Diplomarbeit, 2006
81 Seiten, Note: 1,1
1 Virales Marketing – Das Ende klassischer Werbung
2 Theoretischer Bezugsrahmen und Grundlagen
2.1 SOR-Modell
2.2 Stimulus: Humor als Erfolgfaktor im viralen Marketing
2.3 Organismus: Das Internet als zentrales Medium
2.4 Reaktion: Soziale Epidemien
3 Theoretische Konzepte zur Humorbedeutung
3.1 Die Inkongruenztheorien im Feld der Humortheorien
3.2 Aktivierung
3.3 Motivation und Einstellung
3.4 Memetik
3.5 Allgemeine Studien aus der Praxis
3.6 Kritische Würdigung
4 Operationalisierung
5 Empirische Untersuchung
5.1 Hypothese
5.2 Methodik
5.3 Stichprobe
5.4 Ergebnisse und Hypothesenprüfung
5.4.1 Allgemeine Ergebnisse
5.4.2 Hypothesenprüfung
6 Fazit und abschließende Bewertung
Die Diplomarbeit untersucht die Rolle von Humor als zentralen Erfolgsfaktor für virales Marketing. Das primäre Ziel ist es, die Forschungsfrage zu beantworten, wie humorige Inhalte innerhalb einer viralen Kampagne gestaltet sein müssen, um die Weiterleitung durch Konsumenten in sozialen Netzwerken systematisch auszulösen, wobei insbesondere die Passung zwischen Humortyp und Zielgruppe analysiert wird.
3.1 Die Inkongruenztheorien im Feld der Humortheorien
Der Begriff Humor kommt ursprünglich aus dem Lateinischen und bedeutet eigentlich Körpersäfte. Hintergrund war die im 17. Jahrhundert aufgekommene Vorstellung, dass die Mischung der Körpersäfte für den Gemütszustand des Menschen verantwortlich ist.
In der Neuzeit sind verschiedene Theorien über Humor entstanden: die Inkongruenz-, Ambivalance-, Release-and-Relief- und Superiority-Theorien. Sie wurden im angelsächsischen Raum veröffentlicht, in dem bis heute der Großteil der wissenschaftlichen Diskussion zum Humor stattfindet. In der deutschen Literatur und Forschung fand das Thema bisher wenig Raum.
Verschiedene wissenschaftliche Disziplinen haben sich mit Humor und Lachen auseinandergesetzt: Philosophie, Psychologie, Soziologie und andere. Je nachdem, welche wissenschaftliche Disziplin die Basis ist und welche der genannten Theorien zu Rate gezogen wird, kann Humor unterschiedlich charakterisiert und definiert werden. In der Literatur wird deswegen kaum eine griffige Definition angegeben: „Although everyone seems to recognize a sense of humour when they see it, no one seems to agree on how to define or to explain it.“ Es wird deswegen auch behauptet, dass es wahrscheinlich nie gelingen wird, Humor einheitlich zu definieren. Das Duden Fremdwörterbuch definiert z. B. Humor als „die Fähigkeit und Gabe eines Menschen, der Unzulänglichkeiten der Welt und der Menschen, den Schwierigkeiten und Missgeschicken des Alltags mit heiterer Gelassenheit zu begegnen, sie nicht so tragisch zu nehmen und über sie und sich lachen zu können.“ Humor wird hiernach als eine Art Bewältigungsmechanismus gesehen.
1 Virales Marketing – Das Ende klassischer Werbung: Einleitung in den Wandel der Werbelandschaft hin zu interaktiven Formen der Kommunikation und die wachsende Bedeutung des viralen Marketings.
2 Theoretischer Bezugsrahmen und Grundlagen: Vorstellung des SOR-Modells (Stimulus-Organismus-Reaktion) als fundamentale Basis für das Verständnis von Konsumentenverhalten im viralen Kontext.
3 Theoretische Konzepte zur Humorbedeutung: Detaillierte Untersuchung psychologischer und biologischer Erklärungsmodelle für die Wirkung von Humor und dessen Potenzial für virale Verbreitung.
4 Operationalisierung: Erläuterung der methodischen Vorgehensweise zur Messung von Konstrukten wie NFC, Persönlichkeitsdimensionen und Humorrezeption für die empirische Studie.
5 Empirische Untersuchung: Präsentation der Ergebnisse einer CAWI-Befragung, die den Zusammenhang zwischen Humortypen, Konsumentenclustern und Weiterleitungsbereitschaft belegt.
6 Fazit und abschließende Bewertung: Zusammenfassung der Kernerkenntnisse und Handlungsempfehlungen für eine zielgruppengerechte Nutzung von Humor im viralen Marketing.
Virales Marketing, Humor, SOR-Modell, Inkongruenztheorien, Need for Cognition, Weiterleitungspotenzial, Soziale Epidemien, Konsumentenverhalten, Memetik, Werbewirkung, Humorpräferenzen, Aktivierung, Motivation, Clusteranalyse, Kommunikation.
Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Humor als wesentlichen Erfolgsfaktor in viralen Marketingkampagnen und analysiert, wie humoristische Inhalte gestaltet sein müssen, um von Konsumenten aktiv weiterverbreitet zu werden.
Die zentralen Felder sind die Werbepsychologie, Theorien der Humorentstehung (insb. Inkongruenztheorien), die Memetik sowie das Konsumentenverhalten im Kontext von viralen sozialen Epidemien.
Ziel ist es zu belegen, ob die Deckung zwischen humorigen Inhalten einer Kampagne und den spezifischen Humorpräferenzen einer Zielgruppe maßgeblich bestimmt, ob ein Inhalt viral weitergeleitet wird.
Neben einer fundierten theoretischen Herleitung auf Basis bekannter Verhaltensmodelle nutzt der Autor eine empirische Studie in Form einer 25-minütigen CAWI-Befragung mit 534 Probanden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (SOR-Modell, Inkongruenz- und Motivationstheorien) und eine empirische Operationalisierung, in der die Hypothese durch Clusteranalysen und Regressionsrechnungen geprüft wird.
Die wichtigsten Begriffe sind virales Marketing, Inkongruenz, Need for Cognition (NFC), Weiterleitungsbereitschaft und der Humortypus.
Die Memetik dient als erklärender Ansatz dafür, warum sich bestimmte humoristische Inhalte (Meme) im Internet verbreiten und warum andere trotz strategischer Platzierung an Bedeutung verlieren.
Die Analyse identifiziert drei Gruppen: Mainstreamers, routineliebende Kopfmenschen und extravertierte Meinungsführer, die sich deutlich in ihrer Motivation und Persönlichkeitsstruktur beim Weiterleiten von Inhalten unterscheiden.
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