Fachbuch, 2021
98 Seiten
1 Einleitung
2 Unternehmerische Nachhaltigkeit durch nachhaltige Innovation
2.1 Begriffsverständnis Nachhaltigkeit
2.2 Drei-Säulen-Modell unternehmerischer Nachhaltigkeit
2.3 Differenzierungen nachhaltiger Innovationen
2.3.1 Art der Innovation
2.3.2 Grad der Innovation
2.3.3 Perspektive der Innovation
2.4 Formen nachhaltiger Innovationen
3 Management durch Ambidextrie
3.1 Begriffsverständnis Ambidextrie
3.2 Exploitation und Exploration als Gegensätze der Ambidextrie
3.3 Anwendungsfelder der Ambidextrie
3.4 Formen der Ambidextrie
3.4.1 Organisationale Separation
3.4.2 Inter-organisationale Separation
3.4.3 Temporäre Separation
3.4.4 Kontextuelle Ambidextrie
3.5 Ebenen der Ambidextrie
4 Verknüpfung nachhaltiger Innovationen und Ambidextrie
4.1 Treiber für nachhaltige Innovationen
4.1.1 Interne Faktoren
4.1.2 Externe Faktoren
4.2 Ambidextrie nachhaltiger Innovationen
4.3 Voraussetzungen für Innovationsfähigkeit durch Ambidextrie
4.4 Eignung der Ambidextrie-Formen für nachhaltige Innovationen
4.4.1 Ambidextrie und operationale Optimierung
4.4.2 Ambidextrie und organisationale Transformation
4.4.3 Ambidextrie und Systembildung
5 Diskussion
5.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
5.2 Implikationen für Theorie und Praxis
5.3 Limitationen und weiterer Forschungsbedarf
6 Fazit
Die Masterarbeit untersucht, wie organisationale Ambidextrie die Entwicklung nachhaltiger Innovationen in Unternehmen begünstigen kann, um dabei auftretende Spannungsfelder und Paradoxa zielgerichtet zu balancieren.
3.4.1 Organisationale Separation
Die organisationale Separation sieht die Einrichtung paralleler Strukturen, welche jeweils ausschließlich auf Exploitation und Exploration ausgelegt sind, innerhalb einer Organisation vor (siehe Abbildung 2).
Auf diese Weise können Organisationen das Paradoxon durch simultane Ausübung beider Gegensätze in organisationaler Trennung lösen (Jansen, 2005, S. 38). Diese strukturelle Trennung kann in unterschiedlichen Hierarchieebenen, Funktionen oder Standorten auftreten (Volberda, 1996, S. 364). Ausgehend von der Prämisse, dass die unterschiedliche Kultur der Bereiche dazu führt, dass exploitative Einheiten institutionelle Feindseligkeit gegenüber explorativen Bereichen entwickeln und, dass beide um knappe Ressourcen konkurrieren, plädieren Forscher für getrennte Strukturen innerhalb derselben Organisation, um den angeblich gegensätzlichen Kompetenzen, Systemen und Praktiken der Exploitation und Exploration Rechnung zu tragen (Papachroni et al., 2015, S. 73; Tushman & O’Reilly, 1996, S. 26). Exploitative Strukturen weisen eine eher aufgabenorientierte Kultur auf, sind relativ groß und zentralisiert, währenddessen explorative Strukturen eine beziehungsorientierte Kultur haben und vergleichsweise klein und dezentral aufgestellt sind (Vogel, 2011, S. 10). Mit den unterschiedlichen Arbeitsweisen und Aufgaben, werden neben unterschiedlichen kulturspezifischen Mustern, entsprechende Weiterbildungsmaßnahmen, Vergütungssysteme und Anreizstrukturen etabliert, die in unterschiedlichen Zeithorizonten verwurzelt sind (Burgelman, 1991, S. 245).
Die separaten dualen Strukturen werden von unterschiedlichen Managementteams geführt, wirken wie eine Art Puffer zwischen Exploitation und Exploration und ermöglichen somit die Entfaltung der existierenden spezifischen Kompetenzen in den Bereichen Exploitation und Exploration. Durch diese Entkopplung können zudem negative Verdrängungseffekte, insbesondere von explorativen Aktivitäten zu exploitativen Aktivitäten verhindert werden (Raisch & Birkinshaw, 2008, S. 390). Das Ziel der Ambidextrie ist ja schließlich, dass die unterschiedlichen Einheiten sich gegenseitig stimulieren und voneinander profitieren, um entsprechenden Mehrwert für die gesamte Organisation leisten zu können. Dafür sind jedoch zusätzliche Koordinations- und Integrationsbemühungen vom Top-Management der Organisation notwendig. Durch die organisatorische Differenzierung wird die grundlegende Spannung zwischen den beiden Einheiten nicht aufgehoben. Stattdessen verlagert sich der Integrationsaufwand auf die Ebene des Top-Managements, das beide Aktivitäten einheitsübergreifend koordinieren muss (Vogel, 2011, S. 10).
1 Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz nachhaltiger Innovationen und führt die organisationale Ambidextrie als Managementansatz zur Lösung inhärenter Spannungen ein.
2 Unternehmerische Nachhaltigkeit durch nachhaltige Innovation: Dieses Kapitel definiert Nachhaltigkeit und nachhaltige Innovationen und differenziert diese nach Art, Grad und Perspektive.
3 Management durch Ambidextrie: Hier werden die Grundlagen der Ambidextrie sowie die Konzepte Exploitation und Exploration als zentrale Gegensätze detailliert erarbeitet.
4 Verknüpfung nachhaltiger Innovationen und Ambidextrie: Dieses Kapitel analysiert interne und externe Treiber nachhaltiger Innovationen und verknüpft diese mit den Formen der Ambidextrie.
5 Diskussion: Die Ergebnisse der Masterarbeit werden zusammengefasst, ihre Implikationen für die Praxis diskutiert und kritisch hinterfragt.
6 Fazit: Das Fazit stellt die zentralen Ergebnisse noch einmal dar und beantwortet die zugrunde liegende Forschungsfrage.
Nachhaltige Innovationen, Organisationale Ambidextrie, Exploitation, Exploration, Triple Bottom Line, Nachhaltige Entwicklung, Unternehmenserfolg, Paradoxon, Innovationsmanagement, Nachhaltigkeitsstrategie, Systembildung, Stakeholder, Unternehmensführung.
Die Arbeit untersucht, wie Unternehmen durch den Managementansatz der organisationalen Ambidextrie in der Lage sind, nachhaltige Innovationen erfolgreich umzusetzen, indem sie scheinbare Widersprüche zwischen ökonomischen, ökologischen und sozialen Zielen ausbalancieren.
Die zentralen Themen sind das Konzept der unternehmerischen Nachhaltigkeit, die verschiedenen Kategorien und Formen nachhaltiger Innovationen sowie die Theorie der organisationalen Ambidextrie, insbesondere das Spannungsfeld zwischen Exploitation und Exploration.
Das Ziel ist es, Zusammenhänge zwischen verschiedenen Innovationskategorien und geeigneten Ambidextrie-Strategien aufzuzeigen, um Praktiker in ihrer Entscheidungsfindung bei der nachhaltigen Transformation zu unterstützen.
Es handelt sich um eine literaturbasierte, konzeptionelle Masterarbeit, die theoretische Konzepte verknüpft, um ein Framework für die Umsetzung nachhaltiger Innovationen zu entwickeln.
Im Hauptteil erfolgt eine detaillierte Analyse der Treiber für nachhaltige Innovationen und eine Verknüpfung dieser Erkenntnisse mit den verschiedenen Formen der Ambidextrie (z. B. organisationale vs. kontextuelle Ambidextrie).
Die wichtigsten Begriffe sind nachhaltige Innovation, organisationale Ambidextrie, Exploitation, Exploration, Triple Bottom Line und nachhaltige Entwicklung.
Da operationale Optimierung oft in den Anfängen der Nachhaltigkeit steht, hilft die strukturelle Trennung, etablierte, gewinnorientierte Prozesse vor Störungen zu schützen und gleichzeitig Raum für inkrementelle nachhaltige Anpassungen zu schaffen.
Die Systembildung ist die radikalste Form der nachhaltigen Innovation; sie zielt auf einen umfassenden gesellschaftlichen Wandel und erfordert zwingend Kooperationen über Unternehmensgrenzen hinweg.
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