Examensarbeit, 2006
77 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung – Problemstellung
2. Schwimmen und Sehbehinderungen
2.1 Sehbehinderungen/ Sehstörungen
2.1.1 Die Kamera im Kopf, ein medizinischer Exkurs
2.2 Das motorische Ausgangsniveau und motorisches Lernen
2.3 Schwimmen als Sportart
2.3.1 Bewegungsbeschreibungen der einzelnen Lagen
2.4 Ergebnisse auf diesem Gebiet
3. Konzeption des Schwimmunterrichts
3.1 Begründung und Beschreibung des eigenen Wegs
3.2 Ziele
3.3 Einzelfall Tobias
4. Darstellung des Fallbeispiels
4.1 Die Schwimmstunden
4.2 Videoanalyse
4.2.1 Videoanalyse 1 (5. Unterrichtsstunde)
4.2.2 Videoanalyse 2 (16. Unterrichtsstunde)
5. Diskussion
6. Fazit und Schlussbetrachtung
7. Literaturangaben
8. Danksagungen
Die vorliegende Arbeit untersucht Möglichkeiten und Probleme beim Schwimmunterricht mit einem sehbehinderten Probanden. Das primäre Ziel ist es, die individuelle Betreuung und Anleitung eines sehbehinderten Schwimmers anhand eines konkreten Fallbeispiels aufzuzeigen und dabei didaktisch-methodische Ansätze für diesen speziellen Lehr-Lern-Prozess zu erarbeiten.
2.1.1 Die Kamera im Kopf – ein medizinischer Exkurs
Durch die Zusammenarbeit von Augen, Sehbahn und bestimmten Zentren im Gehirn können wir sehen. Dabei vergleicht SCHNELL die Augen mit Kameras, die die Bilder ans Gehirn schicken. Der Sehsinn ist zusammen mit dem Hörsinn der wichtigste Sinn des Menschen. Das Auge stellt entwicklungsgeschichtlich einen Teil des Gehirns dar. Es ist, in der schützenden knöchernen Augenhöhle (Orbita) gelegen, das auf Licht (elektromagnetische Wellen von 350 bis 800nm) ansprechende Organ, das zusammen mit dem Sehnerv (Nervus opticus) das Sehorgan bildet.
Einfallende Lichtstrahlen werden durch das optische System (Hornhaut, Kammerwasser, Linse und Glaskörper) gebrochen und bilden das Betrachtete auf der Netzhaut ab. Auf der Netzhaut, bestehend aus Nervenzellen und -leitungen, werden elektrische Nervenimpulse freigegeben, die über den Sehnerv ins Gehirn geleitet werden. Dort werden die Informationen verarbeitet und mit bereits vorhandenen Informationen aus dem Gedächtnis verglichen.
1. Einleitung – Problemstellung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung des Sports als sozio-ökonomischen Faktor ein und beleuchtet die spezifische Ausgangslage von blinden und sehbehinderten Sportlern.
2. Schwimmen und Sehbehinderungen: Dieses Kapitel erläutert medizinische Grundlagen der Sehbehinderung, die motorischen Herausforderungen beim Erlernen von Bewegungen sowie die Charakteristika der verschiedenen Schwimmstile.
3. Konzeption des Schwimmunterrichts: Hier werden methodische Ansätze für den Schwimmunterricht dargelegt, insbesondere der Vergleich zwischen Ganzheitsmethode und analytisch-synthetischer Methode, sowie die spezifischen Lernziele für den Probanden Tobias.
4. Darstellung des Fallbeispiels: Dieses Hauptkapitel dokumentiert den Verlauf von 22 Schwimmstunden und nutzt ergänzend Videoanalysen, um die Lernfortschritte und technischen Entwicklungen von Tobias zu illustrieren.
5. Diskussion: Das Kapitel reflektiert die Ergebnisse der praktischen Arbeit, vergleicht den Lernprozess mit dem von Sehenden und bewertet die Eignung des Schwimmens für Menschen mit Sehbehinderung.
6. Fazit und Schlussbetrachtung: Hier werden die wesentlichen Erkenntnisse aus der Arbeit zusammengefasst, insbesondere die Notwendigkeit von Geduld, Vertrauen und individueller Anleitung bei der Arbeit mit blinden Schwimmern.
Schwimmen, Sehbehinderung, Behindertensport, Bewegungsführung, motorisches Lernen, Fallbeispiel, Schwimmunterricht, Wellenbewegung, Koordination, Analytisch-synthetische Methode, Wasserlage, Inklusion, Sportpädagogik, Kinästhetik, Orientierung.
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Herausforderungen beim Schwimmunterricht für Menschen mit einer Sehbehinderung am Beispiel eines konkreten Probanden.
Die zentralen Themen sind motorisches Lernen, die methodische Konzeption von Schwimmunterricht für Blinde sowie die individuelle Begleitung eines Fallbeispiels durch einen Trainer.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie ein Blinder durch individuelle Anleitung sportlich schwimmen lernt und welche methodischen Kniffe dabei für den Trainer essenziell sind.
Neben einer theoretischen Fundierung durch Literaturrecherche stützt sich die Arbeit primär auf die qualitative Dokumentation und Reflexion eines einsemestrigen Schwimmunterrichts sowie auf Videoanalysen.
Der Hauptteil dokumentiert chronologisch die 22 Schwimmstunden mit dem Probanden, inklusive Programmplanung, Rückblicken des Trainers und des Schülers sowie der bildbasierten Videoanalyse.
Die Arbeit lässt sich am besten über Begriffe wie Schwimmen, Sehbehinderung, Bewegungsführung, motorisches Lernen und Schwimmunterricht charakterisieren.
Diese Methode wird als effektivster Weg beschrieben, um komplexe Schwimmbewegungen für Blinde durch Zerlegung in Teilbewegungen begreifbar und erlernbar zu machen.
Da visuelle Rückmeldungen fehlen, muss der Trainer Bewegungsabläufe durch Führen der Körperteile des Schülers im Wasser direkt erfahrbar machen, um eine korrekte Vorstellung der Technik zu vermitteln.
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