Wissenschaftlicher Aufsatz, 2006
17 Seiten
1 Währungskrisenmodelle erster Generation
1.1 Das Währungskrisenmodell von Krugman
1.2 Das Währungskrisenmodell von Flood und Garber
1.3 Erweiterungen der klassischen Währungsattackenmodelle
1.4 Modelle erster und zweiter Generation im Vergleich
2 Währungskrisenmodelle zweiter Generation
3 Währungskrisenmodelle dritter Generation
Die Arbeit gibt einen zusammenfassenden Überblick über die drei Generationen ökonomischer Währungskrisenmodelle, mit einem besonderen Fokus auf den Modellen der ersten Generation, um die theoretische Herleitung spekulativer Attacken und deren historische Entwicklung zu beleuchten.
1.1 Das Währungskrisenmodell von Krugman
Krugman (1979) betrachtet eine Modell-Volkswirtschaft der oben beschriebenen Art, in der nur ein handelbares Gut produziert wird, das zum ausländischen Gut ein perfektes Substitut ist. Wenn flexible Wechselkurse vorliegen, gilt außerdem die Kaufkraftparität, so dass sich das inländische Preisniveau P und das ausländische Preisniveau P* über Güterarbitrage stets angleichen:
P = sP* (1)
s bezeichnet den Wechselkurs. Ohne Beschränkung der Allgemeinheit kann man P* = 1 setzen, so dass der Wechselkurs dem inländischen Preisniveau und die Abwertungsrate der Inflationsrate entspricht. Das reale Vermögen W aller Wirtschaftssubjekte setzt sich zusammen aus der Menge M/P = m, die sie an inländischem Geld nachfragen und der Nachfrage F/P* = F nach Devisen:
W = m + F (2)
Herrscht ein Regime flexibler Wechselkurse, interveniert die Zentralbank nie auf den Devisenmärkten zur Stützung des Wechselkurses. Da Ausländer annahmegemäß kein Inlandsgeld halten, gibt es für die Inländer dann keinen Handelspartner für Devisen, so dass die von ihnen gehaltene Devisenmenge F sich nur durch Handel auf dem Gütermarkt ändern kann und somit dem Saldo (Ex - Im) der Leistungsbilanz entspricht.
1 Währungskrisenmodelle erster Generation: Dieses Kapitel erläutert die Grundmodelle von Krugman sowie Flood und Garber, die Währungskrisen als Folge expansiver Geldpolitik und schwindender Devisenreserven unter einem fixen Wechselkursregime erklären.
2 Währungskrisenmodelle zweiter Generation: Hier wird der Fokus auf Modelle gelegt, die Währungskrisen als bewusste politische Entscheidung auf Basis einer Kosten-Nutzen-Abwägung interpretieren, wobei auch selbsterfüllende Erwartungen eine zentrale Rolle spielen.
3 Währungskrisenmodelle dritter Generation: Dieses Kapitel behandelt neuere Ansätze, die Bankenkrisen, Moral-Hazard-Problematiken und Verschuldung in Fremdwährung als Auslöser für Währungskrisen identifizieren.
Währungskrise, spekulative Attacke, Krugman, Flood und Garber, Devisenreserven, Wechselkursregime, expansive Geldpolitik, Kaufkraftparität, Obstfeld, selbsterfüllende Erwartungen, multiple Gleichgewichte, Bankenkrise, Moral Hazard, Finanzmarktblasen
Die Arbeit bietet einen systematischen Überblick über die wissenschaftliche Modellierung von Währungskrisen, unterteilt in drei chronologische Generationen von Erklärungsansätzen.
Die zentralen Felder sind die theoretische Fundierung von Währungsattacken, die Stabilität von Wechselkurssystemen sowie die Verschiebung der Krisenursachen von staatlicher Defizitfinanzierung hin zu privatwirtschaftlichen Banken- und Bilanzrisiken.
Das Ziel ist es, die ökonomische Logik hinter der Aufgabe fester Wechselkursregime in den verschiedenen Modellgenerationen verständlich zusammenzufassen.
Die Arbeit nutzt die Literaturanalyse und mathematische Herleitung ökonomischer Differentialgleichungssysteme, um die Modelle der jeweiligen Autoren präzise darzustellen.
Im Hauptteil werden die spezifischen mathematischen Modelle von Krugman, Flood und Garber sowie Obstfeld analysiert und die Übergänge zu Modellen der dritten Generation diskutiert.
Die wichtigsten Begriffe sind Währungskrisen, spekulative Attacken, feste Wechselkurse, expansive Geldpolitik und selbsterfüllende Erwartungen.
Während die erste Generation Krisen als zwangsläufige Folge inkonsistenter, expansiver Geldpolitik bei fixen Wechselkursen sieht, betrachtet die zweite Generation Krisen als Ergebnis einer aktiven Kosten-Nutzen-Entscheidung der Regierung, bei der multiple Gleichgewichte möglich sind.
Diese Generation fokussiert sich stärker auf den Finanzsektor, insbesondere auf Bankenkrisen, implizite staatliche Garantien und die negativen Auswirkungen von Fremdwährungsschulden auf die Unternehmensbilanzen.
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