Fachbuch, 2021
159 Seiten
1 Einleitung
2 Fragestellung und Forschungsstand
3 Der Ärztemangel in Deutschland
3.1 Das Krankenhaus als Organisation
3.2 Der Ärztemangel in Zahlen
3.3 Ursachen des Mangels
3.4 Handlungsstrategien
4 Migration und Integration in Zeiten des Ärztemangels
4.1 Migrationsformen und -motive
4.2 Integrationsformen, -konzepte und -verläufe
4.3 Zugewanderte Ärzte in Deutschland
4.4 Institutionelle Rahmenbedingungen der Zuwanderung von Ärzten
5 Theoretisches Fundament
5.1 Der Fremde - Alfred Schütz
5.2 Sozialisation
5.2.1 Die berufliche Sozialisation
5.2.2 Die organisationale Sozialisation
5.2.3 Ansätze der organisationalen Sozialisation
5.2.4 Inform-Welcome-Guide Modell
5.3 Interkulturelle Zusammenarbeit
5.3.1 Interkulturelle Kommunikation
5.3.2 Dimensionen nationaler Kulturen
6 Forschungsdesign
6.1 Datenerhebungsmethode
6.1.1 Sample und Feldzugang
6.1.2 Konstruktion der Leitfäden
6.1.3 Interviewsituation
6.2 Datenauswertungsmethode
6.2.1 Qualitative Inhaltsanalyse nach Kuckartz
6.2.2 Der Ablauf der inhaltlich strukturierenden qualitativen Inhaltsanalyse
6.2.3 Vorstellung des Kategoriensystems
7 Forschungsergebnisse
7.1 Thematische Relevanz
7.2 Rekrutierung und Integrationsprozess
7.3 Unterstützungsmaßnahmen
7.4 Zusammenarbeit
7.5 Erwartungen
7.6 Qualifikationen und Kompetenzen zugewanderter Ärzte
7.7 Arbeitsorganisation
7.8 Unterschied zum Herkunftsland
7.9 Chancen
7.10 Herausforderungen
7.11 Bewertung des betrieblichen Integrationsprozesses
8 Zentrale Ergebnisse
9 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Erfahrungen bei der betrieblichen Integration von ausländischen Ärzten in deutschen Krankenhäusern. Durch eine qualitative Fallstudienanalyse wird beleuchtet, wie verschiedene Akteure – zugewanderte Ärzte, deutsche Ärzte und Personalleiter – den Prozess der beruflichen und sozialen Eingliederung wahrnehmen, welche Herausforderungen auftreten und welche Unterstützungsstrategien in der Praxis zum Einsatz kommen, um den Ärztemangel zu bewältigen.
3.1 Das Krankenhaus als Organisation
Die meisten Erwerbstätigen des deutschen Gesundheitssektors sind in Krankenhäusern tätig. Im Jahr 2017 wurden in 1.942 Krankenhäusern insgesamt 1,2 Millionen Personen beschäftigt. Der ärztliche Dienst in den deutschen Krankenhäusern umfasste dabei 161.208 Mitarbeiter (vgl. Statistisches Bundesamt 2018: 8).
Krankenhäuser als Organisationen stellen die grundlegenden Rahmenbedingungen für den ärztlichen Dienst im stationären Sektor zur Verfügung und üben somit unmittelbaren Einfluss auf die Qualität und das Ergebnis dieser Tätigkeit aus (vgl. Lobnig & Grossmann 2013: 1). Wie die meisten Betriebe legen auch Krankenhäuser als Organisationen die betriebliche Kultur fest und entscheiden, welche Normen und Regeln vertreten werden, wie Entscheidungen getroffen werden, wie der Arbeitsinhalt ausfällt und wie sich die Kooperation zwischen Berufsgruppen gestaltet (vgl. Lobnig & Grossmann 2013: 5).
Doch Krankenhäuser weisen darüber hinaus Merkmale auf, durch die sie sich in eine besondere Gruppe von Organisationen einordnen lassen. Sie stellen ebenso wie Universitäten oder Schulen sogenannte „Expertenbetriebe“ dar. Diese zeichnen sich unter anderem dadurch aus, dass der zentrale Faktor des Unternehmenszwecks auf dem Umgang mit Wissen beruht und der Experte eine unmittelbare Interaktion mit dem Klienten, Kunden oder in diesem Fall Patienten eingeht.
Ebenfalls charakteristisch für eine Expertenorganisation ist die mangelhafte Identifikation des Mitarbeiters mit dem Unternehmen. Im Gegensatz zu den Beschäftigten anderer Organisationen fühlen sich die Fachleute in Expertenbetrieben meist ihrer Profession und den entsprechenden fachlichen Standards und Werten in einem höheren Maß verpflichtet als der Organisation selbst (vgl. Conrad 2013: 110).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz zugewanderter Ärzte zur Sicherung der Gesundheitsversorgung vor dem Hintergrund des Ärztemangels in Deutschland.
2 Fragestellung und Forschungsstand: Hier werden das Erkenntnisinteresse, die explorative Ausrichtung der qualitativen Studie sowie der aktuelle Stand der Literatur zur Integration ausländischer Fachkräfte dargelegt.
3 Der Ärztemangel in Deutschland: Das Kapitel analysiert die Organisationsform Krankenhaus als „Expertenbetrieb“, quantifiziert den Ärztemangel, identifiziert Ursachen und diskutiert Handlungsstrategien.
4 Migration und Integration in Zeiten des Ärztemangels: Es erfolgt eine theoretische Einordnung der Begriffe Migration und Integration, ergänzt durch Daten zur Zuwanderung von Ärzten und die relevanten rechtlichen Rahmenbedingungen.
5 Theoretisches Fundament: Dieser Abschnitt verknüpft Konzepte von Alfred Schütz, Ansätze der organisationalen Sozialisation und Erkenntnisse zur interkulturellen Zusammenarbeit als Basis für die empirische Untersuchung.
6 Forschungsdesign: Das Kapitel beschreibt die methodische Vorgehensweise, die Auswahl der Fallstudien, die Datenerhebung durch leitfadengestützte Interviews sowie die qualitative Inhaltsanalyse nach Kuckartz.
7 Forschungsergebnisse: Die Ergebnisse der Interviews werden entlang der definierten Hauptkategorien strukturiert, von der thematischen Relevanz bis hin zur Bewertung des Integrationsprozesses.
8 Zentrale Ergebnisse: Zusammenfassung und Synthese der wesentlichen empirischen Erkenntnisse zur betrieblichen Integration in Form von Hypothesen.
9 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und gibt Ausblicke auf weiteren Forschungsbedarf sowie politische Implikationen.
Betriebliche Integration, ärztlicher Dienst, Ärztemangel, ausländische Ärzte, Krankenhäuser, Rekrutierung, Sozialisation, interkulturelle Zusammenarbeit, Arbeitsorganisation, Fachkräftemangel, Migration, Personalführung, Onboarding, qualitative Forschung, Fallstudie.
Die Forschungsarbeit untersucht, welche Erfahrungen bei der Integration ausländischer Ärzte in deutschen Krankenhäusern gemacht werden und wie dieser Prozess in der Praxis verläuft.
Das primäre Ziel ist es, erstmals explorative Daten zur betrieblichen Integration zugewanderter Ärzte zu erheben und auf Basis dieser Erfahrungen Hypothesen zu formulieren.
Zentrale Themen sind der Ärztemangel in Deutschland, die Prozesse der beruflichen und sozialen Integration, interkulturelle Aspekte im Krankenhausalltag sowie die unterschiedlichen Perspektiven von Ärzten und Personalleitern.
Die Autorin verwendet einen qualitativen Forschungsansatz, basierend auf Fallstudien und leitfadengestützten Experteninterviews, die nach der Methode der inhaltlich strukturierenden Inhaltsanalyse von Udo Kuckartz ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Fundus zur Sozialisation und interkulturellen Kommunikation sowie einen umfangreichen empirischen Teil, in dem die Ergebnisse der Interviews zu Themen wie Rekrutierung, Einarbeitung, Zusammenarbeit und Herausforderungen diskutiert werden.
Die zentralen Schlagworte sind betriebliche Integration, ärztlicher Dienst, Ärztemangel, ausländische Ärzte, interkulturelle Zusammenarbeit und qualitative Forschung.
Arbeitskollegen werden im Rahmen der Untersuchung als elementare Integrationsinstanzen identifiziert, da sie sowohl fachliche Hilfe leisten als auch wesentlich zum sozialen Wohlbefinden und damit zum längerfristigen Verbleib der zugewanderten Ärzte beitragen.
Ein zentrales Ergebnis ist, dass in den untersuchten Krankenhäusern kaum institutionell fest verankerte Integrationskonzepte existieren; die Integration erfolgt weitgehend informell, bedarfsorientiert und stark abhängig von der jeweiligen Fachabteilung und dem Engagement der Beteiligten.
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