Bachelorarbeit, 2019
39 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
1. Gesellschaft
1.1.Ökonomisierung der Gesellschaft
1.2. Darstellung der Gesellschaftssituation
1.2.1. Demonstrativer Konsum
1.2.1.1. Theorie des Eigentums
1.2.2.2. Konsumsoziologie
1.2.2. Lobbyismus
2. Arendt
2.1. Gesellschaftskonzeption
2.1.2. Privater und öffentlicher Raum
2.1.1. Grundtätigkeiten und -bedingungen menschlichen Lebens
2.1.3. Konsumgesellschaft
2.2. Die Freiheit und das Politische
3. Der Freiheitsbegriff in der kapitalistischen Gesellschaft
3.1. Individuelle Freiheit in Politik und Wirtschaft
3.2. Freiheit und Kapitalismus
4. Freiheit und Politik in der Moderne
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, inwiefern die zunehmende Ökonomisierung gesellschaftlicher und politischer Bereiche die politische Freiheit des Individuums gefährdet. Ausgehend von Hannah Arendts philosophischer Theorie analysiert die Arbeit das Spannungsfeld zwischen ökonomischen Zwängen, dem demonstrativen Konsum und dem Verlust des öffentlichen Raumes als Ort freien politischen Handelns.
1.2.1. Demonstrativer Konsum
Im Ansammeln von Gütern ginge es um die Inszenierung der eigenen Person in der Öffentlichkeit, so Markwardt. In jener konsumorientierten Gesellschaft passe sich der Mensch in seinen Bedürfnissen dem kapitalistischen System an, um dem „fortschreitenden Wachstu[m] zu entsprechen“28. So unterwirft sich der Mensch dem Zwang des Immer-Mehr-Konsumieren-Müssens, denn „systemgerechtes Verhalten verlang[t] heute in erster Linie extensiven Konsum.“29 Die Philosophin Ulrika Kistner merkt dazu an, dass viele, die sich die Werte des Kapitalismus zu eigen gemacht hätten, in ihrem gesellschaftlichen Sein ihren Besitz öffentlich zur Schau stellten. Jene Menschen nützten ihre Freiheit, um unbegrenzt Besitz zu erwerben. Der Freiheitsbegriff ließe sich dabei nicht aus der Befreiung herleiten, sondern beziehe sich auf die Möglichkeit des freien Besitzerwerbes.30 Denn nicht der Verbrauch der bloßen Lebensnotwendigkeiten, sondern „[n]ur die Verschwendung bringt Prestige.“31 Es ginge den Menschen um Anerkennung und dafür reiche nicht der bloße Besitz von Reichtum aus, man müsse diesen in der Öffentlichkeit zur Schau stellen. Dies sei ein auf Narzissmus beruhendes Präsentieren-Wollen der eignen Wichtigkeit. Der Erwerb von Waren, die der bloßen Zurschaustellung und gesellschaftlichen Anerkennung dienen, wird von Kistner als demonstrativer Konsum bezeichnet.32
Der Frage nach der historischen Rechtfertigung und der Entstehung des Konzeptes der Ansammlung von Besitz in unbegrenztem Maße sowie der dazu in Verbindung stehenden Freiheit, werde ich im Folgenden anhand John Lockes Theorie des Eigentums nachgehen.
Einleitung: Einführung in den Begriff der Ökonomisierung und Formulierung der Fragestellung zur Vereinbarkeit von politischer Freiheit und ökonomischem System.
1. Gesellschaft: Analyse der modernen Konsumgesellschaft, der Mechanismen des demonstrativen Konsums und des Einflusses von Lobbyismus auf die Politik.
2. Arendt: Detaillierte Darlegung der politischen Theorie Hannah Arendts, ihrer Unterscheidung von Grundtätigkeiten und der Gefahr der Entpolitisierung durch den Vorrang von Arbeit und Konsum.
3. Der Freiheitsbegriff in der kapitalistischen Gesellschaft: Untersuchung alternativer Freiheitskonzepte anhand von Axel Honneth und Milton Friedman im Kontext marktbasierter Systeme.
4. Freiheit und Politik in der Moderne: Synthese der vorangegangenen Theorien und kritische Schlussbetrachtung zur Realisierbarkeit politischer Freiheit unter Bedingungen der modernen Ökonomisierung.
Hannah Arendt, Ökonomisierung, Freiheit, Politik, Konsumgesellschaft, Kapitalismus, Arbeit, Handeln, Öffentlichkeit, Eigentum, Lobbyismus, Privater Raum, Macht, Demokratie, Konformismus
Die Arbeit untersucht das kritische Spannungsverhältnis zwischen dem ökonomisierten Gesellschaftssystem der Moderne und der Möglichkeit politischer Freiheit nach dem Verständnis von Hannah Arendt.
Die thematischen Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Konsumgesellschaft, der Rolle des Eigentums, dem Einfluss von Lobbyismus auf politische Prozesse sowie Arendts Differenzierung zwischen Arbeit, Herstellen und Handeln.
Das Ziel ist zu klären, ob politische Freiheit in einer Gesellschaft, die stark von ökonomischen Interessen und Konsumzwängen geprägt ist, überhaupt realisierbar bleibt.
Es handelt sich um eine philosophische und gesellschaftstheoretische Analyse, die zentrale Begriffe mittels Literaturanalyse dekonstruiert und in einen zeitgenössischen Kontext setzt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der modernen Gesellschaft, eine philosophische Fundierung durch Arendts Theorie sowie eine Diskussion verschiedener Freiheitskonzeptionen im Kapitalismus.
Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Ökonomisierung, Arendts Konzept der Freiheit, öffentlicher Raum, Arbeitsteilung und die Transformation des politischen Handelns in der Moderne geprägt.
Lockes Naturrechtsökonomie liefert die theoretische Basis für die unbegrenzte Anhäufung von Besitz durch Arbeit, was die Grundlage für das heutige Verständnis von Eigentum und dessen schrankenlosen Erwerb bildet.
Lobbyismus entzieht politische Entscheidungen der öffentlichen Debatte und verlagert sie in einen intransparenten „grauen Entscheidungsbereich“, in dem ökonomische Interessen über das Gemeinwohl gestellt werden.
Während Arbeit einen biologischen Notwendigkeitsprozess darstellt, ist Handeln als freies, politisches Wirken zwischen Menschen zu verstehen, das im öffentlichen Raum stattfindet und Kontingenz ermöglicht.
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