiven Vaterschaft erleichtert werden kann.
Zentrale Themen sind die historische Entwicklung der Vaterrolle, die ökonomischen und politischen Rahmenbedingungen wie das Elterngeld, die Dynamiken in der Partnerschaft sowie die Rolle von Unternehmen bei der Förderung von Väterbeteiligung.
Die zentrale Forschungsfrage der Untersuchung lautet: „Wie können die Zugänge zu aktiver Vaterschaft erleichtert werden?“.
Die Arbeit basiert auf einer qualitativen Forschungsstrategie, konkret wurden ExpertInneninterviews mit Fachleuten aus der Väterarbeit geführt und nach der Methode von Meuser und Nagel ausgewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Väterrolle, eine Untersuchung der Motive und Barrieren in den Bereichen Wirtschaft, Politik und Partnerschaft sowie eine detaillierte Darstellung und Auswertung von Experteninterviews.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Väterbeteiligung, Vereinbarkeit, Geschlechterrollen, Elterngeld, Väterarbeit und Gatekeeping charakterisiert.
Die Experten identifizieren das „Gatekeeping“-Verhalten der Mütter als ein wesentliches Hindernis, bei dem Mütter Vätern die Kompetenz im Umgang mit dem Kind absprechen oder den Zugang zum Kind unbewusst erschweren.
Unternehmen werden als entscheidende Akteure gesehen, da ihre Unternehmenskultur (z.B. Präsenzpflicht) und die Bewertung von Elternzeit als „Karriereknick“ oder „Karrierebaustein“ maßgeblich den Handlungsspielraum für Väter beeinflussen.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass politische Instrumente wie das Elterngeld zwar wichtige Katalysatoren sind, aber ausgeweitet werden müssen, um eine echte paritätische Beteiligung zu fördern und traditionelle Rollenmuster nicht länger steuerlich zu privilegieren.
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