Bachelorarbeit, 2018
40 Seiten, Note: 1
Einleitung
1. Fachwissenschaftlich-historischer Teil
1.1 Nationalsozialistische Rassenhygiene
1.1.1 Zwangssterilisation und Zwangsabtreibungen
1.1.2 Eheverbote und „Erbkarteien“
1.1.3 Euthanasie
1.1.3.1 Aktion T4
1.1.3.2 Kinder-Euthanasie
1.1.4 Rassenhygienische Propaganda
1.2 NS-Medizin in Wien
1.2.1 Heil- und Pflegeanstalt „Am Steinhof“
1.2.1.1 Abtransport durch Aktion T4
1.2.2.2 Kinder-Euthanasie „Am Spiegelgrund“
2. Didaktischer Teil
2.1 Unterrichtsplanung
2.1.1 Vorbereitung
2.1.2 Durchführung/Exkursion
2.1.3 Nachbereitung
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die historischen Verbrechen des Nationalsozialismus in der Heil- und Pflegeanstalt „Am Steinhof“ in Wien. Das primäre Ziel ist es, diese kaum aufgearbeitete regionale Thematik in den schulischen Unterricht zu integrieren und eine fundierte methodische Anleitung für die Gestaltung eines Lehrausgangs zur Gedenkstätte Steinhof zu entwickeln, um Schülern einen kompetenzorientierten Zugang zu dieser dunklen Epoche zu ermöglichen.
1.1.3.2 Kinder-Euthanasie
Während sich die Aktion T4 und die anschließenden dezentralen Euthanasiemorde an Erwachsene richtete, wurden zwischen 1939 bis 1945 Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre in „Kinderfachabteilungen“ ermordet. Den Beginn der Kinder-Euthanasie markiert der so genannte „Fall Knauer“. 1939 ging ein Gesuch des Ehepaar Knauer in der KdF ein, in dem sie darum bitten, ihrem körperlich und geistig behinderten Kleinkind den „Gnadentod“ zu gewähren. Zuvor hatten die Eltern ein Gespräch mit W. Catel, Direktor der Universitätskinderklinik Leipzig, über die Lebenschancen ihres Kleinkinds. Er empfahl den Eltern die Tötung, die zu diesem Zeitpunkt noch strafbar war, durch ein Gesuch zu bewirken. Nach einer Untersuchung durch Karl Brandt, der im vorigen Kapitel erwähnte Begleitarzt Hitlers, wurde das Kleinkind „eingeschläfert“. Die Folge dieses Falles war, dass Hitler, Brandt und Bouhler, vermutlich mündlich ermächtigte, dass in ähnlichen Fällen auch so verfahren werden soll.
Im Jahr 1939 ging ein streng vertraulicher Runderlass an die Anstalten heraus, der verpflichtete, formblattmäßige Mitteilungen an das zuständige Gesundheitsamt zu senden, falls das Neugeborene verdächtig ist ein schweres angeborenes Leid zu haben. In der Abb. 1 ist ein solcher Meldebogen dargestellt. Links unten kann man die Vermerke der Gutachter erkennen. In diesem Fall wird die Ermordung befürwortet („+“). Es kam auch vor, dass keine eindeutige Entscheidung gemacht werden konnte. So stand an dieser Stelle ein „B“ für „Beobachtung“. Diese Kinder wurden ebenfalls in die Kinderfachabteilungen zugewiesen.
1. Fachwissenschaftlich-historischer Teil: Dieses Kapitel erläutert die ideologischen Grundlagen der nationalsozialistischen Rassenhygiene, die Eugenik und deren praktische Umsetzung durch Zwangssterilisationen, Euthanasie-Programme sowie die spezifischen Verbrechen an Kindern und Erwachsenen in der Wiener Anstalt „Am Steinhof“.
2. Didaktischer Teil: Dieser Bereich liefert einen konkreten Plan für die Behandlung der Thematik im Unterricht, unterteilt in Vorbereitung, Durchführung einer Exkursion zur Gedenkstätte Steinhof und eine vertiefende Nachbereitung inklusive Medieneinsatz.
Nationalsozialismus, NS-Medizin, Am Steinhof, Aktion T4, Kinder-Euthanasie, Spiegelgrund, Rassenhygiene, Eugenik, Gedenkstättenpädagogik, Geschichtsunterricht, Exkursion, Zwangssterilisation, Nationalsozialistische Ideologie, Zeitzeugen, Unterrichtsplanung.
Die Arbeit beleuchtet die Verbrechen, die während der NS-Zeit in der Wiener Anstalt „Am Steinhof“ begangen wurden, und bietet ein didaktisches Konzept für deren Aufarbeitung in Schulen.
Die Schwerpunkte liegen auf der nationalsozialistischen Rassenhygiene, den Tötungsprogrammen (Aktion T4 und Kinder-Euthanasie) sowie der praktischen Unterrichtsgestaltung rund um eine Gedenkstättenexkursion.
Ziel ist es, die wenig bekannte Geschichte der Verbrechen am Steinhof historisch aufzuarbeiten und Lehrern einen Leitfaden zu bieten, um dieses komplexe Thema methodisch fundiert in den Unterricht zu integrieren.
Die Autorin nutzt eine fachwissenschaftliche Literaturanalyse zur historischen Aufarbeitung sowie ein didaktisches Drei-Phasen-Modell zur Unterrichtsplanung.
Der Hauptteil gliedert sich in einen historischen Teil über Eugenik, NS-Medizin und die Abläufe der Euthanasie sowie einen didaktischen Teil, der Vorbereitung, Exkursion und Nachbereitung detailliert beschreibt.
Zentrale Begriffe sind NS-Medizin, Am Steinhof, Euthanasie, Spiegelgrund, Rassenhygiene, Gedenkstättenpädagogik und Unterrichtsplanung.
Sie nimmt einen zentralen Stellenwert ein, da hier systematische Morde an Kindern verübt wurden, die als „bildungsunfähig“ eingestuft waren; die Arbeit nutzt diesen Bereich als Fokus für die methodische Exkursionsplanung.
Die Exkursion ist Teil eines „Drei-Phasen-Schemas“: Sie beginnt mit einer theoretischen Vorbereitung im Unterricht (Analyse von Zeitzeugnissen), gefolgt vom Besuch der Dauerausstellung und endet mit einer kritischen Nachbereitung mittels Filmvergleich.
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