Diplomarbeit, 2005
154 Seiten, Note: 1,7
I. Unterschiede zwischen Arbeitern und Angestellten
1 Historische Entwicklung der Statusdifferenzierung im Arbeits- und Sozialrecht
1.1 Allgemeines Deutsches Handelsgesetzbuch (ADHGB) und Gewerbeordnung
1.2 Bismarcksche Sozialversicherungsgesetze
1.3 Reichsversicherungsordnung (RVO)
1.4 Angestelltenversicherungsgesetz (AVG)
1.5 „Fünf-Stufen-Lehre“
1.6 Sozialrechtliche Reformbedürftigkeit
1.7 Arbeitsrechtliche Angleichungsschritte
2 Historische Entwicklung der Statusdifferenzierung im Tarifsystem
2.1 Historie des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft (DAG)
2.2 Lohn- und Gehaltstarifverträge
2.3 Gemeinsame Entgelttarifverträge
II. Die Entgeltrahmenpolitik der IG Metall
1 Vorgeschichte
2 Differenzen zwischen den Tarifparteien
3 Tarifkompromiss
4 Die wesentlichen Neuregelungen in den Entgeltrahmentarifverträgen
III. Das Entgeltrahmenabkommen (ERA) in NRW
1 Kurzdarstellung der Tarifverträge
2 Die ERA-Paragraphen im Überblick
2.1 § 1 ERA – Geltungsbereich
2.2 § 2 ERA – Allgemeine Bestimmungen zur Eingruppierung
2.3 § 3 ERA – Punktbewertungsverfahren
2.4 § 4 ERA – Reklamation der Eingruppierung
2.5 § 5 ERA – Entgeltgrundsätze und Entgeltmethoden
2.6 § 6 ERA – Allgemeine Bestimmungen zum Leistungsentgelt
2.7 § 7 ERA – Akkord
2.8 § 8 ERA – Prämie
2.9 § 9 ERA – Zielvereinbarung
2.10 § 10 ERA – Zeitentgelt und Leistungszulage
2.11 § 11 ERA – Erschwernisse
2.12 § 12 ERA – In-Kraft-Treten und Kündigung
3 Die ERA-Einführung
3.1 Voraussetzungen
3.2 „Unterschreiter“ und „Überschreiter“
3.3 Kostenneutralität
3.4 Besonderes Eingruppierungs- und Reklamationsverfahren
4 ERA-Anpassungsfonds
4.1 Aufbau des ERA-Anpassungsfonds
4.2 Rückstellung in der Handels- und Steuerbilanz
4.3 Auszahlung der ERA-Strukturkomponenten ab März 2006
4.4 Auflösung des ERA-Anpassungsfonds
IV. Kostenprognose für einen Modellbetrieb
1 Eingruppierung und individuelle Entgeltentwicklung
2 Betriebliche Kosten
V. Fazit
Die Diplomarbeit hat das Ziel, das komplexe Entgeltrahmenabkommen (ERA) der Metall- und Elektroindustrie in NRW verständlich aufzuarbeiten, um einen Überblick über dessen Inhalte, Einführung und Finanzierung zu geben. Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung der tariflichen Statusdifferenzierung, die spezifischen Regelungen des ERA sowie die betrieblichen Auswirkungen auf Basis einer Kostenprognose.
DAS ANFORDERUNGSMERKMAL „KÖNNEN“
„Mit dem Anforderungsmerkmal „Können“ wird die Gesamtheit der erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten beschrieben, über die ein Beschäftigter verfügen muss, um die übertragene Arbeitsaufgabe ausführen zu können.“38 Die Bewertung des Könnens erfolgt nach den Submerkmalen erforderliche „Arbeitskenntnisse“, erforderliche „Fachkenntnisse“ sowie erforderliche „Berufserfahrungen“.
Die für die Ausführung der übertragenen Arbeitsaufgabe erforderlichen Arbeitskenntnisse werden grundsätzlich durch Anlernen erworben. Hierzu gehören das Einarbeiten und Einüben. Neben dem unmittelbaren Erwerb von Arbeitskenntnissen ist unter Anlernen ebenfalls die Aneignung arbeitsplatzbezogener Fertigkeiten und Arbeitserfahrungen gemeint. Unter Einarbeiten ist das Vertrautmachen mit der Arbeitsaufgabe und den Arbeitsbedingungen bis zum Erreichen der tariflichen Bezugsleistung zu verstehen.39 „Die tarifliche Bezugsleistung ist die Leistung, die von einem für die auszuführende Arbeit genügend geeigneten, eingearbeiteten und eingeübten Beschäftigten ohne gesteigerte Anstrengung bei menschengerechter Gestaltung von Arbeitsplatz, Arbeitsablauf und Arbeitsumgebung auf Dauer erreicht und erwartet werden kann.“40 Die erforderlichen Fachkenntnisse werden in der Regel durch Ausbildung erworben. Darunter ist entweder eine Berufsausbildung nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) oder ein (Fach-)Hochschulstudium zu verstehen. Aufgabenspezifische Fort- und Weiterbildungen fallen ebenfalls unter diesen Begriff.
Das Submerkmal „Berufserfahrung“ steht in unmittelbarem Zusammenhang mit den durch Ausbildung erworbenen Fachkenntnissen. Die erforderliche praktische Tätigkeit ist zusätzliche Voraussetzung für die Ausführung der übertragenen Arbeitsaufgabe. Der Umfang der Berufserfahrungen wird durch die Erfahrungszeit, die normalerweise benötigt wird, um die Arbeitsaufgabe ausführen zu können, bestimmt. In der folgenden Abbildung sind die Bewertungsstufen für das Anforderungsmerkmal „Können“ mit den jeweiligen Submerkmalen dargestellt.
I. Unterschiede zwischen Arbeitern und Angestellten: Erläutert die historische Entstehung der Statusdifferenzierung im Arbeits- und Sozialrecht sowie im Tarifsystem, die durch das ERA beendet werden soll.
II. Die Entgeltrahmenpolitik der IG Metall: Beschreibt den tarifpolitischen Weg zum ERA, die Differenzen zwischen den Parteien und den ausgehandelten Tarifkompromiss.
III. Das Entgeltrahmenabkommen (ERA) in NRW: Analysiert die zwölf Paragraphen des ERA sowie die betrieblichen Einführungsbestimmungen und den Aufbau des ERA-Anpassungsfonds.
IV. Kostenprognose für einen Modellbetrieb: Veranschaulicht anhand eines fiktiven Betriebes die praktische Anwendung der ERA-Regelungen, insbesondere der Eingruppierung und Kostenberechnung.
V. Fazit: Bietet eine kritische Würdigung des ERA, insbesondere hinsichtlich der Mitbestimmungsrechte und der finanziellen Auswirkungen auf die Arbeitnehmer.
ERA, Entgeltrahmenabkommen, Metall- und Elektroindustrie, NRW, IG Metall, Tarifvertrag, Arbeitsbewertung, Punktbewertungsverfahren, Eingruppierung, Kostenneutralität, ERA-Anpassungsfonds, Leistungszulage, Akkord, Prämienentgelt, Zielvereinbarung.
Die Arbeit behandelt das Entgeltrahmenabkommen (ERA) der Metall- und Elektroindustrie in Nordrhein-Westfalen, das eine einheitliche tarifliche Entgeltstruktur für Arbeiter und Angestellte schafft.
Die Themen umfassen die historische Entwicklung des einheitlichen Arbeitnehmerstatus, die Konzeption des Punktbewertungsverfahrens zur Eingruppierung, die verschiedenen Entgeltmethoden sowie die Finanzierungsmechanismen durch den ERA-Anpassungsfonds.
Das Ziel ist es, das komplexe Thema ERA auf seine wesentlichen Bestandteile zu reduzieren und dem Leser einen nachvollziehbaren Überblick über die Reform auf tariflicher und betrieblicher Ebene zu geben.
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung der Tarifverträge sowie eine beispielhafte Kostenprognose für einen Modellbetrieb, um die Anwendung der Bestimmungen in der Praxis zu verdeutlichen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse, die Vorstellung der IG Metall-Entgeltrahmenpolitik, eine detaillierte Übersicht der zwölf ERA-Paragraphen, die betriebliche Einführung und eine konkrete Kostenberechnung.
Die wichtigsten Begriffe sind ERA, Eingruppierung, Kostenneutralität, Punktbewertungsverfahren, ERA-Anpassungsfonds und Leistungsentgelt.
Unterschreiter werden stufenweise an das neue ERA-Entgelt herangeführt, während für Überschreiter eine Besitzstandswahrung in Form von Ausgleichsbeträgen oder Zulagen vereinbart wurde.
Der Fonds dient der Sicherstellung der betrieblichen Kostenneutralität, indem er Mittel aus nicht tabellenwirksamen Tariferhöhungen sammelt, um etwaige Mehrkosten bei der Einführung des ERA zu kompensieren.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

