Magisterarbeit, 2006
98 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
1.1. Crazy
1.2. Methodische Herangehensweise
2. Der Begriff des Mediums
2.1. Termini der Intermedialitätsforschung
2.2. Theoretische Modelle der Intermedialitätsforschung
2.3. Intermediale Wechselbeziehungen von Film und Literatur
2.4. Transkriptivität
2.5. Theatralität
3. Der Film als Kunstform zwischen Erzähltext und Theater
3.1. Der Vorspann
3.2. Die Kamera als Erzähler
3.3. Inszenierung und Dramaturgie
3.4. Literarische Nullpositionen
3.5. Montage und Schnitt
3.6. Musik und Geräusche
4. Analyse: Der Medienwechsel vom Buch Crazy zum Film Crazy
4.1. Exposition
4.2. Striptease in Rosenheim
4.3. Das Drehbuch als intermediale Zwischenstufe
4.4. Buch – Drehbuch – Film
5. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht den Medienwechsel von Benjamin Leberts Roman Crazy zur gleichnamigen Verfilmung durch Hans-Christian Schmid. Ziel ist es, mittels einer intermedialen Analyse aufzuzeigen, wie literarische Strukturen in filmische Ausdrucksformen transformiert werden und welche semantischen Verschiebungen dabei entstehen.
3.2. Die Kamera als Erzähler
Ein elementares Mittel des Films und der Literatur für die Gestaltung und damit für die Wahrnehmungslenkung ist, wie in der Analyse des Vorspanns schon angedeutet, die Erzählperspektive. Bei der verbalsprachlichen Narration ist es die immanente Erzählinstanz, die bestimmt wie und aus welcher Perspektive das Dargestellte wahrgenommen wird, während im Film der Blickwinkel der Kamera das Erzählkonzept formuliert. Der Kamerablick organisiert das Bild, er setzt den Rahmen und entscheidet darüber, wie und welche Subjekte und Objekte wahrgenommen werden. Je nach Kamerapositionierung und -bewegung im Handlungsraum verändert sich die Erzählhaltung.
Eine statische Kamera, die keine Eigendynamik entwickelt oder nur von Subjekten oder Objekten in ihrer Bewegung motiviert ist, vermittelt das dargestellte Geschehen dokumentarisch und kommentarlos. Die Kamera kann aber auch eine aktive, subjektive und expressive Rolle übernehmen, indem sie sich eigenständig und autonom im Handlungsraum bewegt und scheinbar selbstständig auf das Handlungsgeschehen blickt.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Literaturverfilmung ein und begründet die methodische Entscheidung für einen intermedialen Analyseansatz am Beispiel von Crazy.
2. Der Begriff des Mediums: In diesem Kapitel werden grundlegende Definitionen von Intermedialität, Transkriptivität und Theatralität erörtert, um eine theoretische Basis für die Untersuchung zu schaffen.
3. Der Film als Kunstform zwischen Erzähltext und Theater: Es wird die hybride Struktur des Films untersucht, wobei insbesondere die filmischen Mittel wie Vorspann, Kameraarbeit, Inszenierung, Montage und Ton analysiert werden.
4. Analyse: Der Medienwechsel vom Buch Crazy zum Film Crazy: Dieser Hauptteil widmet sich der konkreten Gegenüberstellung von Schlüsselszenen des Romans und des Films, unter Berücksichtigung des Drehbuchs als Vermittlungsinstanz.
5. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass der Film ein eigenständiges künstlerisches Produkt darstellt, welches die literarische Vorlage produktiv transformiert.
Intermedialität, Literaturverfilmung, Medienwechsel, Transkriptivität, Theatralität, Inszenierung, Dramaturgie, Erzählperspektive, Transformation, Benjamin Lebert, Crazy, Hans-Christian Schmid, Filmtheorie, Literaturwissenschaft, Adaptation
Die Arbeit analysiert den medienübergreifenden Transfer des Romans "Crazy" von Benjamin Lebert in den gleichnamigen Spielfilm von Hans-Christian Schmid.
Zentrale Themen sind die Intermedialitätsforschung, die Analyse filmischer Gestaltungsmittel (wie Kamera, Ton, Montage) und der Vergleich zwischen literarischer Narration und filmischer Darstellung.
Ziel ist es, die Transformation der subjektiven romanhaften Erzählweise in die audiovisuelle Sprache des Films zu verstehen und aufzuzeigen, wie dabei Bedeutungen generiert oder verändert werden.
Es wird eine vergleichende, intermediale Szenenanalyse unter Anwendung der Konzepte der Transkriptivität und Theatralität durchgeführt.
Der Hauptteil konzentriert sich auf die spezifischen Veränderungen bei der Exposition, der Rosenheim-Szene und der Bedeutung des Drehbuchs als Zwischenstufe der Transformation.
Schlüsselbegriffe sind Medienwechsel, Literaturverfilmung, Intermedialität, Transkription, subjektive Erzählperspektive und filmische Inszenierung.
Der Roman nutzt eine tief introspektive, subjektive Erzählweise (innerer Monolog), während der Film diese durch filmische Mittel wie "Voice-Over" und subjektive Kamera nach außen zu kehren versucht, dabei aber eine distanziertere Perspektive einnimmt.
Das Drehbuch fungiert als notwendiges schriftliches Bindeglied, das den literarischen Stoff bereits strukturell auf die Anforderungen der filmischen Umsetzung (Dramaturgie, Räumlichkeit) vorbereitet.
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