Diplomarbeit, 2006
120 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Begriffsdefinitionen
2.1 Normbegriffe - soziale und strafrechtliche Norm
2.1.1 Normbegriff allgemein
2.1.2 Soziale Norm
2.1.3 Strafrechtliche Normen
2.1.4 Problematik der Normdurchsetzung
2.2 Devianz, Delinquenz und Kriminalität – Kernbereiche und Schnittmengen
2.2.1 Kernbereiche
2.2.2 Schwierigkeit der Abgrenzung
2.3 Einführung in die Kriminalsoziologie
3. Theoretische Grundlagen
3.1 Kriminalsoziologische Theorien
3.1.1 Soziale Lerntheorien
3.1.2 Kontrolltheorien
3.2 Gruppentheoretische Grundlagen
3.2.1 Einführung in die Gruppensoziologie
3.2.2 Gruppe und Identität
3.2.3 Gleichaltrigengruppe
3.2.4 Gruppennormen
3.2.5 Gruppendruck
4. Jugenddelinquenz als Sonderform abweichenden Verhaltens
4.1 Wesensmerkmale von Jugenddelinquenz
4.1.1 Normalität und Ubiquität
4.1.2 Episodenhaftigkeit
4.1.3 Geschlechtsspezifische Unterschiede
4.1.4 Gruppendelinquenz
4.2 Jugendtypische Delinquenz
5. Benennung wichtiger Hypothesen
6. Empirische Untersuchung
6.1 Konzeption und Forschungsziele
6.2 Demographische Daten aller befragten Jugendlichen
6.3 Freizeitverhalten aller befragten Jugendlichen
6.4 Ladendiebstahl
6.4.1 Demographische Daten der delinquenten Jugendlichen
6.4.2 Einstellung zum Ladendiebstahl
6.4.3 Sanktionserfahrungen der delinquenten Jugendlichen
6.4.4 Mögliche Motive für eine Normbefolgung
6.5 Einflussfaktoren bei delinquentem Verhalten von Jugendlichen
6.5.1 Finanzielle Lage der Jugendlichen
6.5.2 Zufriedenheit mit der finanziellen Lage
6.5.3 Abnehmende Zugehörigkeit zu unterschiedlichen Gemeinschaften
6.5.4 Zunehmend freie Zeit
6.5.5 Bedeutung der peer-group
6.5.6 Jugenddelinquenz: Gruppendelinquenz
6.6 Zusammenfassung und Interpretation der wichtigsten Ergebnisse
7. Fazit
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Jugenddelinquenz und Gruppenzugehörigkeit, wobei insbesondere erforscht wird, ob und inwieweit die peer-group delinquentes Verhalten ihrer Mitglieder begünstigt oder beeinflusst. Ziel ist es, neben dem Einfluss der Gleichaltrigengruppe weitere Faktoren wie die finanzielle Situation und die verfügbare Freizeit in die Analyse einzubeziehen, um ein umfassendes Verständnis der Entstehungsbedingungen von Jugendkriminalität zu erlangen.
3.2.5 Gruppendruck
Die Gleichaltrigengruppe hat einen außerordentlich großen Einfluss auf ihre Mitglieder. Gemeint ist der Gruppendruck. Darunter versteht Lamnek die „Gesamtheit der Einflüsse einer Gruppe auf die einzelnen Mitglieder, die diese zur Konformität veranlassen. Der Gruppendruck kann eine Bereitschaft zur Deliktbegehung hervorrufen, beziehungsweise fördern, wenn die Gruppe abweichende Normen besitzt.“
Eine der ersten Untersuchungen, die dieses Phänomen thematisiert, wurde von Sherif, mit Hilfe von Experimenten zu den Prozessen der Normbildung, durchgeführt. Ziel war, „[…] den Einfluss der Gruppe auf die Selbstständigkeit des einzelnen Gruppenmitglieds in einer Beurteilungssituation [zu] untersuche[n].“ Mit Hilfe des autokinetischen Effekts, beobachtet er, wie eine Versuchsperson von anderen beeinflusst wird. Laut Hoffmann sieht Sherif „[…] seine Ergebnisse als Beleg dafür an, dass in Gruppensituationen neue und supra-individuelle Qualitäten entstehen. Als soziales Produkt der Gruppe wird in einer unstabilen Situation ein gemeinsamer Bezugsrahmen gebildet, der, ohne dass es den Personen bewusst werden muss, die Wahrnehmung des individuellen Gruppenmitglieds strukturiert und ordnet. Sherif geht davon aus, dass er mit seinen Experimenten in einfacher Form die grundlegenden Prozesse aufzeigen konnte, die an der Entstehung aller sozialer Normen beteiligt sind.“
Diese Untersuchung verdeutlicht, dass eine Gruppe einen großen Einfluss auf Wahrnehmungen und Meinungen des Individuums haben kann. Überträgt man die von Sherif erhaltenen Ergebnisse auf den hier zu untersuchenden Sachverhalt, kann man zu folgender Annahme gelangen: Gilt in einer Gleichaltrigengruppe Ladendiebstahl als nicht verwerflich, so übernehmen die Dazugehörenden die Vorstellung, ohne dies großartig zu hinterfragen.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Jugenddelinquenz ein und definiert das Forschungsziel, den Einfluss von Gruppen auf delinquentes Verhalten zu untersuchen.
2 Begriffsdefinitionen: In diesem Kapitel werden grundlegende Begriffe wie Norm, Kriminalität, Delinquenz und Devianz voneinander abgegrenzt und definiert.
3 Theoretische Grundlagen: Das Kapitel stellt die relevanten kriminalsoziologischen und gruppentheoretischen Theorien vor, die das Fundament der Untersuchung bilden.
4 Jugenddelinquenz als Sonderform abweichenden Verhaltens: Hier werden die spezifischen Wesensmerkmale von Jugendkriminalität und -delinquenz herausgearbeitet.
5 Benennung wichtiger Hypothesen: Dieses Kapitel formuliert die zentralen Hypothesen, die im empirischen Teil der Arbeit überprüft werden.
6 Empirische Untersuchung: Der empirische Hauptteil analysiert die Daten der Schülerbefragung in Duisburg hinsichtlich der Delinquenz, insbesondere des Ladendiebstahls und seiner Einflussfaktoren.
7 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die Bedeutung der verschiedenen Einflussfaktoren auf das delinquente Verhalten Jugendlicher.
Jugenddelinquenz, Gruppenzugehörigkeit, Kriminalsoziologie, peer-group, Ladendiebstahl, abweichendes Verhalten, soziale Normen, Gruppendruck, Delikthäufigkeit, Sanktionen, Sozialisation, kriminelle Handlungen, statistische Auswertung, Konformität, Jugendkultur.
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Delinquenz von Jugendlichen und ihrer Einbindung in feste Freundesgruppen.
Die Themenfelder umfassen die Kriminalsoziologie, die Identitätsentwicklung im Jugendalter sowie die Auswirkungen von Gruppendruck und normativen Erwartungen auf das Handeln.
Die Forschungsfrage lautet, inwieweit die peer-group ihre Mitglieder so beeinflusst, dass diese von strafrechtlichen Normen abweichen und delinquente Handlungen begehen.
Es werden soziologische Theorien herangezogen und mit den Daten einer großflächigen, empirischen Schülerbefragung in Duisburg (aus dem Jahr 2003) statistisch ausgewertet.
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen spezifische Einflussfaktoren wie die finanzielle Lage, die Freizeitgestaltung und die Bedeutung von Gruppennormen analysiert.
Wichtige Begriffe sind Jugenddelinquenz, peer-group, Gruppendruck, Ladendiebstahl und soziale Kontrolle.
Der Ladendiebstahl dient als exemplarische Deliktform, an der das delinquente Verhalten Jugendlicher und die Wirksamkeit von Gruppennormen empirisch nachvollzogen werden kann.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass der Einfluss der Gruppe zwar eine zentrale Rolle spielt, aber nicht isoliert betrachtet werden kann; das delinquente Verhalten ist ein komplexes Zusammenspiel aus verschiedenen Lebensbereichen.
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