Examensarbeit, 2018
68 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Der aktuelle gesellschaftliche Diskurs
2.1 Deutschland als eine pluralistische Gesellschaft
2.1.1 Vielfalt der Religionen
3. Interreligiöse Kompetenz
3.1 Hermeneutische Verortung interreligöser Kompetenz
3.2 Empirische Bestimmung interreligöser Kompetenz
4. Der Hamburger Weg eines Religionsunterrichts für alle
4.1 Einführung
4.2 Kontextueller und historischer Werdegang
4.3 Vorstellung der Konzeption
4.4 Die Rahmenpläne und Didaktischen Grundsätze
5. Chancen und Grenzen des Hamburger Modells
5.1 Chancen der Kompetenzerreichung
5.1.1 Bezug zu interreligiöser Kompetenz nach Leimgruber
5.1.2 Bezug zur hermeneutischen Verortung interreligiöser Kompetenz
5.1.3 Bezug zur empirischen Bestimmung interreligiöser Kompetenz
5.2 Grenzen: Kompetenzdefizite
6. Fazit
6.1 Tragfähiges beim Hamburger Modell
6.2 Verbesserungswürdiges beim Hamburger Modell
7. Literaturverzeichnis
7.1 Monographien
7.2 Internetquellen
Die Arbeit untersucht das "Hamburger Modell" eines "Religionsunterrichts für alle" (RUa) und analysiert, inwiefern dieses Konzept interreligiöse Kompetenz bei Schülerinnen und Schülern fördern kann und wo die konzeptionellen Grenzen des Modells liegen.
3. Authentische Sprechsituationen
Authentische Sprechsituationen zu schaffen meint, die Religionen nicht nur rein in einer Fremd- bzw. Beobachterperspektive, sondern in einer Teilnehmerperspektive zur Sprache zu bringen. Dies gilt v.a. deshalb, weil Religionen „das Tiefste im Menschen ansprechen“.
Dalferth spricht in diesem Zusammenhang von der sog. „Erste-Person-Perspektive der Beteiligten“, womit „<…> das existenzielle Involviertsein der Beteiligten in den Wahrheits- und Heilsanspruch einer konkreten Religion <…>“ gemeint ist. Weil Religion eine existenzielle Dimension besitzt, sind entsprechend authentische Sprechsituationen konstitutiv für eine adäquate Erschließung von Religion, wenn Religion quasi nicht nur im Diskurs stattfinden soll und wenn Menschen die Möglichkeit haben sollen, Religionen angemessen kennen zu lernen.
Es genügt hierbei nicht, Religionen nur im Diskurs kennen zu lernen, sondern sie müssen entsprechend ihrer Eigenschaft als existenziell Erfahrbares, speziell von jenen Menschen, welche sich selbst als Gläubige verstehen und die entsprechenden Lehren, Praktiken, Weisungen etc. für ihre Lebensdeutungen, -haltungen und –handlungen mit einbeziehen, zur Sprache gebracht werden.
Insofern kann schließlich festgehalten werden, dass zum Erwerb interreligiöser Kompetenz solche Sprechsituationen vorausgesetzt werden, „<…> die Religion in einer authentischen Weise vernehmen lassen“.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit interreligiöser Bildung vor dem Hintergrund einer zunehmend pluralistischen Gesellschaft und der aktuellen Flüchtlingsthematik.
2. Der aktuelle gesellschaftliche Diskurs: Dieses Kapitel analysiert die demografische Vielfalt in Deutschland und die damit verbundenen Herausforderungen für das soziale Miteinander und den schulischen Religionsunterricht.
3. Interreligiöse Kompetenz: Hier werden theoretische Ansätze zur interreligiösen Kompetenz, insbesondere nach Leimgruber und Schambeck, detailliert hergeleitet und systematisiert.
4. Der Hamburger Weg eines Religionsunterrichts für alle: Das Kapitel beschreibt die Genese, die didaktischen Grundsätze und die Konzeption des Hamburger Modells als Antwort auf die städtische Pluralität.
5. Chancen und Grenzen des Hamburger Modells: Eine kritische Untersuchung, wie das Modell die Kompetenzstufen fördert und an welchen Stellen es durch strukturelle oder inhaltliche Aspekte an seine Grenzen stößt.
6. Fazit: Das Fazit resümiert die Tragfähigkeit des Konzepts und benennt notwendige Optimierungspotenziale sowie alternative Lösungsansätze.
Interreligiöse Kompetenz, Hamburger Modell, Religionsunterricht für alle, Pluralismus, Diversifikationskompetenz, Relationskompetenz, Dialogorientierung, Authentizität, Religionspädagogik, Identitätsbildung, Interkulturelles Lernen, Schulentwicklung, Religionszugehörigkeit.
Die Arbeit analysiert das in Hamburg entwickelte Konzept eines Religionsunterrichts für alle und bewertet dessen Eignung, interreligiöse Kompetenzen bei Schülern aufzubauen.
Die Themen umfassen den gesellschaftlichen Wandel durch Pluralität, die theoretische Fundierung interreligiöser Kompetenz sowie die praktische Umsetzung didaktischer Prinzipien im Hamburger Modell.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Hamburger Modell interreligiöses Lernen fördert und welche Grenzen sich dabei aufgrund von konzeptionellen oder strukturellen Faktoren ergeben.
Es handelt sich um eine theoriegeleitete religionspädagogische Analyse, die Fachliteratur sowie ethnographische Fallstudien einbezieht.
Der Hauptteil setzt sich aus der theoretischen Klärung von interreligiöser Kompetenz (nach Leimgruber und Schambeck) und der detaillierten Untersuchung des Hamburger Modells inklusive dessen Chancen und Grenzen zusammen.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen: Interreligiöse Kompetenz, Hamburger Modell, Diversifikationskompetenz, Dialogorientierung und Authentizität.
Es ist in seiner Form eines bekenntnisunabhängigen Unterrichts, der alle Religionen gleichwertig in den Klassenverband einbezieht, bundesweit weitgehend einmalig und rechtlich unterfüttert.
Der Autor nennt vor allem die Schwierigkeit, als Lehrkraft einer Konfession alle Religionen aus der Binnenperspektive repräsentativ zu vermitteln, sowie die Herausforderung, bei harmonieorientierten Schülern echte Dialoge über Konfliktthemen zu führen.
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