Masterarbeit, 2020
103 Seiten, Note: 1,0
1. Einführung
2. Stand der Forschung
3. Methodisches Vorgehen
4. Kaleidoskop der Gefühle
4.1. Emotion, Gefühl, Stimmung & Affekt: Etymologie und interdisziplinäre Exegese auf den Forschungsgegenstand
4.2. Emotionalität im theoretischen Diskurs der Erwachsenenbildung
4.3. Historizität des Nexus Emotion & Bildung
5. Yes, I can: Emotionale Kompetenz als Ressource
6. Emotionen in erwachsenenbildnerischen Lehr- und Lernsituationen
6.1. Emotionen aus Sicht der Lernenden
6.2. Aufmerksamkeit und Flow
6.3. Aktivierende lernzentrierte Emotionen
6.4. Deaktivierende lernzentrierte Emotionen
6.5. Polarität Emotion und Motivation
7. Emotionen aus Sicht der Lehrenden
7.1. Methodisch-didaktische Reflexionen in Bezug auf Angst und Langeweile
8. Resümee und Ausblick
9. Literaturverzeichnis
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die komplexe Rolle der Emotionalität im Kontext erwachsenenbildnerischer Lehr-Lernsituationen und beleuchtet deren theoretische Fundierung sowie interdisziplinäre Bedeutung. Ziel ist es, die Forschungsfrage zu beantworten, welche Bedeutsamkeit Emotionalität innerhalb dieses Diskurses zugeschrieben wird, und dabei Hypothesen zum Einfluss von Emotionen auf das Lernen sowie zur sprachlichen Trennschärfe der entsprechenden Begrifflichkeiten zu überprüfen.
4. Kaleidoskop der Gefühle
Um sich in der Komplexität der Lexeme hinsichtlich des Topos Emotionalität verstehend bewegen zu können, bedarf es einer Reduktion dieser. Bezüglich der semantischen Trennschärfe und Konnotationen des Feldes Emotionalität ist eine begriffliche Divergenz in den Publikationen der einzelnen Autoren und Autorinnen festzustellen (vgl. Roth 2004, Bürmann 2008, Becker 2008, Huber & Krause 2018). Für den wissenschaftlichen Diskurs und der damit einhergehenden Professionalisierung erwachsenenbildnerisch Handelnder ist eine trennscharfe und kernprägnante Verwendung der Begrifflichkeiten konstituierend. Gieseke (2011) bezieht sich an dieser Stelle auf Rueschmeyer (1986). Dieser versteht Professionalisierung als „eine Form gesellschaftlicher Institutionalisierung von Wissensnutzung in komplexen Situationen. Wissenschaftliches Wissen in nutzbarer Form für Handeln ist dann die Vorstufe von Professionalität“ (Gieseke 2011 nach Rueschmeyer 1986, S. 385, Herv. F.R.). Aus dieser Logik heraus besteht auch eine Interdependenz zwischen professioneller Utilität und sprachlicher Trennschärfe.
Im Folgenden werden nun die Termini Emotion, Gefühl, Stimmung und Affekt etymologisch betrachtet. Zudem wird der Versuch anschlussfähiger und interdisziplinärer Definitionen unternommen und der Frage nachgegangen, ob eine semantische Trennschärfe überhaupt möglich ist. Hierbei werden, neben der erwachsenenbildnerischen Perspektive, wissenschaftliche Betrachtungsweisen der Soziologie, der Neurowissenschaften und der Psychologie integriert. Marx et. al (2018) halten in ihrer Untersuchung als zentralen Befund fest, dass im Bereich des pädagogisch-psychologischen Wissens, welchem u.a. der Umgang mit Heterogenität von Adressaten und Adressatinnen inhärent ist, Akteure der Erwachsenenbildung über ein „insgesamt tragfähiges, aber im Vergleich zu den Schullehrkräften geringeres pädagogisch-psychologisches Wissen verfügen“ (Schrader 2018b nach Marx et. al. 2018, S. 67).
1. Einführung: Das Kapitel thematisiert die Komplexität erwachsenenbildnerischer Lehr-Lernsituationen als soziale Interaktionsform und führt in das Forschungsfeld der Emotionalität ein.
2. Stand der Forschung: Hier wird die historische Ausblendung der Emotionen im Bildungsdiskurs sowie deren Renaissance ab 2002 durch zentrale Autoren wie Arnold und Gieseke dargestellt.
3. Methodisches Vorgehen: Das Kapitel erläutert die Literaturanalyse als gewählte Forschungsmethode unter Verwendung relevanter Datenbanken und Suchkriterien.
4. Kaleidoskop der Gefühle: Es erfolgt eine detaillierte etymologische und interdisziplinäre Auseinandersetzung mit den Begriffen Emotion, Gefühl, Stimmung und Affekt zur Klärung der begrifflichen Divergenz.
5. Yes, I can: Emotionale Kompetenz als Ressource: Das Kapitel beleuchtet emotionale Kompetenz als notwendige Fähigkeit und Ressource für professionelles pädagogisches Handeln im Kontext der Erwachsenenbildung.
6. Emotionen in erwachsenenbildnerischen Lehr- und Lernsituationen: Es wird die Relevanz von Leistungsemotionen, Aufmerksamkeit und Flow sowie der Einfluss von Emotionen auf Lernstrategien und Motivation analysiert.
7. Emotionen aus Sicht der Lehrenden: Hier stehen die Rolle der Authentizität und die methodisch-didaktische Reflexion in Bezug auf Emotionen wie Angst und Langeweile bei den Lehrenden im Mittelpunkt.
8. Resümee und Ausblick: Das Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und benennt Potenziale für zukünftige theoretische Anschlussforschungen.
Erwachsenenbildung, Emotionalität, Emotion, Gefühl, Kompetenzentwicklung, Lernmotivation, Systemisch-konstruktivistischer Ansatz, Ermöglichungsdidaktik, Selbstreflexion, Lehr-Lernsituationen, Pädagogik, Emotionsregulation, Didaktik.
Die Masterarbeit befasst sich mit der theoretischen Reflexion der Bedeutung von Emotionalität in erwachsenenbildnerischen Lehr-Lernsituationen und untersucht, wie Emotionen das Lernen und Handeln in diesem Bildungsbereich beeinflussen.
Zentrale Themen sind die theoretische Differenzierung der Begriffe Emotion, Gefühl, Stimmung und Affekt, die emotionale Kompetenz als Ressource, die Wirkweise von Emotionen auf den Lernprozess sowie die Rolle der Lehrenden bei der Gestaltung emotional kompetenter Lehrarrangements.
Das Ziel ist es, die Komplexität der Emotionalität zu durchdringen und zu klären, welche Bedeutsamkeit ihr im fachlichen Diskurs der Erwachsenenbildung zugeschrieben wird.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse, bei der interdisziplinäre Theorieansätze aus Psychologie, Neurowissenschaften, Soziologie und Erwachsenenpädagogik synthetisiert werden.
Der Hauptteil analysiert theoretische Zugänge (insbesondere den emotionalen Konstruktivismus von Arnold und Gieseke), die Systematik lernzentrierter Emotionen (nach Pekrun) sowie die Bedeutung der emotionalen Selbstregulation für den Lernerfolg.
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch die Begriffe Erwachsenenbildung, Emotionalität, Ermöglichungsdidaktik, Selbstreflexion und emotionale Kompetenz charakterisieren.
Die Ermöglichungsdidaktik nach Rolf Arnold dient als zentrales theoretisches Modell, um aufzuzeigen, wie Lernende befähigt werden können, ihre eigenen emotionalen Muster zu reflektieren und Lernprozesse selbstgesteuert zu gestalten.
Die Arbeit folgt der Differenzierung, dass adaptive Emotionen (wie Freude) Lernmotivation und Interesse positiv unterstützen, während maladaptive Emotionen (wie Angst oder Langeweile) den Lernprozess durch Ablenkung oder Blockaden erschweren können.
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