Bachelorarbeit, 2018
63 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Heteronormativität vs. geschlechtliche Vielfalt
2.1 Mann, Frau, Mensch - Über die Unterschiede zwischen den Geschlechtern und die Entstehung von Geschlechter-Klischees
2.1.1 Das biologische Geschlecht
2.1.2 Das soziale Geschlecht
2.1.3 Die Geschlechtsidentität
2.1.4 Die Sexualität
2.1.5 Zusammenfassung: Was unterscheidet Männer und Frauen?
2.2 Zwischen Anpassung und Entfaltung - Über die Vor- und Nachteile von Heteronormativität
2.2.1 Heteronormativität in der Gesellschaft
2.2.2 Heteronormativität, Geschlecht und das Individuum
2.2.3 Zusammenfassung: Warum kategorisieren sich Menschen nach Geschlecht?
3. Jungen vs. Mädchen - Frauen vs. Männer: Über die Trennung der Geschlechter in Schule, Ausbildung und Beruf
3.1 Geschlechterdifferenzen im (Aus-)Bildungssystem und Berufsfeld
3.1.1 Geschlechterdifferenzen im Bildungssystem
3.1.2 Geschlechterdifferenzen im Ausbildungssystem
3.1.3 Geschlechterdifferenzen im Berufsfeld
3.2 Erklärungsmodelle zur geschlechtsspezifischen Segregation des Arbeitsmarktes
3.2.1 Subjektorientierte Erklärungsmodelle
3.2.2 Strukturorientierte Erklärungsmodelle
3.2.3 Konstruktionstheoretische Erklärungsmodelle
3.3 Die Bedeutung von Geschlecht in der Berufswahl
4. Förderung für Mädchen - für Jungen - für alle: Über die Verschiebung der Ungleichheiten
4.1 Geschichtlicher Hintergrund: Mädchenförderung - Jungenförderung
4.2 Der neue Ansatz: Gender Mainstreaming
4.2.1 Der Wandel von Gleichstellungspolitiken im universitären Kontext
4.2.2 Gender Mainstreaming in Vorbereitungsmaßnahmen zur Berufswahl
4.2.3 Kritik am Gender Mainstreaming
4.3 Aktuelle Entwicklungen: Managing Diversity
5. Ein Zukunftstag für Mädchen, ein Zukunftstag für Jungen: Über das Paradoxon der Programmatik des Girls‘ und Boys‘ Day
5.1 Die Anfänge
5.2 Und was ist mit den Jungen?
5.3 Organisationsstruktur
5.4 Die konkrete Maßnahme
5.5 Analyse der Programmatik
5.5.1. Rechtliche Grundlagen
5.5.2 Aktuelle Situation in Deutschland
5.5.3 Zielsetzung
5.5.4 Maßnahmenkonzeption und Umsetzung
5.5.5 Evaluation
5.5.6 Abschließende Bewertung
6. Fazit
Die Arbeit untersucht das Paradoxon der Programmatik des Girls‘ und Boys‘ Day. Dabei wird analysiert, inwiefern diese Initiativen, die den Abbau von Geschlechterklischees am Arbeitsmarkt anstreben, durch ihre binäre Konzeption genau jene geschlechtsspezifischen Unterschiede reproduzieren, die sie eigentlich aufheben wollen.
2.1.1 Das biologische Geschlecht
Ein Aspekt, in dem sich Menschen unterscheiden, ist der Körper. Bis zur sechsten Schwangerschaftswoche trägt jeder Fötus Anlagen für das männliche sowie das weibliche Geschlecht in sich. Erst danach prägen die Gene ein männliches oder weibliches Wesen (vgl. Tillmann, 2006, S. 47 f.), welches sich durch die Entwicklung der Chromosomen, Hormone, inneren Genitalien und äußeren Geschlechtsmerkmale definiert (vgl. Kockott, 2016). Die Summe der körperlichen Merkmale kennzeichnet das biologische Geschlecht, welches einem Menschen nach der Geburt zugewiesen wird (vgl. ebd.). Nicht jeder Fötus entwickelt sich eindeutig männlich oder weiblich. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass es eine Vielzahl von biologischen Geschlechtern gibt, die durch Variationen der zuvor genannten Merkmale hervorgehen (vgl. Hempel, 2017). Es sind mittlerweile mehr als ein Dutzend verschiedener Ausprägungen der Geschlechtsentwicklung bekannt, die unter dem Begriff Intersexualität zusammengefasst werden (vgl. ebd.). Sie sind nicht mit einer Fehlbildung oder Krankheit gleichzusetzen (vgl. Bundesärztekammer, 2015, S. 1).
Intersexualität wird bis heute nicht vollkommen von der Gesellschaft anerkannt. Damit intersexuelle Kinder einem Geschlecht zugeordnet werden können, werden sie nach der Geburt i.d.R. operiert. Es handelt sich dabei in den meisten Fällen nicht um medizinisch notwendige, sondern rein kosmetische, geschlechtsangleichende Eingriffe. Verschiedene Verbände und Organisationen kritisieren dies als Menschenrechtsverletzung (vgl. Hempel, 2017). Zudem ist es erst seit 2013 möglich, kein Geschlecht im Geburtenregister eintragen zu lassen. §22 des Personenstandsgesetzes (PStG) wurde um einen dritten Absatz ergänzt, welcher lautet: „Kann das Kind weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zugeordnet werden, so ist der Personenstandsfall ohne eine solche Angabe in das Geburtenregister einzutragen“ (§22 Abs.3 PStG). Bis dahin waren Eltern gezwungen ihr intersexuelles Kind dem männlichen oder weiblichen Geschlecht zuzuordnen und dem heteronormativen System anzupassen. Die Zuordnung sowie geschlechtsangleichende Operationen finden heutzutage immer noch bei vielen intersexuellen Menschen statt.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der geschlechtlichen Vielfalt und der kritische Diskurs über die Programmatik von Girls‘ und Boys‘ Day.
2. Heteronormativität vs. geschlechtliche Vielfalt: Theoretische Auseinandersetzung mit dem Geschlechtsbegriff, Heteronormativität und der sozialen Konstruktion von Geschlecht.
3. Jungen vs. Mädchen - Frauen vs. Männer: Über die Trennung der Geschlechter in Schule, Ausbildung und Beruf: Analyse der bestehenden Geschlechtersegregation und Erklärungsmodelle für das Berufswahlverhalten.
4. Förderung für Mädchen - für Jungen - für alle: Über die Verschiebung der Ungleichheiten: Darstellung der historischen Entwicklung von Förderansätzen, vom Feminismus bis zu Gender Mainstreaming und Managing Diversity.
5. Ein Zukunftstag für Mädchen, ein Zukunftstag für Jungen: Über das Paradoxon der Programmatik des Girls‘ und Boys‘ Day: Detaillierte Analyse und Bewertung der Konzepte, Strukturen und Zielsetzungen der beiden Aktionstage.
6. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Ausblick auf mögliche zukünftige Ansätze einer diversitätsorientierten Berufsorientierung.
Heteronormativität, Geschlechterklischees, Girls‘ Day, Boys‘ Day, Geschlechtersegregation, Gender Mainstreaming, Managing Diversity, Berufswahl, Gleichberechtigung,doing gender, Intersexualität, Intersektionalität, Sozialisation, Rollenbilder, Arbeitsmarkt
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie Geschlechterklischees und Ungleichheiten auf dem Arbeitsmarkt durch die Programme Girls‘ Day und Boys‘ Day beeinflusst, reproduziert oder aufgebrochen werden.
Die Arbeit verknüpft gesellschaftstheoretische Konzepte wie Heteronormativität und doing gender mit empirischen Daten zur geschlechtsspezifischen Segregation am Arbeitsmarkt sowie einer Analyse politischer Gleichstellungsmaßnahmen.
Ziel ist es zu klären, inwiefern die getrennte Betrachtung der Geschlechter in den Förderprojekten einer wirklichen Gleichstellung entgegensteht oder diese durch die Aufarbeitung starrer Strukturen unterstützt.
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf einer umfassenden Literaturrecherche, der Auswertung bestehender Evaluationsberichte und der Anwendung aktueller gleichstellungspolitischer Konzepte (z.B. Gender Mainstreaming, Managing Diversity) basiert.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Geschlechterkonstruktion, die statistischen Unterschiede in Bildungsbiographien und Berufswahl sowie eine kritische Analyse der organisatorischen und inhaltlichen Ausgestaltung der beiden Zukunftstage.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Heteronormativität, Gender Mainstreaming, Geschlechtersegregation, Berufs- und Studienwahl sowie das Konzept der geschlechtlichen Vielfalt.
Der Begriff beschreibt den Schwund von Frauen in höheren wissenschaftlichen Positionen und dient in der Arbeit als Beispiel dafür, wie sich Geschlechterverhältnisse im Verlauf von Bildungsbiographien verändern oder stabilisieren können.
Der Begriff, den Gayle Rubin prägte, verdeutlicht den gesellschaftlichen Zwang zur binären Differenzierung, was dazu führt, dass räumliche und strukturelle Trennungen von Arbeitsplätzen oft beibehalten werden, um eine vermeintliche Ordnung zu suggerieren.
Die Autorin plädiert für eine Zusammenführung der beiden getrennten Aktionstage in einen geschlechtsneutralen "Jugend-Zukunftstag", um nicht-binäre Identitäten einzuschließen und die starre Kategorisierung von "Männer-" und "Frauenberufen" zu überwinden.
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