Bachelorarbeit, 2019
47 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung und Forschungsstand
2. Definition Lesesozialisation
3. Die Wichtigkeit des Lesens
4. Modelle der Lesesozialisation bzw. Lesekompetenz
4.1. Mehrebenenmodell des Lesens nach Rosenbrock und Nix
4.2. Die Mehrebenen - Erklärungsstruktur nach Esser
4.3. Lesesozialisation: Ein Mehr-Ebenen-Modell
5. Wert des Lesens in der Familie aus Sicht der Gesellschaft
6. Migration und Integration deutscher Spätaussiedler*innen
6.1. Mehrsprachigkeit mit Migrationshintergrund
6.2. Deutscher Vater , russische Mutter
7. Schriftliche Ausarbeitung der eigenen Lesesozialisation
8. Familiengeschichte und Leseverhalten der Familien
8.1. Frühe Kindheit und primäre literarische Initiation
8.2. Lesekindheit und Schulbeginn
8.3. Buchlesekrise in der Pubertät
8.4. Literarische Sozialisation
8.5. Erwachsenenleser
9. Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht den Einfluss der Lesesozialisation auf Kinder mit Migrationshintergrund, wobei ein besonderer Fokus auf der biographischen Aufarbeitung der Autorin und dem Vergleich mit theoretischen Modellen liegt. Zentral ist die Forschungsfrage, wie sich ein Migrationshintergrund, insbesondere bei Russlanddeutschen, und eine zweisprachige Erziehung auf das spätere Leseverhalten und literarische Interesse auswirken.
8.2. Lesekindheit und Schulbeginn
Für mich begann die Einschulung mit dem Besuch der Vorschule in Berlin im Alter von sechs Jahren. Schon dort wurden erste schulische Fähigkeiten gefördert, wie beispielsweise das Rechnen. Bereits damals war ich in der Lage zu lesen, allerdings noch nicht sehr geübt darin. Ich konnte still für mich lesen, wurde lautes und kontrolliertes Vorlesen gefordert, stellte mich dies vor erhebliche Schwierigkeiten. Besonders gut erinnere ich ein Erlebnis aus dem Mathematikunterricht. Alle Kinder mussten ihre Übungsblätter mit Namen beschriften und abgeben, ich aber ging immer zur Lehrerin hin und bat sie, meinen Namen auf das Blatt zu schreiben, denn aus irgendeinem Grund hatte ich Probleme meinen eigenen Namen zu schreiben. Eines Tages riss meiner Lehrerin der Geduldsfaden und sie sagte, ich dürfe erst aufstehen, wenn ich meinen Namen auf ein separates Blatt Papier aufgeschrieben hätte. Fast den ganzen Vormittag saß ich da, bis ich mich traute zu schreiben.
1. Einleitung und Forschungsstand: Die Einleitung verortet das Thema Lesesozialisation und stellt die Forschungsfrage nach dem Einfluss eines Migrationshintergrunds auf das Leseverhalten.
2. Definition Lesesozialisation: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Lesesozialisation und grenzt ihn von verwandten Konzepten wie der literarischen Sozialisation ab.
3. Die Wichtigkeit des Lesens: Hier wird die Rolle des Lesens als grundlegende Schlüsselkompetenz für die gesellschaftliche Teilhabe und persönliche Entwicklung erläutert.
4. Modelle der Lesesozialisation bzw. Lesekompetenz: Es werden zentrale wissenschaftliche Modelle vorgestellt, die den Prozess des Lesenlernen und der Kompetenzentwicklung erklären.
5. Wert des Lesens in der Familie aus Sicht der Gesellschaft: Dieses Kapitel beleuchtet gesellschaftliche Ansichten zum Stellenwert des Vorlesens und des Leseklimas in der Familie.
6. Migration und Integration deutscher Spätaussiedler*innen: Der Fokus liegt hier auf dem spezifischen Kontext russlanddeutscher Familien und deren Spracherwerb.
7. Schriftliche Ausarbeitung der eigenen Lesesozialisation: Die Autorin legt ihr methodisches Vorgehen für die autobiographische Analyse dar.
8. Familiengeschichte und Leseverhalten der Familien: In diesem umfangreichen Hauptteil analysiert die Autorin ihre eigene Kindheit, Schulzeit und Leseentwicklung.
9. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer bewussten Leseförderung in zweisprachigen Familien.
Lesesozialisation, Lesekompetenz, Migration, Russlanddeutsche, Mehrsprachigkeit, Familie, Leseverhalten, Vorbildfunktion, Leseförderung, Leseautobiographie, Spracherwerb, Erstsprache, Zweitsprache, Bildungserfolg, Literarische Sozialisation
Die Bachelorarbeit befasst sich mit dem Prozess der Lesesozialisation und analysiert, welchen Einfluss ein Migrationshintergrund, insbesondere bei Kindern russlanddeutscher Einwanderer, auf das Leseverhalten hat.
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Lesesozialisation, die Bedeutung des familiären Umfelds, die Auswirkungen von Mehrsprachigkeit auf den Leseerwerb sowie die biographische Aufarbeitung der eigenen Leseentwicklung der Autorin.
Das primäre Ziel ist es zu untersuchen, inwieweit der Migrationshintergrund das Lesenlernen und das spätere literarische Interesse beeinflusst und welche Rolle dabei die zweisprachige Erziehung in russlanddeutschen Familien spielt.
Die Autorin kombiniert eine theoretische Fundierung durch einschlägige Fachliteratur und Modelle der Lesesozialisationsforschung mit einer explorativen Leseautobiographie, in der sie ihre eigene Biographie wissenschaftlich reflektiert.
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Mehrebenen-Modellen die eigene Familiengeschichte, die Erfahrungen der Autorin in der frühen Kindheit, die Schulzeit sowie die Krise der Pubertät und die Entwicklung zur erwachsenen Leserin detailliert dargestellt.
Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Lesesozialisation, Russlanddeutsche, Mehrsprachigkeit, familiäres Leseklima, Lesekompetenz und Leseautobiographie charakterisiert.
Die Mutter wird als eine der zentralen Figuren und als das bedeutendste Lesevorbild im Alltag des Kindes identifiziert, das durch Vorlesen und Interaktion maßgeblich das Interesse an Sprache und Büchern prägt.
Die Autorin stellt fest, dass sich Modelle der Lesesozialisationsforschung nicht immer eins-zu-eins auf ihr individuelles Leben übertragen lassen, da die Entwicklung von einer Vielzahl unkalkulierbarer Variablen abhängt.
Eine bewusste Lesesozialisation in deutscher Sprache kann laut Autorin die Integration in die deutsche Bildungsgesellschaft wesentlich erleichtern, ohne dass die Muttersprache oder die Kultur der alten Heimat aufgegeben werden muss.
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