Bachelorarbeit, 2019
88 Seiten, Note: 1,7
1 EINLEITUNG
1.1 Grundlagen von Leasing und aktuelle Entwicklungen
1.2 Problemstellung
1.3 Aufbau und Ziel der Arbeit
2 BILANZIELLE BEHANDLUNG NACH IAS 17
2.1 Anwendungsbereich
2.2 Definition und Klassifizierung von Leasingverhältnissen
2.2.1 Finance Lease
2.2.2 Operating Lease
2.3 Bilanzierung anhand des All-Or-Nothing-Approach
2.4 Leasingnehmer
2.4.1 Bilanzierung von Finance Lease
2.4.2 Bilanzierung von Operating Lease
2.5 Leasinggeber
2.5.1 Bilanzierung von Finance Lease
2.5.2 Bilanzierung von Operating Lease
2.6 Kritische Würdigung des IAS 17
3 LEASINGBILANZIERUNG NACH IFRS 16
3.1 Reformierungsbewegung zum IFRS 16
3.2 Anwendungsbereich und Identifizierung
3.3 Trennung von Leasing und Dienstleistung
3.4 Wahlrechte und Erleichterungen
3.5 Maßgebliche Änderungen auf Bilanzansatz und Bewertung
3.5.1 Right-Of-Use-Ansatz
3.5.2 Leasingnehmer
3.5.3 Leasinggeber
3.5.4 Sale-And-Lease-Back-Transaktionen
3.5.5 Anhangangaben
3.6 Auswirkungen auf Bilanz und wesentliche Kennzahlen
3.6.1 Auswirkungen auf Aktiva und Passiva
3.6.2 Veränderungen der GuV sowie der Ergebnis- und Erfolgskennzahlen
3.6.3 Auswirkungen auf die Kapitalflussrechnung
3.6.4 Auswirkungen auf Financial Covenants
3.7 Folgen für bestehende Leasingverhältnisse
3.8 Handlungsempfehlungen
3.9 Kritische Würdigung des IFRS 16
4 FOLGEN FÜR DIE KÜNFTIGE JAHRESABSCHLUSSPRÜFUNG
4.1 Prüfungsschwerpunkte der DPR und ESMA
4.2 Erwartungen über Angaben hinsichtlich des IFRS 16
4.3 Künftige Entwicklung im Zuge der Jahresabschlussprüfung
5 ANWENDUNG DES IFRS 16 ANHAND EINER FALLSTUDIE
5.1 Vorgehensweise und Konzept
5.2 Ausgangslage und Rahmenbedingungen
5.2.1 Informationen über das herangezogene Unternehmen
5.2.2 Angewendete Rechnungslegungsmethoden
5.2.3 Bestehende bilanzielle und außerbilanzielle Leasingverhältnisse
5.2.4 Relevante Finanzkennzahlen und Covenants
5.3 Beispielhafte Umsetzung des IFRS 16
5.3.1 Wegfall des Off-Balance-Sheet-Effekts
5.3.2 Veränderung der Gewinn- und Verlustrechnung
5.3.3 Veränderung der Kennzahlen
5.4 Wesentliche Erkenntnisse
5.5 Reaktionen seitens Kreditgebern hinsichtlich Covenants
6 FAZIT UND AUSBLICK
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen des neuen Leasingstandards IFRS 16 auf die Bilanzierung, wesentliche Kennzahlen und Vertragsverhältnisse bei Leasingnehmern und Leasinggebern. Ein zentrales Ziel ist es, die Umstellungsfiktion von IAS 17 auf IFRS 16 mittels einer Fallstudie zu verdeutlichen und die daraus resultierenden bilanzanalytischen Konsequenzen kritisch zu beleuchten.
1.1 Grundlagen von Leasing und aktuelle Entwicklungen
Die Bedeutung und Entwicklung von Leasing hat in den letzten Jahrzehnten eine immer höhere wirtschaftliche Dynamik erfahren. In vielen Bereichen der Wirtschaft, insbesondere im Mittelstand, ist Leasing mittlerweile als Finanzierungsmethode kaum noch weg zu denken. Besonders in mittelständischen Unternehmen besteht ein großer Einfluss durch Leasing.1 Allein wenn man betrachtet, dass man im Alltag immer wieder bewusst und unbewusst mit Gegenständen, die Teil eines Leasingvertrages sind, in Berührung kommt, erscheint es klar wie wichtig diese Finanzierungsart für viele Unternehmen ist. Ein einfaches Beispiel ist hierbei der Besuch eines Sportstudios, in dem die Sportgeräte oftmals geleast sind. Ebenso werden sich wohl nicht viele Passagiere bei Besteigen eines Flugzeugs die Frage stellen ob dieses auch tatsächlich Eigentum der betreibenden Fluggesellschaft ist. Denn auch im Luftverkehr ist der Trend zum Flugzeugleasing in den letzten Jahrzehnten immer größer geworden.2 Im Jahr 2018 stieg das Neugeschäft in der Leasingwirtschaft in Deutschland auf ein bemerkenswertes Hoch von 69,7 Mrd. Euro. Den Großteil der dabei finanzierten Leasinggüter stellen hierbei mit 77% PKW und Nutzfahrzeuge.
Mit über 1,9 Mio. neuen Leasingvertragsverhältnissen hat Leasing im Bereich der Außenfinanzierung im Jahr 2018 mit 54% einen höheren Anteil als Kredite und andere Außenfinanzierungsarten. Hierbei sind verleaste Wirtschaftsgüter im Wert von über 200 Mrd. Euro im Umlauf.3
In den letzten drei Jahren hat sich die konjunkturelle Lage in Deutschland positiv und solide entwickelt. Besonders die Leasingbranche befindet sich sukzessive auf Wachstumskurs. Bekräftigt wird dies durch weitere Wachstumsprognosen.4 Im Jahr 2016 kam es zu einem Anstieg des BIP um 1,9% (nominal 3,3%), hervorgerufen durch Mehrinvestitionen in Maschinen, Geräten und Fahrzeugen. Im Jahr 2017 und 2018 setzte sich das konjunkturelle Wachstum weiter fort. Daneben befand sich auch der Leasingsektor mit fortwährend steigenden Leasingquoten (Anteil des Leasing an gesamtwirtschaftlichen Investitionen ohne Wohnungsbau) weiterhin in einer progressiven Entwicklung.
1 EINLEITUNG: Das Kapitel führt in die ökonomische Relevanz des Leasings ein, beschreibt die Problemstellung des alten Standards IAS 17 und definiert die Zielsetzung sowie den Aufbau der Arbeit.
2 BILANZIELLE BEHANDLUNG NACH IAS 17: Dieser Abschnitt erläutert die Anwendungsbereiche, Klassifizierungen und Bilanzierungsvorschriften (Finance vs. Operating Lease) nach dem alten Standard IAS 17.
3 LEASINGBILANZIERUNG NACH IFRS 16: Hier werden die Reformschritte, der neue Right-Of-Use-Ansatz, Bewertungsmechanismen sowie die Auswirkungen auf Bilanz, Kennzahlen und Anhangangaben detailliert dargestellt.
4 FOLGEN FÜR DIE KÜNFTIGE JAHRESABSCHLUSSPRÜFUNG: Dieses Kapitel analysiert die Prüfungsschwerpunkte für Wirtschaftsprüfer, insbesondere die Erwartungen der DPR und ESMA an die Anhangangaben.
5 ANWENDUNG DES IFRS 16 ANHAND EINER FALLSTUDIE: Die Fallstudie demonstriert die fiktive Umstellung der Bilanz und GuV von der TUI AG auf den IFRS 16 Standard, inklusive Analyse der Kennzahlenveränderungen.
6 FAZIT UND AUSBLICK: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert den Paradigmenwechsel in der Leasingbilanzierung und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung.
IFRS 16, IAS 17, Leasing, Bilanzierung, Right-Of-Use-Asset, Finanzkennzahlen, Leasingnehmer, Leasinggeber, Financial Covenants, Jahresabschlussprüfung, Fallstudie, Eigenkapitalquote, Leasingverbindlichkeit, Bilanzverlängerung, Off-Balance-Sheet.
Die Arbeit analysiert den Übergang von IAS 17 zu IFRS 16 und dessen bilanzielle Auswirkungen, insbesondere die Veränderung der Darstellung von Leasingverhältnissen in den Abschlüssen von Leasingnehmern.
Zu den zentralen Themen gehören der Wegfall der bisherigen Klassifizierung in Finance und Operating Lease, der neue Right-Of-Use-Ansatz sowie die Auswirkungen auf Kennzahlen, Finanzberichterstattung und die künftige Prüfungspraxis.
Das Ziel ist es, die Tragweite der Umstellung auf den IFRS 16 für Unternehmen aufzuzeigen, wobei insbesondere die veränderten Bilanzstrukturen und Kennzahlen sowie deren Einfluss auf die Kreditwürdigkeit (Covenants) im Fokus stehen.
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse zur theoretischen Fundierung sowie eine beispielhafte Fallstudie basierend auf den Daten eines realen Unternehmens (TUI AG), um die fiktiven Auswirkungen der Umstellung auf IFRS 16 zu quantifizieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des alten Standards (IAS 17), die detaillierte Einführung des IFRS 16, eine Analyse der Auswirkungen auf Bilanz und GuV sowie eine anschließende Prüfung der Folgen für die Jahresabschlussprüfung.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie IFRS 16, Leasingbilanzierung, Nutzungsrecht, Bilanzkennzahlen, Financial Covenants und Jahresabschlussprüfung geprägt.
Er wird kritisiert, weil er bilanzpolitische Spielräume ermöglicht, die dazu führen, dass viele Leasingverhältnisse nicht in der Bilanz erscheinen, was gegen die Prinzipien der Transparenz und der tatsächlichen Vermögensdarstellung verstößt.
Durch den Wegfall der Leasingaufwendungen und deren Ersetzung durch Abschreibungen und Zinsaufwendungen verbessert sich das EBITDA, da die operativen Leasingaufwendungen aus dieser Kennzahl eliminiert werden.
Die Arbeit zeigt, dass Kreditgeber tendenziell keine negativen Folgen befürchten, da viele Verträge Klauseln für solche Änderungen der Rechnungslegungsnormen enthalten oder die Auswirkungen bereits bei der Kreditvergabe in die Analyse einbezogen wurden.
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