Masterarbeit, 2019
83 Seiten, Note: 1,3
1 Einführung
1.1 Relevanz der Arbeit
1.2 Literaturrecherche
2 Anatomie & Biomechanik
2.1 Lokale Stabilisatoren
2.1.1 Mm. Longus colli und capitis
2.1.2 M. multifidus
2.1.3 Kurze Nackenextensoren
2.2 Globale Stabilisatoren und Mobilisatoren
2.2.1 Oberflächliche Extensoren
2.2.2 M. trapezius pars descendens und M. levator scapulae
2.2.3 Oberflächliche Flexoren
3 Trainierbarkeit der Hals- und Nackenmuskulatur
3.1 Zusammenfassung zur Trainierbarkeit
4 Gehirnerschütterungen
4.1 Definition
4.2 Entstehungsursache
4.3 Symptome und Folgen
4.4 Epidemiologie im organisierten Sport
4.5 Präventionsprogramme im organisierten Sport
5 Der Einfluss der Hals- und Nackenmuskulatur auf die Kopfbeschleunigung
5.1 Studien zum Einfluss isometrischer Maximalkraft auf die Kopfbeschleunigung
5.2 Studien zum Einfluss von durch Training gesteigerter isometrischer Maximalkraft auf die Kopfbeschleunigung
5.3 Studien zum Zusammenhang zwischen der isometrischen Maximalkraft der Hals- und Nackenmuskulatur und Gehirnerschütterungen
5.4 Zusammenfassung und Diskussion der Studien
6 Häufige Verletzungen des Hals- und Nackenbereichs bei Athleten
6.1 Studien zum Zusammenhang der Hals- und Nackenmuskulatur und Verletzungen des Hals- und Nackenbereichs
7 Therapeutische Maßnahmen
7.1 Hals- und Nackenschmerzen bei Athleten
7.2 Körperhaltung
8 Sportspezifisches Training der Hals- und Nackenmuskulatur
8.1 Vorteile beim Sport
8.2 Prinzipien
8.2.1 Ziele
8.2.2 Sportspezifität
8.2.3 Sicherheit
8.2.4 Zeitpunkt und Einbettung
8.2.5 Hypertrophiespezifisches Training
8.2.6 Ballistisches Training
9 Übungen für die Hals- und Nackenmuskulatur
9.1 Dynamische Aufrollbewegungen
9.1.1 liegende Aufrollbewegungen
9.1.2 Aufrollbewegungen sitzend oder stehend
9.1.3 Aufrollbewegungen an der Wand
9.2 isometrische Halteübungen
9.3 Rotationsübungen
Diese Masterarbeit untersucht, inwiefern ein gezieltes Training der Hals- und Nackenmuskulatur (HNM) als verletzungsprophylaktische Maßnahme im Sport dienen kann, um die Kopfbeschleunigung bei mechanischen Einwirkungen zu reduzieren und das Risiko für Gehirnerschütterungen zu senken.
1.1 Relevanz der Arbeit
Die wissenschaftliche Relevanz wird insbesondere aus verletzungsprophylaktischer Sicht deutlich. Die Kopfschutzfrage im Sport erlangte durch neuere Erkenntnisse zu durch Gehirnerschütterungen verursachten Langzeitschäden des Gehirns in den letzten Jahren immer größere Aufmerksamkeit. Dies zeigt auch die Anzahl wissenschaftlicher Veröffentlichungen zu Gehirnerschütterungen. Lag die Publikationsrate bei PubMed 2011 noch bei 300 Publikationen, ist diese stetig auf bis zu 1142 Publikationen im Jahr 2018 gewachsen.
An Fußballern konnte gezeigt werden, dass Kopfbälle zu Schädel-Hirn-Traumata, auch als Gehirnerschütterung bekannt, führen können. Darüber hinaus zeigten sich bei Fußballern, die regelmäßige Kopfbälle im Rahmen ihres Sports durchführen, abnormale Veränderungen im Gehirn (Lipton et al., 2013). Als Folge möglicher Gesundheitsrisiken durch Kopfbälle hat der amerikanische Fußballverband 2015 Kopfballmanöver für Kinder unter elf Jahren verboten.
Darüber hinaus werden neben Verboten verschiedene Ansätze getestet um die Gefahr von Kopfbällen im Fußball zu verringern. Zu ihnen zählen zum Beispiel der Einsatz von speziellen Stirnbändern (McGuine et al., 2019) aber auch die Anwendung von spezifischem Hals- und Nackentraining (Hrysomallis 2016). In Sportarten wie American Football, bei denen Tackles als notwendiges Mittel für den Spielentscheid eingesetzt werden, wurde auf die Gefahr von Verletzungen des Kopfes im Football mit der Einführung von Helmen reagiert. Auch Regeländerungen wurden vorgenommen um Verletzungen an der Halswirbelsäule (HWS) zu verringern. Dennoch bleibt aufgrund der spezifischen Manöver beim Football ein Restrisiko für Verletzungen der HWS und des Gehirns, da die auftretenden Kopfbeschleunigungen von Helmen nicht abgefangen werden kann.
1 Einführung: Diese Einleitung erläutert die Zielsetzung der Arbeit, den Fokus auf den organisierten Sport und die Relevanz der Verletzungsprophylaxe für Hals- und Nackenbereich.
2 Anatomie & Biomechanik: Hier werden die anatomischen Strukturen der Halswirbelsäule sowie die funktionelle Unterteilung der Nackenmuskulatur in Stabilisatoren und Mobilisatoren beschrieben.
3 Trainierbarkeit der Hals- und Nackenmuskulatur: Dieses Kapitel analysiert verschiedene Widerstandstrainingsmethoden und deren Effekte auf die Hypertrophie und Kraft der HNM bei Athleten und Nichtathleten.
4 Gehirnerschütterungen: Es folgt eine Definition des Begriffs der Gehirnerschütterung, die Analyse der Entstehungsursachen durch biomechanische Kräfte sowie ein Überblick über die Epidemiologie.
5 Der Einfluss der Hals- und Nackenmuskulatur auf die Kopfbeschleunigung: Dieser Abschnitt untersucht den Zusammenhang zwischen der Maximalkraft der HNM und der Reduktion von Kopfbeschleunigungen bei Stößen oder Kopfbällen.
6 Häufige Verletzungen des Hals- und Nackenbereichs bei Athleten: Hier werden typische Verletzungsbilder wie der "Stinger" oder Bandscheibenvorfälle im Kontext sportlicher Belastungen beleuchtet.
7 Therapeutische Maßnahmen: Das Kapitel behandelt Ansätze zur Linderung von Nackenschmerzen und zur Korrektur von Haltungsschwächen bei Athleten.
8 Sportspezifisches Training der Hals- und Nackenmuskulatur: Hier werden Prinzipien für ein zielgerichtetes, sportspezifisches Training abgeleitet, unter Berücksichtigung von Sicherheit und Belastungssteuerung.
9 Übungen für die Hals- und Nackenmuskulatur: Dieses Kapitel präsentiert konkrete Übungsformen, unterteilt in dynamische, isometrische und rotatorische Bewegungen zur Kräftigung der HNM.
Hals- und Nackenmuskulatur, Gehirnerschütterung, Kopfbeschleunigung, Krafttraining, Verletzungsprophylaxe, isometrische Maximalkraft, Sportbiomechanik, HWS-Stabilität, Nackentraining, Sportmedizin.
Die Arbeit untersucht, inwiefern ein gezieltes Training der Hals- und Nackenmuskulatur Athleten in verschiedenen Sportarten schützen kann, insbesondere im Hinblick auf das Risiko von Gehirnerschütterungen.
Zentral sind die Anatomie und Biomechanik, die wissenschaftliche Evidenz zur Trainierbarkeit der HNM, die Epidemiologie von Kopfverletzungen sowie die Erstellung sportspezifischer Trainingsprotokolle.
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie ein verletzungsprophylaktisches Training gestaltet sein muss, um die Kopfbeschleunigung bei mechanischen Einwirkungen effektiv zu mindern.
Die Autorin stützt sich auf eine tiefgehende Literaturrecherche und die systematische Analyse von randomisierten Kontrollstudien und Kohortenfeldstudien, die in Tabellen zusammengefasst werden.
Der Hauptteil analysiert den Zusammenhang zwischen isometrischer Maximalkraft und Kopfbeschleunigung, diskutiert Verletzungsbilder und leitet Trainingsprinzipien für verschiedene Sportarten ab.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Gehirnerschütterung, Nackenmuskulatur, Krafttraining, Kopfbeschleunigung und Verletzungsprophylaxe charakterisiert.
Die Belastung variiert stark: Während im Fußball primär Kopfbälle und Zusammenstöße die HNM fordern, sind es im Rugby vor allem Tacklings und Gedrängesituationen (Scrum), die enorme Kräfte auf die Halswirbelsäule ausüben.
Studien deuten darauf hin, dass die Fähigkeit, die Muskulatur antizipatorisch anzuspannen, die Steifheit des Kopf-Hals-Segments erhöht und somit die Beschleunigungskräfte, die auf das Gehirn einwirken, deutlich reduzieren kann.
Die Forschung legt nahe, dass Athleten mit trainierter HNM sich subjektiv sicherer fühlen und dadurch risikoreichere Verhaltensweisen zeigen könnten, was den präventiven Effekt teilweise neutralisieren könnte.
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