Masterarbeit, 2017
28 Seiten, Note: 1,3
1. Weltdokumentenerbe
2. Todeskonzept und Sterbeerziehung
3. Die Todesthematik in Astrid Lindgrens Werken
3.1 Im Land der Dämmerung (1949)
3.2 Mio mein Mio (1954)
3.3 Klingt meine Linde (1959)
3.4 Die Brüder Löwenherz (1973)
3.5 Sonnenau (1980)
4. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Astrid Lindgren in ausgewählten, das Weltdokumentenerbe prägenden Werken das schwierige Thema „Tod“ kindgerecht und einfühlsam aufbereitet. Ziel der Analyse ist es, Strategien der Autorin aufzuzeigen, wie sie Vorstellungen vom Jenseits und den Umgang mit Vergänglichkeit vermittelt, um diese literarischen Impulse für eine künstlerisch orientierte Sterbeerziehung nutzbar zu machen.
3.1 Im Land der Dämmerung (1949)
Ein ganzes Jahr liegt Göran schon krank im Bett. Doch eines Abends kurz nachdem Göran seine Mutter sagen hört, dass er wohl nie wieder wird gehen können geschieht ein Wunder: Ein kleiner Herr in einem karierten Anzug kommt in Görans Kinderzimmer. Herr Lilienstengel nimmt Göran mit auf eine zauberhafte Reise in das Land der Dämmerung, in das „Land Das Nicht Ist“. Im Land der Dämmerung ist alles anders und wunderbar. Wenn man etwas eigentlich nicht kann „spielt [das] keine Rolle. Spielt gar keine Rolle im Land der Dämmerung.“ Denn hier ist alles möglich. Der eigentlich kranke Göran kann hier gehen, tanzen und sogar fliegen sowie Straßenbahnen und Omnibusse problemlos steuern.
Das Land der Dämmerung aus Lindgrens phantastischer Geschichte lässt sich hierbei mit dem Jenseits identifizieren. Dies wird deutlich, als Göran im Land der Dämmerung dem Mädchen Kristina begegnet, welches seltsam gekleidet ist:
‚Warum trägt sie solche Kleider‘ fragte ich. ‚Solche Kleider trugen sie früher in Härjedalen, als Kristina auf dem Seerosenhof wohnte‘, erklärte Herr Lilienstengel. ‚Früher…‘, sagte ich. ‚Wohnt sie denn jetzt nicht hier?‘ ‚Nur in der Dämmerstunde‘, antwortete Herr Lilienstengel. ‚Sie gehört zum Volk der Dämmerung.‘
1. Weltdokumentenerbe: Einleitung in die Bedeutung des Lindgren-Archivs, das als Zeugnis einer bedeutenden Autorin und Fürsprecherin für Kinderrechte in das UNESCO-Register aufgenommen wurde.
2. Todeskonzept und Sterbeerziehung: Theoretische Auseinandersetzung mit dem kindlichen Todesverständnis und der wegweisenden Rolle der Kinderliteratur beim Abbau von Tabus sowie der Bewältigung von Ängsten.
3. Die Todesthematik in Astrid Lindgrens Werken: Detaillierte literaturwissenschaftliche Analyse von fünf ausgewählten Werken hinsichtlich ihrer Todesdarstellung, Symbolik und Jenseitsentwürfe.
3.1 Im Land der Dämmerung (1949): Betrachtung der Geschichte als hoffnungsvolles, zeitlich vom Diesseits getrenntes Jenseitsbild, das einem Kind neue Möglichkeiten eröffnet.
3.2 Mio mein Mio (1954): Untersuchung des Ritters Kato als Personifikation des Todes und der Opposition zwischen dem paradiesischen Land der Ferne und dem düsteren Land Außerhalb.
3.3 Klingt meine Linde (1959): Analyse des Märchens unter dem Aspekt der Seelenwanderung und der Erlösung durch die Verschmelzung mit der Natur.
3.4 Die Brüder Löwenherz (1973): Auseinandersetzung mit den Vorwürfen der Lebensverneinung und der Darstellung des Todes als Übergang in ein Kinderparadies durch die Personifikation Tengils.
3.5 Sonnenau (1980): Untersuchung des Märchens als kindgerechte, positive Interpretation des Sterbens durch das Bild einer Pforte in ein Reich des ewigen Frühlings.
4. Fazit: Zusammenfassende Darstellung der beiden zentralen Ansätze Lindgrens: Die Erschaffung tröstlicher Jenseitsvorstellungen und die Personifikation des Bösen als Tod, welche durch den Sieg über das Böse ihren Schrecken verliert.
Astrid Lindgren, Sterbeerziehung, Todesthematik, Kinderliteratur, Todeskonzept, Jenseitsvorstellungen, Kindheit, Trauerbewältigung, Phantastik, Seelenwanderung, Personifikation, Kindgerechtigkeit, Literaturanalyse, Hoffnung, Vergänglichkeit.
Die Arbeit untersucht, wie Astrid Lindgren in ihren Werken das Thema Tod thematisiert, um Kindern den Zugang zu diesem schwierigen Bereich zu erleichtern und pädagogisch nutzbare Impulse für die Sterbeerziehung zu geben.
Die Schwerpunkte liegen auf dem kindlichen Todesverständnis, der literarischen Darstellung des Jenseits sowie der gezielten Verwendung von Symbolen und Personifikationen des Todes.
Das Ziel ist es, Lindgrens Herangehensweise und Strategien im Umgang mit dem Tod im Kinderbuch zu analysieren, um diese als hoffnungsvolle, Trost spendende Ansätze für eine einfühlsame Sterbeerziehung fruchtbar zu machen.
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse von fünf ausgewählten Werken, die durch theoretische Grundlagen zum kindlichen Todeskonzept und pädagogische Perspektiven gestützt wird.
Im Hauptteil werden fünf Werke Lindgrens – „Im Land der Dämmerung“, „Mio mein Mio“, „Klingt meine Linde“, „Die Brüder Löwenherz“ und „Sonnenau“ – detailliert auf ihre Todesdarstellungen, Jenseitsentwürfe und pädagogischen Impulse hin untersucht.
Die Arbeit lässt sich vor allem über Begriffe wie Astrid Lindgren, Sterbeerziehung, Todeskonzept, Jenseitsvorstellungen, Literaturanalyse und Kindgerechtigkeit definieren.
Lindgren nutzt Personifikationen wie Ritter Kato oder Tengil, um das abstrakte Phänomen Tod greifbar zu machen. Da diese Figuren am Ende besiegt werden, verlieren sie ihren beängstigenden Schrecken und vermitteln Kindern, dass der Tod überwindbar oder heilbar ist.
Während in „Mio mein Mio“ der Tod durch das „Wieder-zum-Leben-Erwecken“ reversibel erscheint, wird er in „Die Brüder Löwenherz“ als irreversibler Prozess dargestellt, wobei der Trost hier in der Aussicht auf ein Wiedersehen in einer anderen Welt liegt.
Die Pforte dient als Symbol für den Übergang vom tristen, kalten Alltag in ein paradiesisches Reich. Sie verdeutlicht sowohl die Unausweichlichkeit des Todes als auch die hoffnungsvolle Erlösung von irdischem Leid.
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