Bachelorarbeit, 2006
46 Seiten, Note: 1,7
1. Hinführung zum Thema
2. Die Scharia – Das Heilige Islamische Recht
2.a. Definition
2.b. Geschichtliche Entwicklung
2.b.i. Scharia vor dem 20. Jahrhundert
2.b.ii. Scharia ab dem 20. Jahrhundert
3. Das Scharia Projekt in Nigeria
3.a. Gründe
3.b. Probleme
4. Der Autor Sanusi Lamido Sanusi
4.a. Leben
4.b. Werk
5. Sanusi über die Politik der Scharia
5.a. Shariacracy in Nigeria: the Intellectual roots of islamist discourses
5.b. Discursive trends in Islamic law: extending theorie
5.c. Class, Gender and a Political Economy of “Sharia”
5.d. The Sharia Debate: A Muslim Intervention
5.e. Vergleich der Texte
6. Sanusi und Frauenrechte
6.a. Shariah and the Woman Question
6.b. Women and Political Leadership in Muslim Thought: a Critique
6.c. Amina Lawal: Sex, Pregnancy and Muslim Law
6.d. Vergleich der Texte
7. Sanusi über die Gemeinschaft von Christen und Muslimen in Nigeria
7.a. The Shari’a Debate and the Construction of a “Muslim” and “Christian” Identity in Northern Nigeria: A Critical Perspective
7.b. Muslim Communities in Multi Religious Milieu: Some Reflections on the Madinan Constitution
7.c. Vergleich der Texte
8. Kritik der Texte und Eindrücke
9. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die Scharia-Debatte in Nordnigeria anhand der Schriften des Intellektuellen Sanusi Lamido Sanusi. Dabei wird analysiert, wie Sanusi die Implementierung des islamischen Rechts kritisch beleuchtet und welche Positionen er zu politischer Macht, Frauenrechten sowie dem Zusammenleben von Christen und Muslimen vertritt.
Die Scharia – Das Heilige Islamische Recht
Der arabische Begriff „Scharia“ wird meist mit den Worten „Weg zur Tränke“ oder „deutlich sichtbarer Weg“ übersetzt und bezeichnet im übertragenen Sinne das islamische Recht. Sie stellt den „praktischen Aspekt von Muhammads religiöser Doktrin“ dar und wurde von Jahrhundert zu Jahrhundert unverändert weitergegeben. Grundlagen der Scharia sind der Koran und die Sunna, die Überlieferungen aus dem Leben des Propheten Mohammed, sowie die Auslegung der beiden (fiqh) und der Analogieschluss (qijas), sowie der Konsens der Gelehrten (ijmah). Die Scharia umfasst die religiöse Pflichtlehre, die kultischen Vorschriften und rechtliche, sowie politische Regeln der Muslime.
Jedoch wird heute im Zusammenhang mit der Scharia insbesondere im Westen vor allem das Strafrecht, das aufgrund seiner Komplexität und Umstrittenheit jedoch nur noch in Saudi-Arabien, im Sudan, Iran, in Nordnigeria und Pakistan zur Anwendung kommt, assoziiert. Früher war der Begriff der Scharia noch wesentlich weiter gefasst und beinhaltete unter anderem das Familien-, Verwaltungs-, Erb-, Steuer- und Strafrecht. Heute beinhaltet sie in fast allen muslimischen Ländern nur noch das Personenstandsrecht. Allgemein wird die Scharia als „Gesamtheit der auf die Handlungen des Menschen bezüglichen Vorschriften Allahs“ angesehen und befolgt. Sie bildet somit ursprünglich eine Art Rahmen für alle Lebensbereiche der Muslime. Die Pflege und Entwicklung der Scharia obliegt der islamischen Jurisprudenz (fiqh), und der Kadi (= geistiger Richter) wacht über die Einhaltung der Regeln und über Ausführung der Pflichten.
1. Hinführung zum Thema: Einleitung in die Scharia-Debatte in Nordnigeria und Vorstellung des Schwerpunkts auf dem Autor Sanusi Lamido Sanusi.
2. Die Scharia – Das Heilige Islamische Recht: Definition der Scharia als religiöses und rechtliches System sowie deren historische Entwicklung bis in das 20. Jahrhundert.
3. Das Scharia Projekt in Nigeria: Untersuchung der Ursachen und gesellschaftlichen Probleme, die mit der Implementierung der Scharia ab 1999 einhergingen.
4. Der Autor Sanusi Lamido Sanusi: Biografie und Werk des Autors sowie seine Rolle als profiliertester muslimischer Intellektueller Nigerias.
5. Sanusi über die Politik der Scharia: Analyse von Sanusis Kritik an der politischen Nutzung der Scharia und der Korruption der nigerianischen Elite.
6. Sanusi und Frauenrechte: Betrachtung von Sanusis Position zu Frauenrechten im Islam und seiner Kritik an der Unterdrückung von Frauen unter dem Deckmantel der Religion.
7. Sanusi über die Gemeinschaft von Christen und Muslimen in Nigeria: Untersuchung der Identitätsbildung in Nordnigeria und das Potenzial für einen fruchtbaren interreligiösen Dialog.
8. Kritik der Texte und Eindrücke: Kritische Reflexion des Autors über den harschen Ton und die rhetorische Brillanz der Sanusi-Texte sowie die Ambivalenz seiner Positionen.
9. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bilanz der Rolle von Sanusis intellektuellem Engagement für die gesellschaftliche Entwicklung Nigerias.
Scharia, Nigeria, Sanusi Lamido Sanusi, Islamisches Recht, Nordnigeria, Frauenrechte, Politische Ökonomie, Interreligiöser Dialog, Identitätsbildung, Hudud-Strafen, Säkularismus, Korruption, Religiöser Fundamentalismus, Intellektuelle, Malikitische Rechtsschule.
Die Arbeit analysiert die aktuelle Scharia-Debatte in Nordnigeria auf Basis der publizierten Aufsätze und Schriften von Sanusi Lamido Sanusi.
Zentrale Themen sind die Anwendung islamischen Strafrechts, die Rolle der Frau im muslimischen Denken, die Konstruktion religiöser Identitäten und die politische Kritik an der nigerianischen Elite.
Das Ziel ist es, Sanusis Entwicklung, seine Kritikpunkte an der Scharia und eventuelle Widersprüche in seinen Texten herauszuarbeiten und zu präsentieren.
Es handelt sich um eine qualitative Textanalyse, bei der ausgewählte Aufsätze des Autors herangezogen und in ihrem historischen und inhaltlichen Kontext verglichen werden.
Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zu Sanusis politischem Verständnis der Scharia, seiner Haltung zu Frauenrechten sowie seiner Einschätzung der Gemeinschaft von Christen und Muslimen.
Wichtige Begriffe sind Scharia, Nigeria, Sanusi Lamido Sanusi, Religiöser Fundamentalismus, Frauenrechte und Interreligiöser Dialog.
Er gilt als einer der profiliertesten und kontroversesten muslimischen Intellektuellen in Nigeria, der mit seiner Arbeit die Debatte über religiöse Rechte und soziale Gerechtigkeit maßgeblich beeinflusst.
Der Autor lobt die rhetorische Brillanz und die philosophische Belesenheit Sanusis, merkt jedoch kritisch an, dass die Argumentation oft sehr harsch ist und konkrete Beweise oder Namensnennungen bei Korruptionsvorwürfen fehlen.
Sanusi plädiert für einen moderaten Dialog und betont, dass Konflikte meist nicht aus der Religion selbst, sondern aus politischem Versagen und Manipulation entstehen.
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