Fachbuch, 2021
68 Seiten
1 Einleitung
2 Status Quo
3 Horizontale und vertikale Geschlechtersegregation
3.1 Horizontale Segregation
3.2 Vertikale Segregation
4 Sichtbare und Unsichtbare Barrieren
4.1 Ebene der Organisation: Im Unternehmen und auf dem Arbeitsmarkt
4.2 Ebene der Gesellschaft und der Person: Verhaltens- und kulturell bedingte Barrieren
5 Erwartungen und Erwartungshaltung
6 Empirischer Teil
6.1 Forschungsansatz und Hypothesen
6.2 Grundlegendes und Design der Befragung
6.3 Durchführung der Befragung
6.4 Ergebnisse
6.5 Darstellung der Ergebnisse und Diskussion
7 Fazit
Fragebogen: Karrierepläne und Erwartungen von Berufseinsteigern
Die Arbeit untersucht, ob junge Frauen und Männer unterschiedliche Erwartungen an ihre berufliche Karriere haben und inwiefern diese Erwartungen mit der Realität auf dem Arbeitsmarkt übereinstimmen. Dabei liegt der Fokus auf der Identifizierung von geschlechtsspezifischen Ungleichbehandlungen und dem Verständnis von Barrieren, um Frustrationen und berufliche Irrwege zu vermeiden.
4.2.2 Informelle Netzwerke und Männerbünde
In Unternehmen bilden sich neben der Organisations- und Führungsstruktur informelle Netzwerke zwischen den Mitarbeiter*innen. Es werden Ratschläge und Informationen ausgetauscht, sowie karriererelevante Kontakte vermittelt. Häufig beruhen solche Netzwerke auf dem Prinzip der Selbstähnlichkeit. Das bedeutet, entscheidend ist die soziale Ähnlichkeit in Bezug auf äußerem Erscheinungsbild, ethnischer Herkunft, Werdegang und Habitus. Unter anderem spielt auch Geschlecht eine entscheidende Rolle. Männerbündisch strukturierte Gemeinschaften, mit gemeinsamen Normen und Zielen, sichern sich ihre Privilegien und männliche Vorherrschaft durch Ausschluss und Abwertung des Andersartigen, sprich, von Frauen oder auch nicht-konformen Männern. Um deutlicher zu werden, die „Old Boys Network“ (Männerbünde) leisten großartige Reproduktionsarbeit. Um ein greifbares Beispiel zu nennen: die Namen, die am häufigsten in den Deutschen Aufsichtsräten vorkommen sind Michael (53), Thomas (36) und Stefan (34). Die häufigsten Vornamen der deutschen Vorstände sind Thomas (30) und Michael (29). Der bzw. die Aufsichtsratsvorsitzende spielt eine Schlüsselfigur in der Rekrutierung des Vorstandsvorsitzenden (zu 97,5 Prozent ein Mann), und in Abstimmung mit eben diesem/dieser dominiert er die Berufung der Vorstände und schlägt in 94 Prozent aller Fälle auch wieder einen Mann vor. In 91 Prozent der Fälle sind diese rekrutierten Männer dem Aufsichtsrat- und Vorstandsvorsitzenden sehr ähnlich – quasi (jüngere) Kopien von sich selbst. So setzt sich der Kreislauf fort.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema geschlechtsspezifischer Karrierechancen ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der unterschiedlichen Erwartungen von Frauen und Männern an ihre Karriere.
2 Status Quo: Das Kapitel beleuchtet die aktuelle Situation der Geschlechterdifferenzen in Bildung und Karriere in Deutschland im europäischen Vergleich.
3 Horizontale und vertikale Geschlechtersegregation: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Ungleichverteilung von Frauen und Männern auf unterschiedliche Berufsfelder sowie auf verschiedene Hierarchieebenen erläutert.
4 Sichtbare und Unsichtbare Barrieren: Dieses Kapitel analysiert verschiedene Hindernisse auf Organisations- sowie gesellschaftlicher Ebene, die den beruflichen Aufstieg von Frauen hemmen.
5 Erwartungen und Erwartungshaltung: Dieser Abschnitt definiert den Begriff der Erwartungshaltung und diskutiert, wie diese durch individuelle, gesellschaftliche und unternehmerische Faktoren beeinflusst wird.
6 Empirischer Teil: Hier wird das Design der eigenen Umfrage unter Berufseinsteigern vorgestellt, die Hypothesen werden formuliert und die Ergebnisse detailliert dargestellt und diskutiert.
7 Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und leitet daraus notwendige Veränderungen für die betriebliche Praxis und gesellschaftliche Strukturen ab.
Karrierechancen, Frauen, Männer, Berufseinstieg, Geschlechtersegregation, Führungspositionen, Glass Ceiling, Erwartungshaltung, Barrieren, Arbeitsmarkt, informelle Netzwerke, Elternzeit, Familienplanung, Geschlechterstereotype, Geschlechtergleichheit
Die Arbeit untersucht, ob es Unterschiede in den Karriere-Erwartungen von jungen Frauen und Männern gibt und inwieweit diese durch geschlechtsspezifische Barrieren beeinflusst werden.
Zu den Kernbereichen gehören die horizontale und vertikale Geschlechtersegregation, Barrieren im Unternehmen und in der Gesellschaft sowie der Einfluss von Erwartungshaltungen auf die Karriere.
Ziel ist es, Ungleichbehandlungen zu identifizieren und zu verstehen, warum Erwartungen und Realität im Berufsleben häufig auseinanderklaffen, um so bei der Vermeidung beruflicher Irrwege zu helfen.
Es wurde eine quantitative Online-Umfrage unter Studenten und akademischen Berufseinsteigern durchgeführt, deren Ergebnisse im Kontext der formulierten Hypothesen diskutiert werden.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil über Barrieren (wie Glass Ceiling oder Männerbünde) und einen umfangreichen empirischen Teil mit der Analyse der Befragungsdaten.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Karrierechancen, Geschlechtersegregation, Führungspositionen, Barrieren und Erwartungshaltung charakterisieren.
Die Ergebnisse zeigen, dass Männer Führung stärker mit dem Begriff "Karriere machen" verbinden, während Frauen bei der beruflichen Weiterentwicklung nicht automatisch Führungspositionen anstreben.
Frauen empfinden Kinder und Arbeitspausen tendenziell eher als karrierehemmend für sich selbst, während Männer häufiger davon ausgehen, dass Kinder für beide Partner oder niemanden karrierehemmend wirken.
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