Bachelorarbeit, 2017
53 Seiten, Note: 2,0
Einleitung
Kapitel 1: Grundlagen und Definitionen
1.1 Siegel und ihre Anwendung im umweltökonomischen Kontext
1.2 Daten und Fakten zum Markt für ökologische Produkte in Deutschland:
1.3 Umweltsiegel - Formen und Typisierung in Deutschland und der EU
Kapitel 2: Ökonomische Komponenten des Eco-labelings
2.1 Konsumentenseite
2.2 Produzentenseite
2.3 Umweltsiegel zur Verbesserung der Marktperformance
Kapitel 3: Der Betrug mit Umweltsiegeln
3.1 Überblick zum Betrug mit grünen Labels
3.2 Beispiele zum Betrug
3.2.1 Das Beispiel Neuland
3.2.2 weitere Beispiele
Kapitel 4 Eine ökonomische Analyse
4.1 Einführung
4.1.1 Modellannahmen
4.1.2 Gleichgewicht
4.1.3 Das Wohlfahrtsoptimum
4.1.4 Die Rolle der Umweltsiegel
4.2 Ergebnisse im Überblick
Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht ökonomisch das Phänomen des Betrugs mit Umweltsiegeln, wobei der Fokus auf den Anreizen der Produzenten für dieses Fehlverhalten liegt. Ziel ist es, unter Anwendung eines ökonomischen Modells zu analysieren, wie Marktstrukturen und umweltpolitische Maßnahmen des Staates das Betrugsverhalten sowie die Wirksamkeit von Zertifizierungen beeinflussen.
3.2.1 Das Beispiel Neuland
Jahrelang galt die Organisation als Vorreiter bei der praktischen Umsetzung der vor allem auf Umwelt- und Tierschutz ausgerichteten Erzeugung von Fleischprodukten (vgl. Schlag, Marion 2016).
Der „Verein für tiergerechte und umweltschonende Nutztierhaltung e.V.“ (Neuland) wurde 1988 von verschiedenen gesellschaftlichen Verbänden, darunter dem „Deutschen Tierschutzbund“ (DTSchB), dem „Bund für Umwelt Naturschutz“ (BUND) und der „Arbeitsgemeinschaft bäuerlicher Landwirtschaft“ (AbL) gegründet. Damit unterscheidet Neuland sich von anderen Organisationen dieser Art, die in der Regel von der Fleischer- oder Schlachterbranche gegründet werden.
Das Konzept besteht darin, als Vermarktungsverbund tierische Produkte von landwirtschaftlichen Betrieben aufzukaufen und unter der Marke „Neuland“ an seine Lizenznehmer weiterzuverkaufen. Die Lizenznehmer, meist Fleischerfachgeschäfte, Großküchen und Lebensmitteleinzelhändler, bieten die zertifizierten Produkte dann auf dem Markt an.
Ähnlich wie bei den Bio-Anbauverbänden dürfen nur solche Produkte eines landwirtschaftlichen Betriebs mit dem Neuland-Gütesiegel vertrieben werden, welche die Richtlinien des Verbands einhalten. Die Richtlinien umfassen unter anderem Kriterien über die Haltung, die Fütterung, den Transport und die Schlachtung der Tiere. (vgl. Neuland: Allgemeine Richtlinien)
Aufgrund der höheren Qualitätsstandards sind auch Neuland-Produkte teurer als konventionell hergestellte Produkte. Durch die strengen Kriterien soll eine bessere Fleisch-Qualität garantiert werden, für welche die Kunden bereit sind deutlich mehr zu bezahlen.
Zwar garantieren Fleisch-Produkte mit Neuland-Gütesiegel dem Konsumenten eine besonders artgerechte, qualitätsorientierte und umweltschonende Tierhaltung, um Bio-Qualität handelt sich bei den Produkten allerdings nicht, da u.a. Düngemittel beim Futter zum Einsatz kommen (vgl. Maurin, Jost 2015). Dementsprechend gehört Neuland auch nicht zu den Bio-Anbauverbänden.
Kapitel 1: Grundlagen und Definitionen: Das Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Umweltsiegel und Bio-Produkte und charakterisiert den Markt für ökologische Produkte in Deutschland sowie dessen Wachstumsdynamik.
Kapitel 2: Ökonomische Komponenten des Eco-labelings: Hier werden die ökonomischen Motive von Konsumenten und Produzenten bei der Nachfrage bzw. Produktion von Bio-Produkten analysiert, wobei das Problem asymmetrischer Informationen im Vordergrund steht.
Kapitel 3: Der Betrug mit Umweltsiegeln: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über Betrugsformen bei Öko-Produkten und illustriert diese anhand konkreter Fälle, insbesondere des Neuland-Skandals.
Kapitel 4 Eine ökonomische Analyse: In diesem zentralen Teil wird ein ökonomisches Modell nach Hamilton und Zilberman zur Analyse von Betrugsanreizen und staatlichen Eingriffen herangezogen und dessen Anwendbarkeit diskutiert.
Betrug, Umweltsiegel, Öko-Zertifizierung, Marktstruktur, Betrugsanreize, Marktversagen, Gütesiegel, Neuland-Skandal, Ressourcenallokation, Zertifizierungskosten, asymmetrische Information, Pigou-Steuer, Produktreinheit, ökologische Landwirtschaft, Kontrollmechanismen.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der ökonomischen Analyse von Betrug auf Märkten für ökologisch zertifizierte Produkte.
Zentrale Themen sind die Glaubwürdigkeit von Umweltlabels, die Anreize für Produzenten, betrügerisch zu handeln, sowie die Rolle von Marktstruktur und staatlicher Regulierung.
Es soll untersucht werden, unter welchen Bedingungen Betrugsanreize existieren und wie politische Maßnahmen oder Marktgegebenheiten diese beeinflussen können.
Die Arbeit basiert auf der theoretischen ökonomischen Modellierung von Anreizstrukturen, speziell unter Anwendung eines Modells zur Analyse von Betrug bei Umweltsiegeln.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Marktcharakterisierung, eine theoretische Analyse der ökonomischen Komponenten, die Darstellung von Betrugsbeispielen und die mathematische Modellierung der Betrugsanreize.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Betrug, Umweltsiegel, Öko-Zertifizierung, asymmetrische Information und Marktstruktur charakterisiert.
Der Neuland-Fall dient als praktisches Anwendungsbeispiel, an dem die Grenzen der theoretischen Modellannahmen und die Komplexität der Kontrollmechanismen in der Realität aufgezeigt werden.
Wenn die Kontrollmechanismen (Detection rate) endogen beeinflussbar sind oder Zertifizierungskosten den Gesamtoutput senken, können Anreize für Betrug bestehen bleiben oder sogar durch Marktselektionseffekte verstärkt werden.
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