Bachelorarbeit, 2019
40 Seiten, Note: 1,3
1. EINLEITUNG
2. ALLGEMEINES ZUR SERIE FAMILY GUY UND DER FIGUR STEWIE GRIFFIN
2.1 DIE SERIE FAMILY GUY
2.2 DIE FIGUR STEWIE GRIFFIN
3. GENRE UND NARRATION
3.1 GRUNDLAGEN SERIELLEN ERZÄHLENS
3.1.1 FAMILY GUY ALS SITCOM
3.1.2 FAMILY GUY ALS ANIMATED CARTOON
3.1.3 FAMILY GUY ALS GENREMIXTUR
3.2 NARRATIVE BESONDERHEITEN BEI FAMILY GUY
3.2.1 SELBSTREFERENZ
3.2.2 DIE PETER-FOLGEN
3.2.3 DIE STEWIE-FOLGEN
4. STEWIE AUS SICHT DER ENTWICKLUNGSPSYCHOLOGIE
5. DIE KOMIK
5.1 DIE THEORIE DES KOMISCHEN
5.2 DIE KOMIK IN DER KOMÖDIE
5.3 DIE KOMIK IN FAMILY GUY AM BEISPIEL EINER SZENE
6. REZEPTION VON FIGUR UND HANDLUNG
6.1 DIE ROLLE DES ZUSCHAUERS BEI DER FERNSEHREZEPTION
6.2 EMOTIONALE ASPEKTE DER BEDEUTUNGSZUWEISUNG
6.2.1 REZEPTION VON HANDLUNG
6.2.2 REZEPTION VON HANDELNDEN
6.2.2.1 Parasoziale Interaktion im Allgemeinen
6.2.2.2 Parasoziale Interaktion mit Stewie
7. FAZIT
Diese Arbeit untersucht, wie die komplexe und ambivalente Figur Stewie Griffin aus der Zeichentrickserie Family Guy als fiktives Konstrukt sowie als rezipierter Inhalt funktioniert. Die zentrale Forschungsfrage ist, ob das Funktionieren einer Figur trotz in sich unvereinbarer Eigenschaften möglich ist und wie der Zuschauer eine solche Figur wahrnimmt und bewertet.
Die Figur Stewie Griffin
Besonders die Figur des Stewie Griffin ist bei der Figurenkonstellation der Griffins interessant, auch im Hinblick auf eine Figurenanalyse, da sie für eine Zeichentrickserie ungewohnt komplex erscheint. Auf den ersten Blick wirkt Stewie nicht wie eine kohärente Figur, da seine Verhaltensweisen als konträr zueinander und teilweise als paradox erscheinen. Ob dieser Schein trügt oder berechtigter Einwand ist, soll im entwicklungspsychologischen Teil der Arbeit geprüft werden.
Damit die Figur im Folgenden mit den entsprechenden narratologischen Ansätzen analysiert werden kann, wird über das Buch Die Figur im Film von Jens Eder argumentiert. In dieser Arbeit wird einer von Eders Aspekten, der Aspekt des fiktiven Wesens betrachtet. Eder definiert die Figur im Allgemeinen als „ein wiedererkennbares fiktives Wesen mit einem Innenleben – genauer: mit der Fähigkeit zu mentaler Intentionalität“. Für die Figurenanalyse schlägt Eder vier Kategorien vor, nämlich Körper, Psyche, Sozialität und Verhalten. Die ersten drei Kategorien sollen auf Stewie in kurzer Form übertragen werden, um eine Grundlage für das Verständnis dieser Arbeit zu schaffen, bevor in weiteren Teilen eine detaillierte Analyse, vor allem der vierten Kategorie, vorgenommen wird.
1. EINLEITUNG: Die Einleitung stellt die These auf, dass Stewie Griffin trotz unvereinbarer Eigenschaften funktioniert, und umreißt die wissenschaftlichen Blickwinkel, aus denen die Figur untersucht wird.
2. ALLGEMEINES ZUR SERIE FAMILY GUY UND DER FIGUR STEWIE GRIFFIN: Dieses Kapitel liefert eine Einführung in die Serie und beschreibt die wesentlichen Merkmale der Figur Stewie Griffin als Grundlage für die nachfolgende Analyse.
3. GENRE UND NARRATION: Hier werden die seriellen Grundlagen, die Genre-Einordnung von Family Guy sowie narrative Besonderheiten wie Selbstreferenz und die Plot-Strukturen beleuchtet.
4. STEWIE AUS SICHT DER ENTWICKLUNGSPSYCHOLOGIE: Das Kapitel vergleicht Stewies Verhalten mit den Entwicklungsstadien eines Kindes und zeigt auf, wie er Eigenschaften verschiedener Stadien vereint.
5. DIE KOMIK: Es wird untersucht, wie Komik entsteht und welche Arten der Komik – insbesondere im Kontext von Stewies Verhalten – in der Serie angewandt werden.
6. REZEPTION VON FIGUR UND HANDLUNG: Dieses Kapitel analysiert den Rezeptionsprozess aus kognitiver und emotionaler Sicht sowie die parasoziale Interaktion des Zuschauers mit Stewie.
7. FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse der verschiedenen Analyseebenen zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Konzeption und Rezeption der Figur untrennbar miteinander verbunden sind.
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Die Arbeit analysiert die Figur Stewie Griffin aus der Zeichentrickserie Family Guy, um zu verstehen, wie eine komplexe, ambivalent angelegte Figur als fiktives Konstrukt für das Publikum funktioniert.
Die zentralen Felder umfassen die medienwissenschaftliche Narratologie, die Entwicklungspsychologie, Komödientheorien sowie die Rezeptionsästhetik.
Das Ziel ist es, zu ergründen, ob das Funktionieren einer Figur dadurch begründet ist, dass sie besonders realistisch, ihr Handeln nachvollziehbar oder ihre Eigenschaften mit dem Zuschauer identifizierbar sind.
Die Arbeit verwendet eine qualitative Filmanalyse, die Konzepte wie das Modell der Heldenreise, psychologische Entwicklungsstadien nach Mönks und rezeptionstheoretische Ansätze (z.B. nach Jens Eder und Lothar Mikos) kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung narrativer Strukturen (Sitcom vs. Cartoon), eine psychologische Einordnung von Stewies Verhalten, eine Analyse der verschiedenen Komik-Arten und eine rezeptionstheoretische Untersuchung der Zuschauerbeziehung.
Die wichtigsten Begriffe sind Charakterkonzeption, narrative Inkohärenz, parasoziale Interaktion, Komplizenschaft und die Ambivalenz einer fiktiven Figur.
Die Arbeit differenziert zwischen „Peter-Folgen“, die klassischen Sitcom-Strukturen folgen, und „Stewie-Folgen“, die häufig narrative Strukturen wie die Heldenreise adaptieren.
Die Zeitmaschine dient als zentrales Element, um Stewies Einfluss auf die Narration, sein Langzeitgedächtnis und seinen Status als komplexe Figur, die über das klassische Television-Series-Schema hinausgeht, zu belegen.
Stewie vereint kognitive Fähigkeiten eines Erwachsenen mit dem Erscheinungsbild eines einjährigen Kindes sowie Trotzverhalten, das dem Egozentrismus verschiedener Entwicklungsstufen entspricht.
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