Masterarbeit, 2018
89 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
1.1 Zur Entwicklung der Militärgeschichte von 1945 bis heute
1.2 Was ist neuere Militärgeschichte?
2. Militärgeschichte als Operationsgeschichte
2.1 Die Militärtaktik im 30-jährigen Krieg
2.1.1 Die Kampftaktik der kaiserlichen Armeen:
2.1.2 Die Kampftaktik der schwedischen Armee
2.2. Die Schlacht bei Rain am Lech 1632 - der Durchbruch in den Süden Bayerns
2.3 Schlacht an der Alten Veste 1632 - das Ende der schwedischen Hegemonie
2.3.1 Ereignisse im Vorfeld des Aufeinandertreffens
2.3.2 Der Schlachtverlauf
2.4 Die Schlacht bei Nördlingen am 5. und 6. September 1643 - die Wende im Süden
2.5 Die Doppelschlacht bei Rheinfelden im Breisgau von 1638
2.5.1 Situation vor der Schlacht
2.5.2 Die erste Schlacht
2.5.3 Die zweite Schlacht
2.5.4 Wertung und Bedeutung der Schlacht
2.6 Die Schlacht bei Freiburg im Breisgau (1644)
2.6.1 Die Vorbereitungen
2.6.2 Die Schlacht
2.7 Die Schlacht bei Alerheim am 3. August 1645
2.7.1 Der Kriegsverlauf vor der Alerheimer Schlacht:
2.7.2 Der Schlachtverlauf von Alerheim
3. Militärgeschichte als Alltags- und Kulturgeschichte
3.1. Auswirkungen des Krieges auf die Rainer Bevölkerung
3.2. Welche Folgen hatte die Schlacht bei Zirndorf für die Zivilbevölkerung vor Ort?
3.3. Die Folgen der Nördlinger Schlacht von 1634 für Stadt und Bevölkerung
3.4. Bevölkerung in Not - die Situation im belagerten Freiburg
3.5 Das Schicksal der Alerheimer
4. Ergebnisse
Die Arbeit untersucht ausgewählte Schlachten des Dreißigjährigen Krieges im süddeutschen Raum mit dem Ziel, diese sowohl aus operativer als auch aus sozial- und kulturgeschichtlicher Perspektive zu beleuchten, um das Verhältnis von Militär und Zivilgesellschaft im 17. Jahrhundert zu ergründen.
2.3 Schlacht an der Alten Veste 1632 - das Ende der schwedischen Hegemonie
Wallenstein entschied sich Sachsen zu bestrafen, und befahl seinem General Holk, mit 10.000 Mann aus Forchheim ins Vogtland einzufallen, das die Südwestspitze von Johann Georgs Territorium bildete. Als Holk dort mit dem systematischen Plündern begann, um den Kurfürsten einzuschüchtern, stieg der Druck auf Gustav Adolf, aus Nürnberg auszubrechen. Die von dem schwedischen Reichskanzler Oxenstierna entsandten Verstärkungen trafen am 27. August ein und mit ihnen verfügte Gustav Adolf über die größte Armee, die er je befehligt hatte: 28.000 Fußsoldaten, 17.000 Reiter und 175 Feldgeschütze. Krankheiten und Holks Verluste hatten Wallensteins Streitmacht auf 31.000 Mann Infanterie und 12.000 Mann Reiterei verkleinert. Dennoch sprach nichts für Gustav Adolf, da Wallenstein sich auf erhöhtem Gelände oberhalb der Rednitz, mehr als sechs Kilometer von Gustav Adolfs Lager entfernt, gut verschanzt hatte. Erschwerend für die Schweden kam hinzu, dass der Fluss Angriffe aus dem Osten verhinderte, während die offeneren Seiten im Süden und Westen am weitesten von Gustav Adolf entfernt lagen und für ihn schwer erreichbar waren. Um seine Flanke nicht entblößen zu müssen, blieb somit nur der Norden, der von ligistischen Einheiten unter Aldringen gehalten wurde. Diese war die allerdings die stärkste und höchste Seite. Die Verschanzungen waren durch Baumverhaue gesichert, ähnlich den Stacheldrahtverhauen des Ersten Weltkriegs, d.h. Bäume wurden gefällt und so behauen, dass lauter zugespitzte Äste auf den Feind zeigten.
Die Burgruine, die der Stellung den Namen gab, die Alte Veste, bot zusätzlichen Rückhalt. Eine Überraschung war unmöglich. Gustav Adolfs Absichten waren klar, sobald er Fürth eingenommen hatte, um in der Nacht vom 1. auf den 2. September die Rednitz zu überqueren. Einiges spricht dafür, dass Gustav Adolf nur angriff, weil er Wallenstein auf dem Rückzug wähnte, aber möglicherweise wurde diese Version auch verbreitet, um das Debakel zu entschuldigen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellungen der neueren Militärgeschichte ein und erläutert den methodischen Ansatz, der die Militärgeschichte in den Kontext der allgemeinen Gesellschaftsgeschichte stellt.
2. Militärgeschichte als Operationsgeschichte: In diesem Kapitel werden die militärischen Ereignisse und Taktiken von sechs ausgewählten Schlachten im süddeutschen Raum detailliert unter operationsgeschichtlichen Gesichtspunkten analysiert.
3. Militärgeschichte als Alltags- und Kulturgeschichte: Der Fokus liegt hier auf den Auswirkungen des Krieges auf die Zivilbevölkerung in den betroffenen Städten und Regionen, insbesondere im Kontext von Belagerungen und Einquartierungen.
4. Ergebnisse: Das Fazit fasst die Erkenntnisse über die wechselseitige Beeinflussung von Zivil- und Militärgesellschaft zusammen und bewertet die Bedeutung einer integrativen, kritischen Militärgeschichtsschreibung.
Dreißigjähriger Krieg, Militärgeschichte, Operationsgeschichte, Alltagsgeschichte, Schlacht, Zivilgesellschaft, Gustav II. Adolf, Wallenstein, Taktik, Süddeutschland, Bevölkerung, Kriegsfolgen, Strategie, Belagerung, Sozialgeschichte.
Die Arbeit analysiert ausgewählte Schlachten des Dreißigjährigen Krieges in Süddeutschland, um das Verhältnis von operativer Kriegführung und zivilem Leben in dieser Zeit zu untersuchen.
Die Arbeit behandelt die Entwicklung der Militärgeschichte als Wissenschaft, die militärische Operationsgeschichte der Frühen Neuzeit sowie die Alltags- und Kulturgeschichte der Zivilbevölkerung im Kriegskontext.
Ziel ist es, eine kritische, moderne Militärgeschichtsschreibung zu illustrieren, die über rein taktische Beschreibungen hinausgeht und den Menschen sowie die gesellschaftliche Verfasstheit in den Mittelpunkt stellt.
Der Autor nutzt einen multiperspektivischen Ansatz, der sowohl operationsgeschichtliche Analysen als auch die Auswertung von Quellen zur Sozial- und Kulturgeschichte (z.B. Ratsprotokolle, Kirchenbücher) kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine taktische Analyse von sechs Schlachten (z.B. Rain am Lech, Nördlingen, Alerheim) und eine Untersuchung der Folgen dieser Ereignisse für die Zivilbevölkerung in Städten wie Rain, Nürnberg und Freiburg.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Militärgeschichte, Operationsgeschichte, Dreißigjähriger Krieg, Zivilbevölkerung und die Verflechtung von Krieg und Gesellschaft.
Die Schlacht bei Alerheim wird als eine der blutigsten Auseinandersetzungen bezeichnet, die trotz hoher Verluste auf beiden Seiten keine entscheidende militärische Wende brachte und in den Geschichtsbüchern oft unterrepräsentiert ist.
Neben unmittelbaren Kriegseinwirkungen führten Belagerungen und Einquartierungen zu Hungersnot, Seuchen, Zerstörung von Infrastruktur, wirtschaftlichem Ruin und zum Schwinden des Gemeinsinns innerhalb der städtischen Bevölkerung.
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