Masterarbeit, 2018
90 Seiten, Note: 2
1. WAHRE WEIBLICHKEIT VS. WAHRE MÄNNLICHKEIT
1.1 TYPISCH WEIBLICH, TYPISCH MÄNNLICH
1.2 DIE KÜCHE ALS GESCHLECHTSRAUM
2. GENDER
2.1 DAS GESCHLECHT UND FORMENDE SOZIALE PROZESSE
2.2 KONSTRUKTION DES GESCHLECHTS
2.3 GESCHLECHTSUNTERSCHIEDE NACH HAGEMANN-WHITE
2.4 BEGRIFF DER IDENTITÄT
2.5 GENDERMAINSTREAMING
3. SIGMUND FREUDS PSYCHOLOGIE DER WEIBLICHKEIT UND DEREN KRITIK
3.1 FREUDS ANSICHTEN ZUR PSYCHOSEXUELLEN ENTWICKLUNG DER FRAU
3.2 ROHDE-DACHSERS KRITIK AN FREUDS THEORIE IN BEZUG AUF GESCHLECHTSUNTERSCHIEDE
4. GESCHLECHTSUNTERSCHIEDE NACH PRENGEL, GOFFMAN UND BOURDIEU
4.1 PRENGEL: DIE VERSCHIEDENHEIT DER GESCHLECHTER
4.1.1 WEIBLICHKEIT NACH PRENGEL
4.1.2 WEIBLICHKEIT UND IDEALISIERUNG DER FRAU
4.1.3 ÜBERLEGUNGEN ZUR GLEICHHEIT IM BILDUNGSSYSTEM
4.2 GESCHLECHTSUNTERSCHIEDE NACH GOFFMAN
4.2.1 GESCHLECHTSKLASSE UND GESCHLECHTSIDENTITÄT
4.2.2 SEXUALITÄT DER GESCHLECHTER
4.2.3 ETIKETTIERUNG MÄNNLICH–WEIBLICH
4.2.4 GESCHLECHTER BEI BERUFSAUSWAHL UND IN DER WERBUNG
4.2.5 ILLUSION DER VEREHRUNG DER FRAUEN
4.3 GESCHLECHTER NACH BOURDIEU
4.3.1 EIGENSCHAFTEN VON MÄNNERN UND FRAUEN
4.3.2 DER KÖRPER DER GESCHLECHTER
4.3.3 SANFTE GEWALT UND UNSICHTBARE HERRSCHAFT NACH BOURDIEU
5. SOZIALE SCHLIEßUNG UND RESSOURCEN DER FRAUEN
5.1 „SOZIALE“ SCHLIEßUNG DER FRAUEN
5.2 RESSOURCEN DER AUSGESCHLOSSENEN NACH CYBA
6. HUMOR DER GESCHLECHTER
6.1 FRAUENHUMOR VS. MÄNNERHUMOR
6.2 SEXUELLER HUMOR
6.3 NICHTTENDENZIÖSER HUMOR
7. DIE WELT DER MÄDCHEN VS. DIE WELT DER JUNGEN
7.1 KOMMUNIKATION DER GESCHLECHTER IM KINDESALTER
7.2 KINDERSPIELE UND GESCHLECHTSUNTERSCHIEDE
8. FRAUEN ALS OPFER ODER (MIT)TÄTER?
8.1 FRAUEN NACH HAUG
8.2 KRITIK DER ENTWICKLUNGSSTADIEN KOHLBERGS
8.3 DIE WEIBLICHE „ICH-KANN-NICHT“-HALTUNG NACH EMME
8.4 DIE MITTÄTERSCHAFT DER FRAUEN NACH THÜRMER-ROHR
9. FAZIT
Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Phänomen der Geschlechtsunterschiede und analysiert, wie Männlichkeit und Weiblichkeit gesellschaftlich konstruiert sowie durch soziale Prozesse, Machtverhältnisse und traditionelle Rollenbilder reproduziert werden, um ein ganzheitliches Verständnis der Geschlechterverhältnisse zu fördern.
1.1 Typisch weiblich, typisch männlich
In unserer Gesellschaft werden das Weibliche und Männliche als Gegenpole gesehen; dennoch können beide Pole in jedem Menschen gefunden werden; die Sonne und der Mond, Yin und Yang, weich und hart, aktiv und passiv sind Gegensätze. Manchmal werden die Begriffe Weiblichkeit und Männlichkeit auch bewusst als Kontroversen dargestellt (vgl. Brownmiller 1984, S. 10). Hierbei erfolgt die Zuordnung der Attribute zu den Geschlechtern stets nach demselben Schema, welches bereits seit Jahrhunderten existiert. Der Mann gilt als Krönung der Schöpfung, während sich die Frau ständiger Veränderung unterziehen muss, um den Ansprüchen der Gesellschaft gerecht zu werden.
„Die Auffassung vom Geschlechterverhältnis erfolgt(e) nach dem Muster von Gegenbildern: Da erscheint (zunächst) der Mann als Sieger, die Frau als Besiegte, der Mann als Täter, die Frau als Opfer oder (in zeitlicher Folge) der Mann als Zerstörer, die Frau als Retterin, als die andere und damit als positive Identifikationsfigur, die das unattraktive Bild der schwachen Frau ablösen kann.“ (Wildt 1990, S. 49)
In Konsequenz müssen sich Frauen laut Brownmiller stets auf kleine und große Kompromisse einlassen können: „Eine Frau muß kein allzu großes Vorstellungsvermögen besitzen, um zu begreifen, daß das Prinzip Weiblichkeit eine einzige Ansammlung großer und kleiner Kompromisse ist, auf die sie sich einlassen muß, um eine erfolgreiche Frau zu sein.“ (Ebd., S. 10)
1. WAHRE WEIBLICHKEIT VS. WAHRE MÄNNLICHKEIT: Untersucht die gesellschaftliche Konstruktion der Gegenpole von Männlichkeit und Weiblichkeit sowie die damit verbundenen Anforderungen an das weibliche Verhalten.
2. GENDER: Analysiert die Konstruktion des Geschlechts durch soziale Prozesse, die Rolle der Identität und das Konzept des Gendermainstreamings.
3. SIGMUND FREUDS PSYCHOLOGIE DER WEIBLICHKEIT UND DEREN KRITIK: Erläutert Freuds psychoanalytische Perspektive auf die psychosexuelle Entwicklung und stellt diese der Kritik von Rohde-Dachser gegenüber.
4. GESCHLECHTSUNTERSCHIEDE NACH PRENGEL, GOFFMAN UND BOURDIEU: Untersucht die Theorien von Prengel zur Verschiedenheit, Goffman zur Interaktionsordnung und Bourdieu zur symbolischen Herrschaft.
5. SOZIALE SCHLIEßUNG UND RESSOURCEN DER FRAUEN: Beleuchtet Mechanismen der sozialen Schließung und die Bedeutung von Organisation und Ressourcen für betroffene Gruppen.
6. HUMOR DER GESCHLECHTER: Untersucht, wie Humor zur Stabilisierung von Rollen oder zur Unterlaufen gesellschaftlicher Erwartungen durch Männer und Frauen eingesetzt wird.
7. DIE WELT DER MÄDCHEN VS. DIE WELT DER JUNGEN: Analysiert Kommunikationsstile und Kinderspiele als Vorbereitung auf die gesellschaftliche Geschlechterordnung.
8. FRAUEN ALS OPFER ODER (MIT)TÄTER?: Diskutiert die Ambivalenz von Frauen in ihrer Unterdrückung, insbesondere durch die Haltung der „Mittäterschaft“ und die Kritik an bisherigen Entwicklungsmodellen.
9. FAZIT: Führt die zentralen Argumente der Arbeit zusammen und betont die Bedeutung von Sozialisationsprozessen für die Konstruktion von Geschlechtsunterschieden.
Geschlechterforschung, Männlichkeit, Weiblichkeit, Gender, soziale Konstruktion, Machtverhältnisse, symbolische Gewalt, Sozialisation, Identität, Soziale Schließung, Geschlechterrolle, Patriarchat, Feminismus, Arbeitsteilung, Mittäterschaft
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Geschlechtsunterschiede und analysiert die theoretischen Perspektiven darauf, wie diese im gesellschaftlichen Diskurs konstruiert und durch soziale Prozesse aufrechterhalten werden.
Die Arbeit behandelt Themen wie die theoretischen Grundlagen von Männlichkeit und Weiblichkeit, die Konstruktion von Geschlecht durch Sozialisation, Machtstrukturen, das soziale Verhalten in Alltagssituationen wie Humor und Spielen sowie die Rolle von Frauen in ihrer eigenen Unterdrückung.
Das Ziel ist es, einen Einblick in unterschiedliche theoretische Überlegungen zu geben, um ein holistisches Bild der Geschlechterunterschiede zu zeichnen und zu verstehen, wie soziale Mechanismen zur Ungleichheit beitragen.
Die Autorin nutzt soziologische und pädagogische Ansätze. Besonders die Theorien von Prengel, Goffman, Bourdieu, Freud, Haug und Thürmer-Rohr werden erläutert, um die verschiedenen Perspektiven auf Geschlechterverhältnisse miteinander in Beziehung zu setzen.
Im Hauptteil werden zentrale Konzepte der Geschlechterforschung sowie die Rollen von Männern und Frauen in sozialen Bereichen wie der Küche, beim Humor und in Kinderspielen sowie die kritische Reflexion der "Opfer-Täter"-Dynamik bei Frauen untersucht.
Die Arbeit ist geprägt von Begriffen wie Gender, symbolische Gewalt, soziale Schließung, doing gender, Geschlechterdichotomie, Mittäterschaft und Patriarchat.
Humor dient laut der Analyse häufig dazu, bestehende Rollenbilder zu stabilisieren (Männer) oder zu hinterfragen (Frauen). Er wird oft als Mittel der Machtausübung in einer männerdominierten Gesellschaft identifiziert.
Die Haltung wird als eine Art "Gezähmtheit" oder Mittäterschaft gedeutet, bei der Frauen durch Verzicht auf Möglichkeiten und die mystifizierte Sichtweise auf eigene Fähigkeiten dazu beitragen, bestehende Verbote der Männergesellschaft zu internalisieren.
Die Küche dient als Fallbeispiel, da Kochen für Frauen oft als alltägliche Verpflichtung wahrgenommen wird, während Männer diese Tätigkeit zur Selbstdarstellung und Genuss nutzen, was eine ungleiche Machtverteilung widerspiegelt.
Die Arbeit plädiert für eine Abkehr von der reinen Opferperspektive hin zu einer komplexeren Betrachtung, in der Frauen als aktiv handelnde Personen die Verantwortung für ihr Handeln übernehmen und die Strukturen der Unterdrückung hinterfragen.
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