Masterarbeit, 2020
94 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Theoretische Einordung
2.1 Koalitionstheorien in der Politikwissenschaft
2.1.1 Koalitionstheorien in der Politikwissenschaft: Office‐Seeking
2.1.2 Koalitionstheorien in der Politikwissenschaft: Policy‐Seeking
2.2 Zweidimensionale Parteiensysteme und GAL‐TAN
2.2.1 Parteiensysteme
2.2.2 GAL‐TAN
2.3 Voting‐Advice‐Application‐Forschung
2.4 Annahmen
3. Operationalisierung
3.1 Forschungsdesign
3.2 Vermessung von Parteiensystemen auf Basis des Duisburger‐Wahl‐Index
3.3 Berechnung von Policy‐Distanzen
3.4 Der Wahl‐O‐Mat
4. Analyse der drei Landtagswahlen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen
4.1 Ergebnisse der Landtagswahlen
4.1.1 Ergebnis der Landtagswahl 2019 in Brandenburg
4.1.2 Ergebnis der Landtagswahl 2019 in Sachsen
4.1.3 Ergebnis der Landtagswahl 2019 in Thüringen
4.2 Vorhersagen der Office‐Seeking‐Theorien in Brandenburg, Sachsen und Thüringen
4.2.1 Vorhersagen der Office‐Seeking‐Theorien in Brandenburg
4.2.2 Vorhersagen der Office‐Seeking‐Theorien in Sachsen
4.2.3 Vorhersagen der Office‐Seeking‐Theorien in Thüringen
4.3 Die Parteien im zweidimensionalen GAL‐TAN‐Parteiensystem
4.3.1 Die Parteien im zweidimensionalen GAL‐TAN‐Parteiensystem in Brandenburg
4.3.2 Die Parteien im zweidimensionalen GAL‐TAN‐Parteiensystem in Sachsen
4.3.3 Die Parteien im zweidimensionalen GAL‐TAN‐Parteiensystem in Thüringen
4.4 Überprüfung der Policy‐Seeking‐Theorien
4.4.1 Überprüfung der Policy‐Seeking‐Theorien in Brandenburg
4.4.2 Überprüfung der Policy‐Seeking‐Theorien in Sachsen
4.4.3 Überprüfung der Policy‐Seeking‐Theorien in Thüringen
5. Fazit
Die Arbeit untersucht das Potenzial für eine Koalition zwischen der CDU und der AfD in Brandenburg, Sachsen und Thüringen nach den Landtagswahlen 2019, indem sie Parteiensysteme, inhaltliche Positionen mittels des Wahl-O-Mat und gängige Koalitionstheorien miteinander vergleicht, um zu prüfen, ob die AfD als „natürlicher“ Koalitionspartner fungiert.
2.1.2 Koalitionstheorien in der Politikwissenschaft: Policy-Seeking
Die größte Schwachstelle der Office-Seeking-Theorien ist aber, dass sie lediglich davon ausgehen, dass Parteien nach Ämtern streben. Parteien regieren aber auch, um in der Exekutive Inhalte durchzusetzen und das Land nach ihren Wünschen und Vorstellungen zu gestalten. Dieser Wunsch, auch Inhalte durchzusetzen, wird als Policy-Seeking-Ansatz beschrieben, der auf den bisher rein numerisch gedachten Theorien basiert. Die grundlegenden Autoren für diesen Ansatz sind De Swaan (1973) und Axelrod (1970), welche die Office-Seeking-Theorien wegen ihrer Blindheit für Inhalte kritisierten (Jun 1994: 38). Innerhalb dieses Ansatzes gibt es unterschiedliche Theorierichtungen, die unterschiedliche Befürworter haben und im Folgenden vorgestellt werden. Generell lässt sich festhalten, dass nach De Swaan (1973) inhaltliche Koalitionstheorien aus einer Kombination der folgenden Bedingungen bestehen (Müller 2004: 274):
Die Koalition besitzt die absolute Mehrheit.
Es gibt innerhalb der Koalition keine Partei, die für die Mehrheitsbildung nicht notwendig wäre.
Es wird eine minimale Mehrheit angestrebt.
Die Koalition besteht aus Parteien, die auf einer Politikskala benachbart sind.
Die ideologische Distanz zwischen den Parteien ist möglichst gering.
Anhand dieser Grundpfeiler kann man die Zugehörigkeit zu den zuvor vorgestellten Office-Seeking-Ansätzen erkennen, die nun um eine inhaltliche Dimension erweitert werden. Dabei wird im Folgenden sichtbar werden, dass sich die Koalitionstheorien – auch hier lässt sich wieder das Merkmal der abnehmenden Abstraktion ausfindig machen – dahingehend in ihrer Komplexität gesteigert haben, dass sie anfänglich von einer eindimensionalen politischen Skala ausgegangen sind und später auch mehrdimensionale und metrische Messmethoden berücksichtigt haben.
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Landtagswahlen 2019 in Ostdeutschland vor und formuliert die Forschungsfrage, ob die AfD ein natürlicher Koalitionspartner der CDU ist.
2. Theoretische Einordung: In diesem Kapitel werden Koalitionstheorien (Office-Seeking und Policy-Seeking), Parteiensystemforschung sowie das GAL-TAN-Modell und die Forschung zu Wahlhilfe-Tools theoretisch fundiert.
3. Operationalisierung: Hier wird das Forschungsdesign beschrieben, insbesondere die Anwendung des Duisburger-Wahl-Index und die mathematische Berechnung der Policy-Distanzen basierend auf Wahl-O-Mat-Daten.
4. Analyse der drei Landtagswahlen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen: Dieses Kapitel präsentiert die Wahlergebnisse, wendet die theoretischen Modelle auf die Bundesländer an und visualisiert die Parteienpositionen in einem zweidimensionalen Raum.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die AfD in Sachsen und Thüringen inhaltlich ein natürlicher Partner der CDU ist, in Brandenburg hingegen nicht.
AfD, CDU, Koalitionstheorien, Landtagswahlen 2019, Policy-Seeking, Office-Seeking, Wahl-O-Mat, GAL-TAN, Parteiensysteme, Ostdeutschland, Brandenburg, Sachsen, Thüringen, Policy-Distanz, Regierungsbildung.
Die Arbeit untersucht, ob die AfD nach den Landtagswahlen 2019 in Brandenburg, Sachsen und Thüringen aufgrund inhaltlicher Übereinstimmungen als „natürlicher“ Koalitionspartner für die CDU angesehen werden kann.
Die zentralen Felder sind die Analyse von Koalitionstheorien, die Vermessung von Parteiensystemen mittels der sozio-ökonomischen Achse und der GAL-TAN-Achse sowie die empirische Untersuchung von Wahl-O-Mat-Daten.
Die zentrale Frage lautet: Ist die AfD der natürliche Koalitionspartner der CDU zur Landtagswahl 2019 in Brandenburg, Sachsen und Thüringen?
Es wird ein modifizierter Duisburger-Wahl-Index genutzt, um Parteien in einem zweidimensionalen Koordinatensystem zu verorten, ergänzt durch die Berechnung von Policy-Distanzen basierend auf den Wahl-O-Mat-Antworten der Parteien.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Basis, die methodische Operationalisierung und die konkrete empirische Analyse der drei Bundesländer unter Einbeziehung von Office- und Policy-Seeking-Theorien.
Wichtige Schlüsselbegriffe sind Koalitionstheorien, Landtagswahlen, Parteiensysteme, Policy-Seeking, AfD und CDU.
In Brandenburg ist die CDU mittiger positioniert, wodurch sie eher anderen Parteien als der AfD nahesteht; eine Koalition mit der AfD ist hier inhaltlich und rechnerisch nicht als "natürliche" Konsequenz vorhergesagt.
In diesen beiden Bundesländern zeigt die Datenanalyse eine hohe inhaltliche Nähe zwischen CDU und AfD, weshalb die AfD hier auf Basis der angewandten Theorien als inhaltlich natürlicher Partner der CDU identifiziert wird.
Der Wahl-O-Mat bietet eine hohe Vergleichbarkeit, da alle antretenden Parteien zu exakt denselben 38 Thesen Stellung beziehen, was eine systematische quantitative Analyse ermöglicht.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

