Diplomarbeit, 2003
174 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Freundschaft
2.1 Grundlagen der Freundschaftsforschung
2.1.1 Der Aufbau sozialer Beziehungen als lebenslanger Prozess
2.1.2 Die Bedeutung der Peerbeziehungen in der Adoleszenz
2.1.3 Freundschaftsforschung, ein historischer Abriss
2.2 Definitionen von Freundschaft
2.3 Freundschaftstheorien
2.3.1 Inhaltsorientierte Ansätze
a.) Die Stadientheorie von Bigelow und LaGaipa
2.3.2 Strukturelle Ansätze
a.) Das fünfstufige Entwicklungsmodell von Selman
b.) Die Theorie von Youniss
2.3.3 Zusammenfassung der Theorien
2.4 Bedingungen und Korrelate von Freundschaft
2.4.1 Individuelle Korrelate und Bedingungen
a.) Alter
b.) Geschlecht
c.) Persönlichkeit
2.4.2 Beziehungskorrelate und -bedingungen
a.) Räumliche Nähe und Distanz
b.) Dimensionen und Faktoren von Freundschaft
c.) Prozess und Entwicklung einer Freundschaft
d.) Altershomogenität und Altersheterogenität
e.) Geschlechtshomogenität und Geschlechtsheterogenität
2.4.3 Zusammenfassung der Korrelate und Bedingungen
3 Spezifische Formen von Freundschaft
3.1 Freundschaften in unterschiedlichen Kontexten
3.2 Die technische Entwicklung des Kommunikationswesens: neue Möglichkeiten durch immer neuere Technik
3.3 Die Entwicklung des Internets
3.4 Das Internet und seine wichtigsten Anwendungen
3.5 Grundlagen der computervermittelten Kommunikation
3.6 Onlinefreundschaften: zwei gegensätzliche Sichtweisen
3.6.1 Die Unmöglichkeit sozialer Beziehung im Internet
3.6.2 Die Vermeintlichkeit der Unmöglichkeit sozialer Beziehung im Internet
3.6.3 Konsens der Debatte
3.7 Bedingungen und Korrelate von Internetfreundschaft
3.7.1 Individuelle Korrelate und Bedingungen
a.) Alter
b.) Geschlecht
c.) Persönlichkeit
3.7.2 Soziale Korrelate und Bedingungen
a.) Räumliche Nähe und Distanz
b.) Prozess der Entwicklung von Freundschaft
c.) Altershomogenität und Altersheterogenität
d.) Geschlechtshomogenität und Geschlechtsheterogenität
e.) Anonymität und Identität
3.8 Unterscheidungen von Onlinefreundschaft und realer Freundschaft
3.9 Kinder und Jugendliche und das Internet
4 Forschungsfragen und Hypothesen
4.1 Vergleich von Realfreundschaft und Onlinefreundschaft
4.2 Alterseinflüsse
4.3 Geschlechtseinflüsse
5 Methode
5.1 Stichprobe
5.2 Material
5.3 Durchführung
6 Ergebnisse
6.1 Teil A: Allgemeine Fragen
6.1.1 Freizeitverhalten
6.1.2 Persönliche Eigenschaften
6.2 Teil A: Computer, Internet, Telefon
6.2.1 Computernutzung
6.2.2 Internetnutzung
6.2.3 Telefonnutzung
6.3 Teil B: Freundschaften
6.3.1 Freundschaft allgemein
6.3.2 Reale Freundschaften
6.3.2.1 Realfreundschaft allgemein
6.3.2.2 Der beste Freund/ die beste Freundin
6.3.3 Onlinefreundschaften
6.3.3.1 Onlinefreundschaft allgemein
6.3.3.2 Der beste Internetfreund/ die beste Internetfreundin
6.3.4 Vergleich von realer Freundschaft und Onlinefreundschaft
6.3.4.1 Eigenschaften der Freundschaften
6.3.4.2 Direkter Vergleich der Freunde
6.3.4.3 Vergleich der Freundschaften anhand quantitativer und qualitativer Merkmale
6.3.5 Zusammenfassung
6.4 Exkurs: Zusammenhänge zwischen Schultyp und Freundschaft
6.5 Exkurs: Zusammenhänge zwischen Freizeitgestaltung, Persönlichkeit und Freundschaft
7 Diskussion
7.1 Teil A: Allgemeine Fragen
7.1.1 Freizeitverhalten
7.1.2 Computer, Internet und Telefon
7.2 Teil B: Freundschaft
7.2.1 Einstellung zu Freundschaft und Freundschaftsverständnis
7.2.2 Reale und Internetfreundschaft
7.2.3 Die Bedeutung der Onlinefreundschaft für Kinder und Jugendliche
7.3 Ausblick
8 Zusammenfassung
Die vorliegende Diplomarbeit hat zum Ziel, die kommunikative Computer- und Internetnutzung von Kindern und Jugendlichen zu erfassen und ihre sozialen Beziehungen in der realen Welt mit solchen im Internet zu vergleichen. Hierbei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie sich Realfreundschaften (RFS) und Onlinefreundschaften (OFS) in ihrer Qualität und Struktur bei Kindern und Jugendlichen zwischen 10 und 17 Jahren charakterisieren lassen.
Die Bedeutung der Peerbeziehungen in der Adoleszenz
Kinder und Jugendlichen (Kolip, 1992). In dieser Phase beginnt die Loslösung von den Eltern und der Aufbau eines eigenständigen sozialen Netzwerkes. An die Stelle der Eltern als Vertrauenspersonen rücken zunehmend Gleichaltrige, denen Geheimnisse und Probleme anvertraut werden und von denen Rat erfragt wird. Außerdem treten während der Pubertät immer häufiger Schwierigkeiten und Meinungsverschiedenheiten mit den Eltern auf, so dass Jugendliche mit ihren Problemen und Sorgen oft nur noch Gleichaltrige als ihre Vertraute ansehen. In diesem Alter dienen Freundschaften als „Medium der Selbstoffenbarung. Die wechselseitige Rückmeldung von Verständnis, Vertrauen und Verlässlichkeit stabilisiert zudem die Identität, so dass Freundschaften aus dieser Perspektive nahezu unentbehrlich für die gesunde Entwicklung im Jugendalter erscheinen.“ (Schmidt-Denter, 1996; S.376).
Kolip (1992) bezeichnet den Aufbau von Freundschaftsbeziehungen als eine wichtige Aufgabe des Jugendalters. Die Wichtigkeit der Peerbeziehungen wird ebenfalls durch eine Schlussfolgerung von Dworetzky (1999) unterstrichen, der interpersonale Fähigkeiten, Selbstsicherheit und soziale Kompetenz von Peerbeziehungen beeinflusst sieht. Freundschaften ist in dieser Phase der Entwicklung aus psychologischer Sicht also ein entscheidender Stellenwert beizumessen.
1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert die psychologische Relevanz des Internets für Kinder und Jugendliche und setzt den Rahmen für den Vergleich zwischen realen und Online-Freundschaften.
2 Freundschaft: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der traditionellen Freundschaftsforschung, stellt maßgebliche Theorien vor und definiert zentrale Begriffe.
3 Spezifische Formen von Freundschaft: Hier werden die Einflüsse von Medientechnologien auf soziale Beziehungen diskutiert und die Besonderheiten von Online-Freundschaften theoretisch eingeordnet.
4 Forschungsfragen und Hypothesen: Das Kapitel leitet aus der theoretischen Basis die spezifischen Hypothesen für die empirische Untersuchung ab.
5 Methode: Die Autorin beschreibt das Studiendesign, die Stichprobenauswahl von 452 Probanden sowie die eingesetzten Erhebungsinstrumente.
6 Ergebnisse: Dieser Hauptteil präsentiert die statistische Auswertung des Fragebogens zu Freizeitverhalten, Mediennutzung und dem direkten Vergleich von Real- und Internet-Freundschaften.
7 Diskussion: Die Ergebnisse werden interpretiert, in den Kontext bisheriger Forschung gesetzt und Implikationen für die zukünftige psychologische Forschung abgeleitet.
8 Zusammenfassung: Eine abschließende Synthese der Kernerkenntnisse der Arbeit.
Kindheit, Jugendalter, Freundschaft, Online-Freundschaft, computervermittelte Kommunikation, Internetnutzung, Peerbeziehungen, Soziale Identität, Medienpsychologie, Sozialisationsprozess, Reziprozität, Dyadische Beziehung, Adoleszenz, Computerkompetenz, Kommunikationstechnologie.
Die Diplomarbeit untersucht das Sozialverhalten und insbesondere die Freundschaftsbeziehungen von Kindern und Jugendlichen unter dem Einfluss moderner Informationstechnologien.
Die Arbeit verknüpft klassische entwicklungspsychologische Theorien zur Freundschaft mit aktuellen Befunden zur Mediennutzung und zur computervermittelten Kommunikation (CMC).
Das primäre Ziel ist es herauszufinden, ob und inwiefern sich reale Freundschaften von Online-Freundschaften bei Kindern und Jugendlichen in ihrer Struktur und Qualität unterscheiden.
Die Autorin führte eine quantitative Querschnittstudie durch, bei der 452 Kinder und Jugendliche mittels eines standardisierten Fragebogens im Klassenverband befragt wurden.
Der Hauptteil analysiert Daten zum Freizeitverhalten, zum Umfang der Internetnutzung, zu den Merkmalen der "besten Freunde" (real vs. online) sowie zu Hypothesen über Altershomogenität und räumliche Nähe.
Die Arbeit zeichnet sich durch die Begriffe Kindheit, Jugendalter, Online-Freundschaft, Medienpsychologie und soziale Entwicklung aus.
Da die Kommunikation über das Internet ortsunabhängig erfolgt, können räumliche Distanzen durch die Medientechnik überbrückt werden, was die traditionellen Anforderungen an physische Nähe in Freundschaften aufhebt.
Die Untersuchung ergab, dass reale Freundschaften von den Kindern und Jugendlichen signifikant positiver bewertet werden und einen höheren Stellenwert einnehmen als Online-Freundschaften.
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