Diplomarbeit, 2005
148 Seiten, Note: 1,7
Vorwort
I. THEORIEBEZOGENER TEIL
1. Definitionen
1.1 Pädagogischer Umgang/ Pädagogisches Handeln
1.2 Alltag
1.3 Trauma
2. Arten von Traumata
3. Welche Erfahrungen können als Trauma bezeichnet werden?
3.1 Kindesmisshandlung
3.2 Sexuelle Gewalt
3.3 Körperliche Gewalt
3.4 Psychische Gewalt
3.5 Traumatische Trennung
3.6 Vernachlässigung/ Deprivation
3.7 Häusliche Gewalt
4. Exkurs: „Traumatisierte Kinder erziehungsunfähiger Eltern“
5. Folgen einer Traumatisierung
5.1 Die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
5.2 Psychische und soziale Folgen
5.3 Körperliche und psychosomatische Folgen
5.4 Hirnorganische Schäden
5.5 Reviktimisierung
5.6 Reinszenierung
6. Abwehrmechanismen
6.1 Autoaggression
6.2 Sexualisiertes Verhalten bis hin zur Prostitution
6.3 Dissoziation
6.4 Autarkie
6.5 Hyperaktivität
6.6 Totstellreflex
7. Die Aufgaben der Pädagogik im Umgang mit traumatisierten Jugendlichen
7.1 Vorausgehende Maßnahmen, um ein Trauma zu bearbeiten
7.1.1 Die Bedürfnispyramide nach Maslow
7.1.2 Eine umfassende Anamnese erstellen
7.1.3 Das Herstellen von Normalität
7.1.4 Konstante Bezugspersonen und Bezüge
7.2 Pädagogische Möglichkeiten, um ein Trauma zu bearbeiten
7.2.1 Aktives Zuhören
7.2.2 Die Selbstfindung unterstützen
7.2.3 Geschlechtsspezifische Arbeit
7.2.4 Elternarbeit
7.2.5 Biografiearbeit
7.2.6 Trauerarbeit
7.2.7 Sexualerziehung
7.2.8 Traumatische Übertragungen und Flashbacks vermeiden
7.2.9 Die sieben Schritte zur Bearbeitung
7.3 Das Zusammenspiel von Pädagogik und Therapie
7.4 Grundkompetenzen der PädagogInnen
7.5 Übungen
7.5.1 Übung „Innerer Garten“
7.5.2 Übung „An Erfolg denken“
7.5.3 Atemübung
7.5.4 Übung zur Muskelentspannung
7.5.5 Übung „Gepäck ablegen“
7.5.6 Übung „Achtsamkeit üben- Atmung spüren“
7.5.7 „Sinnlosigkeitsübung“
7.5.8 „Tresorübung“
7.5.9 Übung „Gefühlen eine Gestalt geben“
II. EMPIRISCHER TEIL
8. Die stationäre Wohngruppe Anne Frank
8.1 Die Anne Frank als Teil einer großen Jugendhilfeeinrichtung
8.2 Das Klientel
8.3 Der Tagesablauf
9. Untersuchung zum pädagogischen Umgang im Alltag mit traumatisierten Mädchen in einer stationären Wohngruppe
9.1 Hypothesen
9.2 Die Forschungsmethoden
9.3 Die Aktenanalyse
9.3.1 Vorgehensweise
9.3.2 Ziel der Untersuchung
9.3.3 Qualität der Untersuchung
9.3.4 Darstellung der Ergebnisse
9.3.5 Auswertung der Ergebnisse
9.4 Das problemzentrierte Interview
9.4.1 Befragter Personenkreis
9.4.2 Begründung des Interviewleitfadens
9.4.3 Auswertungskategorien
9.4.4 Darstellung der Ergebnisse
9.4.5 Auswertung der Ergebnisse
III. SCHLUSSBETRACHTUNG
Die Arbeit untersucht, ob pädagogisches Handeln im stationären Wohngruppenalltag möglich ist, wenn die Auswirkungen von Traumatisierungen bei den betreuten Mädchen spürbar werden. Die Forschungsfrage fokussiert dabei darauf, inwieweit pädagogische Interventionen zur Stabilisierung und Unterstützung der Jugendlichen in diesem Setting umsetzbar sind.
1.3 Trauma
Allgemein lässt sich sagen, dass das Wort Trauma aus dem Griechischen kommt und schlicht „Verletzung“, „Wunde“ bedeutet. Es handelt sich hierbei um das psychische Trauma, das auch als seelische Verletzung bezeichnet werden kann.
Es wird hervorgerufen durch Ereignisse, bei denen das eigene Leben und die körperliche Gesundheit bedroht sind, und durch die die Anpassungsstrategien des Menschen überfordert werden, da weder Kampf noch Flucht (Fight or Flight) möglich sind.
Das traumatische Erlebnis steht im Zusammenhang mit Gefühlen intensiver Angst, Hilflosigkeit, Kontrollverlust, Machtlosigkeit, Entsetzen, Verwirrung und einem massiven emotionalem Schockgefühl. Die eigene Person, andere Menschen, die Sinngebung und die Welt werden in Frage gestellt. Es kommt zu einer dauerhaften Erschütterung von Selbst- und Weltverständnis. (Vgl. WEIß 2005, S. 19)
„Aufgrund ihrer Beschaffenheit und ihrer prägenden Wirkung auf die Persönlichkeit können traumatische Erfahrungen die Erwartungen in bezug auf die Welt, das Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit in zwischenmenschlichen Interaktionen und das persönliche Integritätsgefühl des Kindes verzerren.“ (Vgl. VAN DER KOLK 2000, S. 266)
1. Definitionen: Definiert die zentralen Begriffe der Arbeit, darunter pädagogischen Umgang, Alltag und das Trauma-Konzept.
2. Arten von Traumata: Kategorisiert Traumata nach Kriterien wie Ursprung (menschengemacht vs. nicht menschengemacht) und Dauer (einmalig vs. fortdauernd).
3. Welche Erfahrungen können als Trauma bezeichnet werden?: Beschreibt verschiedene traumatische Gewalterfahrungen, insbesondere Kindesmisshandlung und Vernachlässigung.
4. Exkurs: „Traumatisierte Kinder erziehungsunfähiger Eltern“: Beleuchtet biografische Hintergründe von Eltern und ihre psychischen Störungen als mögliche Ursache für Kindestraumatisierung.
5. Folgen einer Traumatisierung: Detailliert die Posttraumatische Belastungsstörung sowie die sozialen, psychischen und physischen Folgen für die Betroffenen.
6. Abwehrmechanismen: Erläutert Überlebensstrategien wie Dissoziation oder Autoaggression, die als bewusste oder unbewusste Schutzreaktionen dienen.
7. Die Aufgaben der Pädagogik im Umgang mit traumatisierten Jugendlichen: Zentrales Kapitel, das pädagogische Methoden, Beziehungsarbeit und Übungen zur Stabilisierung thematisiert.
8. Die stationäre Wohngruppe Anne Frank: Stellt das Setting, die Einrichtung, das Klientel und den Tagesablauf der untersuchten Wohngruppe vor.
9. Untersuchung zum pädagogischen Umgang im Alltag mit traumatisierten Mädchen in einer stationären Wohngruppe: Dokumentiert die empirische Untersuchung mittels Aktenanalyse und Interviews, inklusive Auswertung der Hypothesen.
Trauma, Pädagogik, stationäre Wohngruppe, Mädchenarbeit, Posttraumatische Belastungsstörung, PTBS, Biografiearbeit, Stabilisierung, Abwehrmechanismen, Kindesmisshandlung, sexuelle Gewalt, Vernachlässigung, Beziehungsarbeit, pädagogischer Alltag, Jugendhilfe.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Anforderungen an den pädagogischen Alltag bei der Betreuung von traumatisierten weiblichen Jugendlichen in einer stationären Wohngruppe.
Zu den Schwerpunkten zählen das Verständnis von Traumatisierung, die Auswirkungen auf die Entwicklung von Mädchen sowie pädagogische Möglichkeiten der Begleitung und Stabilisierung im Heimgruppenalltag.
Das Ziel ist eine Bestandsaufnahme zu der Frage, ob pädagogisches Handeln in Situationen, in denen Traumafolgen im Gruppenalltag sichtbar werden, überhaupt möglich ist und wie dies in der Praxis umgesetzt werden kann.
Die Autorin wählt einen qualitativen Forschungsansatz, der eine Aktenanalyse von acht Jugendlichen sowie problemzentrierte Interviews mit fünf Teammitgliedern kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoriebezogenen Teil zu Trauma-Grundlagen und pädagogischen Methoden sowie einen empirischen Teil, der die konkrete Arbeitssituation in der Wohngruppe "Anne Frank" untersucht.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Trauma, Pädagogik, stationäre Jugendhilfe, Mädchenarbeit, Posttraumatische Belastungsstörung und Biografiearbeit beschreiben.
Sie kategorisiert Traumata anhand ihrer Entstehung, etwa ob sie menschengemacht oder natürliche Katastrophen sind, sowie hinsichtlich ihrer zeitlichen Dauer (einmalig oder fortdauernd).
Da Auswirkungen von Traumata fast ausschließlich im Gruppenalltag durch die PädagogInnen erlebt werden, benötigen diese therapeutisches Wissen, während die Pädagogik den nötigen stabilen Rahmen für therapeutische Erfolge bildet.
Die Untersuchung zeigt, dass der pädagogische Umgang durch enge Taktung und Ressourcenmangel eingeschränkt ist, betont aber die hohe Bedeutung der pädagogischen Beziehungsarbeit für die Stabilisierung der Mädchen.
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