Fachbuch, 2021
81 Seiten
1 Einleitung und Hintergrund
1.1 Forschungsansatz und Aufbau der Arbeit
1.2 Wissensgesellschaft, Internet und autonome Technik
1.3 Zum soziologischen Technik- und Innovationsbegriff
1.4 Forschungsstand soziologischer Techniktheorien
2 Theoretischer Rahmen: Mehrebenen-Analyse von Geels
2.1 Nische
2.2 Regime
2.3 Landschaft
2.4 Sozio-technischer Wandel
2.5 Innovationsphasen
2.6 Transitionspfade
3 Blockchain als Innovation
3.1 Funktionsweise und Grundprinzip von Blockchain
3.2 Technikgenese und ideologischer Ursprung von Blockchain
3.3 Anwendungsmöglichkeiten und Potentiale im öffentlichen Sektor
3.4 Die Darstellung von Blockchain in öffentlichen Medien in Deutschland
4 Thesen und Methodik
4.1 Thesen
4.2 Forschungsfeld und empirische Datengrundlage
4.3 Operationalisierung
5 Mehrebenen-Analyse nach Geels
5.1 Blockchain als Nischen-Innovation
5.2 Öffentlicher Sektor in Deutschland als Regime
5.3 Digitale Infrastruktur und Gesellschaftliche Entwicklungen als Landschaft
5.4 Die Innovationsphase von Blockchain
5.5 Ein möglicher Transitionspfad im öffentlichen Sektor
5.6 Zusammenfassung und Auswertung
6 Fazit
Diese Arbeit zielt darauf ab, den sozio-technischen Wandel im öffentlichen Sektor in Deutschland durch die Einführung der Blockchain-Technologie unter Anwendung des Mehrebenen-Modells nach Frank W. Geels zu untersuchen und soziologisch einzuordnen.
2.1 Nische
Nischen sind die geschützten Inkubationsräume für radikale Innovationen, in denen abseits des Mainstream-Marktes Netzwerke von Akteuren entstehen, die sich gegenseitig unterstützen (Geels 2005: 79). Auf der Nischen-Ebene entstehen nach Geels radikale bzw. paradigmatische Neuerungen (Geels 2002: 1260 zit. n. Häußling 2014: 310). Hier kann in einem geschützten Bereich Neues entstehen, indem es nicht sofort auf seine mögliche Anwendung und ökonomische Verwertbarkeit hin geprüft wird (Häußling 2014: 310). Die Nischen befinden sich noch außerhalb des allgemeinen Wahrnehmungsbereiches und werden von einer kleinen Zahl an individuellen, kollektiven oder korporativen Akteuren getragen (Schrape 2014: 1).
Innovateur*innen und Erfinder*innen schließen sich in Netzwerken zusammen und wecken das Interesse von Politiker*innen, Nutzer*innen und Unternehmer*innen durch Versprechungen und mögliche Funktionalitäten, um Ressourcen für die Weiterentwicklung zu mobilisieren (Geels 2005: 79). "Im Falle von kommunikationstechnischen Neuerungen können sich diese Konstellationen beispielsweise aus entsprechend interessierten Unternehmen und technikaffinen Frühnutzern speisen, welche sich mitunter an sehr ähnlichen Erwartungen ausrichten, die außerhalb der Nische nicht zwangsläufig geteilt werden" (Konrad 2006 zit. n. Schrape 2014: 2).
Die soziologischen Regeln, die den Kontext für die Handlungen und Interpretationen der Akteure bilden, sind in technologischen Nischen noch vage und es existieren unpräzise und diffuse Versprechungen über potentielle Anwendungen (Geels 2005: 81). Es gibt keine spezifischen Regeln, welche die Aktivitäten lenken; Experimente und Unsicherheiten dominieren das Geschehen (ebd.). Im Vordergrund stehen technische Ideen und Visionen ihrer Umsetzung, Lernprozesse und das Tun, also die Realisierung der Ideen durch Forscher*innen und Entwickler*innen (Häußling 2014: 311). In erfolgreichen Nischen werden Lernprozesse – beispielsweise auf Ebene von Nutzer*innenpräferenzen, Infrastrukturen, Politik oder symbolischen Bedeutungen – immer weiter aufeinander abgestimmt und führen somit zu mehr Stabilität und Konvergenz (Geels 2005: 88).
1 Einleitung und Hintergrund: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, skizziert den soziologischen Technik- und Innovationsbegriff sowie den Forschungsstand techniksoziologischer Theorien.
2 Theoretischer Rahmen: Mehrebenen-Analyse von Geels: Hier wird das theoretische Mehrebenen-Modell vorgestellt, das als analytisches Instrument zur Untersuchung sozio-technischer Wandlungsprozesse dient.
3 Blockchain als Innovation: Dieses Kapitel beschreibt die Funktionsweise, die Technikgenese, die Potentiale und die mediale Darstellung der Blockchain-Technologie.
4 Thesen und Methodik: Der Autor formuliert zentrale Thesen und erläutert das qualitative Forschungsdesign sowie die empirische Datengrundlage der Arbeit.
5 Mehrebenen-Analyse nach Geels: Der Analyseteil ordnet Blockchain als Nischen-Innovation in das Regime des öffentlichen Sektors ein und diskutiert mögliche Transitionspfade.
6 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und einer kritischen Reflexion über die Anwendbarkeit der gewählten Theorie.
Blockchain, Sozio-technischer Wandel, Mehrebenen-Analyse, Geels, Öffentlicher Sektor, Innovation, Digitalisierung, Techniksoziologie, Nische, Regime, Landschaft, Transitionspfad, E-Government, Verwaltung 4.0, Disruption
Die Arbeit untersucht den sozio-technischen Wandel im öffentlichen Sektor in Deutschland, ausgelöst durch die aufkommende Blockchain-Technologie, unter soziologischer Perspektive.
Die Themenfelder umfassen die Techniksoziologie, Innovationsforschung, Digitalisierung staatlicher Verwaltungen und die theoretische Fundierung durch das Mehrebenen-Modell (MLP) von Frank W. Geels.
Das Ziel ist die soziologische Einordnung der Blockchain-Technologie in ihrer frühen Phase der Entwicklung und die Bestimmung, wie sich diese auf bestehende sozio-technische Systeme im öffentlichen Sektor auswirken könnte.
Es handelt sich um eine qualitative Studie, die auf Experten-Interviews, einer Diskursanalyse von Online-Medien sowie der Auswertung von Studien und Berichten basiert.
Im Hauptteil wird der theoretische Rahmen nach Geels dargelegt, die Technologie Blockchain definiert und analysiert, sowie der Transfer der Theorie auf das Forschungsfeld "Öffentlicher Sektor in Deutschland" vorgenommen.
Die zentralen Begriffe sind Mehrebenen-Analyse, Nische, Regime, Landschaft, Sozio-technischer Wandel, Transformation und Innovationsphasen.
Blockchain befindet sich laut der Analyse derzeit in der Phase der "Verbesserung", in der es um die Herausarbeitung konkreter Anwendungsfälle und die Abgrenzung zu etablierten Techniken geht.
Der öffentliche Sektor ist aufgrund seiner föderalen Struktur, bürokratischer Abläufe und des staatlichen Interesses an der Kontrolle der eigenen IT-Infrastruktur weniger flexibel als die Privatwirtschaft.
Der Autor prognostiziert einen Transformationspfad, bei dem durch moderaten Druck von außen Regime-Akteure ihre Innovationsaktivitäten anpassen, ohne dass es zu einer sofortigen, disruptiven Ablösung kommt.
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