Masterarbeit, 2016
88 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Die Bedeutung des Demografischen Wandels für die Gesellschaft – Diagnosen und Maßnahmen
2.1 Grundlagen und Zukunftstendenzen
2.2 Auswirkungen auf Arbeitsmarkt und Beschäftigung
3 Betriebsräte
3.1 Die Rolle des Betriebsrats für Unternehmen und Belegschaft
3.2 Die Beziehungen des Betriebsrats
3.2.1 Das Verhältnis Betriebsrat-Management
3.2.2 Betriebsrat und Belegschaft
3.2.3 Betriebsräte und Gewerkschaften
4 Wissens- und Erfahrungstransfer
4.1 Der Prozess des Wissenstransfers
4.2 Wissenstransfer im Betriebsrat
4.3 Intergenerative Zusammenarbeit –Vorteile und Nutzen für Unternehmen und Belegschaft
4.3.1 Altersgemischte Teams
4.3.2 Mentoring
5 Empirische Untersuchung
5.1 Erhebungs- und Auswahlverfahren der Daten
5.1.1 Experteninterviews mit Gewerkschaftssekretären
5.1.2 Offene Leitfadeninterviews mit Betriebsräten
5.2 Qualitative Inhaltsanalyse als Methode zur Auswertung und Analyse der Forschungsergebnisse
5.3 Auswertung der erhobenen Daten
6 Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht das Generationenproblem innerhalb von Thüringer Betriebsräten, insbesondere im Hinblick auf den Wissenstransfer zwischen älteren und jüngeren Betriebsratsmitgliedern und die damit verbundenen Herausforderungen durch den demografischen Wandel.
4.2 Wissenstransfer im Betriebsrat
Die Relevanz, den Betriebsrat bezüglich des Wissenstransfers speziell ins Blickfeld zu nehmen, ergibt sich, wie bereits angedeutet, daraus, dass die Mitgliedschaft in einem Betriebsratsgremium, anders als in übrigen Arbeitsorganisationen, einer demokratischen Wahl unterliegt. Der Wissenstransfer ist hierbei von besonderer Wichtigkeit, da „ein Großteil des Wissens dort in einigen, wenigen Köpfen versammelt ist, die schon mehrere Wahlperioden im Gremium sind“ (Wilkesmann/ Virgillito 2014: 139). In diesem Fall muss gesondert sichergestellt werden, dass das Wissen von möglicherweise ausscheidenden oder austretenden Mitgliedern im Gremium aufrechterhalten bleibt. Neben dem Wissenstransfer über Weiterbildungen und Schulungsangebote spielt aber auch „organisationsinternes Wissen“ (ebd.) ein äußerst wichtige Rolle, was ausschließlich über einen betriebs- bzw. organisationsinternen Transfer von Wissen weitergegeben und damit sichergestellt werden kann.
Bedingt durch den demografischen Wandel wird diesbezüglich die Wissensweitergabe innerhalb des Gremiums zunehmend relevanter und soll hier im Fokus stehen. Sollte es nämlich nicht zu einem Wissenstransfer zwischen den Betriebsratsgenerationen kommen, besteht die Gefahr, dass das betriebsinterne, spezialisierte Erfahrungs- bzw. Expertenwissen der ausscheidenden Betriebsräte verloren geht und nur das reine Faktenwissen, was ohnehin durch Weiterbildungen vermittelt werden kann, erhalten bleibt (Vgl. ebd.: 139f./ Bertermann et al. 2013: 4).
Wilkesmann und Virgillito (2014: 140) führen zudem die Vermutung an, dass die Komponente „Macht“ für den Wissenstransfer im Betriebsrat eine fundamentale Rolle spielt. Damit ist konkret gemeint, dass „Wissen als Machtbasis“ (ebd.) für das Gelingen eines Wissenstransfers größtenteils bei Seite geschoben werden muss, indem die Erfolge und Vorteile für das gesamte Gremium stets über den persönlichen stehen. Grundlage dafür ist ein allgemeines Vertrauen, welches etwa der Vorsitzende auch auf die Handlungsfähigkeit der übrigen Mitglieder im Betriebsrat übertragen sollte, anstatt sich die Handlungsmacht oder die über den Besitz von Informationen einverleiben zu wollen.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den demografischen Wandel als Treiber für die Notwendigkeit von Wissenstransfer in Betriebsräten.
2 Die Bedeutung des Demografischen Wandels für die Gesellschaft – Diagnosen und Maßnahmen: Dieses Kapitel erläutert die demografischen Entwicklungen und deren Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt.
3 Betriebsräte: Hier werden die Rolle des Betriebsrats sowie seine Beziehungen zu Management, Belegschaft und Gewerkschaften analysiert.
4 Wissens- und Erfahrungstransfer: Das Kapitel widmet sich theoretischen Grundlagen sowie Methoden des Wissenstransfers im Organisationskontext.
5 Empirische Untersuchung: Die methodische Vorgehensweise und die Auswertung der Experten- und Leitfadeninterviews werden hier detailliert dargelegt.
6 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Kernergebnisse zusammen und reflektiert die Erkenntnisse hinsichtlich zukünftiger Herausforderungen.
Betriebsrat, Demografischer Wandel, Wissenstransfer, Erfahrungstransfer, Intergenerative Zusammenarbeit, Betriebsratsarbeit, Nachwuchssicherung, Altersgemischte Teams, Mentoring, Mitbestimmung, Qualitative Inhaltsanalyse, Interessenvertretung, Generationenproblem, Arbeitsmarkt, Betriebsverfassungsgesetz.
Die Masterarbeit befasst sich mit der Problematik des Generationenwechsels in Thüringer Betriebsratsgremien und der Frage, wie Wissen und Erfahrungen effektiv an die nachfolgende Generation weitergegeben werden können.
Die zentralen Felder sind der demografische Wandel, die Organisation der Betriebsratsarbeit, Wissensmanagement-Methoden und die intergenerative Zusammenarbeit.
Ziel ist es, den Stand und die Vorgehensweisen des Wissenstransfers zu diagnostizieren und daraus Handlungsempfehlungen für die Betriebsratsarbeit abzuleiten.
Es werden qualitative Experteninterviews mit Gewerkschaftssekretären und leitfadengestützte Interviews mit Betriebsräten geführt, die mittels Qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet werden.
Der Hauptteil behandelt die theoretische Einbettung von Wissenstransfer, die Rolle von Betriebsräten in dualen Interessenvertretungssystemen und die empirische Analyse der gesammelten Interviews.
Kernbegriffe sind Betriebsrat, Wissenstransfer, Demografischer Wandel und Intergenerative Zusammenarbeit.
Die Gewerkschaften sind zwar in den Betrieben präsent, spielen aber beim spezifischen Prozess der Einarbeitung von Betriebsratsnachfolgern nach Aussage der Betriebsräte eine untergeordnete Rolle.
Insbesondere befristete Arbeitsverträge und ein mangelnder Bekanntheitsgrad in größeren Unternehmen erschweren Kandidaturen für den Betriebsrat.
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