Magisterarbeit, 2002
109 Seiten, Note: 2,00
1. Einleitung
2. Allgemeines zum Thema Literaturkritik
2.1 Literaturkritik, was ist das?
2.2 Wer schreibt Literaturkritik?
2.3 Für wen ist Literaturkritik?
2.4 Was beinhaltet Literaturkritik?
2.5 Die Geschichte der Literaturkritik
2.6 Wozu dient Literaturkritik?
3. Die Betrachtung der Problematik um die Literaturkritik
3.1 Empfinden oder Bewerten? – Die Trennung in Literaturkritik und Literaturwissenschaft
3.2 Wie sieht sie aus, die aktuelle Literaturkritik? Welche Probleme treten auf?
3.2.1 Die Reduzierung auf den Unterhaltungswert und die reine Konzentration auf den Inhalt
3.2.2 Das Problem der Taggebundenheit und der Erscheinungsfristen für Rezensionen
3.2.3 Der Versuch von Intertextualität oder die unbegründete Wichtigkeit des Auffindens von Merkmalen aus anderen Werken
3.2.4 Das Problem der Subjektivität
3.2.5 Marktstrategische Überlegungen - die Kommerzialisierung der Literaturkritik und das damit einhergehende „Beziehungsgeklüngel“
3.2.6 Problem der ans Werk herangetragenen Erwartungen und andere Schwächen der Literaturkritik
3.2.7 Problem der Aufgabenauffassung der Literaturkritik
3.3 Zum heutigen Ansehen der Kritiker und ihrer Arbeit
3.4 Unterschiede zur Literaturkritik des Auslands
3.5 Wie könnte sich die Situation der Literaturkritik verbessern oder entschärfen?
3.6 Günter Grass zum Thema Literaturkritik
4. Die Unkenrufe von Günter Grass – Einführung in das Werk
4.1 Grass’ Ausgangspunkt für seine Erzählung
4.2 Inhalt
4.2.1 Die Handlung in Kürze
4.2.2 Figurenkonstellation
4.2.3 Ort der Handlung
4.2.4 Die erzählte Zeit
4.2.5 Der Versöhnungsfriedhof und seine Gleichnis-Bedeutung
4.2.6 Die Unkenmetaphorik
4.2.7 Das Liebespaar Alexander und Alexandra und ihr vorbildhafter Umgang mit der Geschichte
4.2.8 Chatterjee, die undurchsichtige Figur
4.3 Form
4.3.1 Erzählstruktur
4.3.2 Erzählstil
4.3.2.1 Erzeugung von Sprachwitz durch abweichende semantische Relationen
4.3.2.2 Nutzung graphischer Mittel zu funktionalen Zwecken
4.3.2.3 Syntaktische Aspekte
4.3.2.4 Die reichhaltige Symbolik und Metaphorik
4.4 An Stelle eines Resümees
5. Die Unkenrufe in der Literaturkritik
5.1 Daten und Ereignisse zum Erscheinungsverlauf der Unkenrufe
5.2 Die feuilletonistischen Reaktionen auf die Unkenrufe
5.2.1 Der Trend zum Event, oder die ersten Berichte über das neue Werk von Günter Grass
5.2.2 Der Rezensionsverlauf
5.2.3 Vergleichende Untersuchung der Rezensionen mittels verschiedener Untersuchungspunkte
5.2.3.1 Sprache, Symbolik und Komposition
5.2.3.2 Das Thema Versöhnungsfriedhof und die dahinterstehende Intention
5.2.3.3 Die Wahl des Handlungsortes
5.2.3.4 Die erzählte Zeit
5.2.4 Regionale Differenzen der Betrachtungen
5.2.5 Die Unterschiede der Bewertungen zwischen kleineren Lokalzeitungen und großen überregionalen Zeitungen
5.2.6 Die Betrachtungen der Unkenrufe im Ausland
6. Gesamtresümee: Wie verlief die Literaturkritik der Unkenrufe. Welches Bild hinterlässt sie?
6.1 Die Bedeutung der Unkenrufe in der Literaturkritik
6.2 Welches Bild bleibt in der Öffentlichkeit zurück?
6.3. Welche öffentliche Aufgabe schien mit der Kritik verbunden zu sein?
6.4 Wie wirkt sich die Buchkritik auf die Literaturwissenschaft aus?
6.5 Wie geht Grass mit der Literatukritik um?
6.6 Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Autor und Literaturkritik. Anhand der Rezensionen zu Günter Grass’ Erzählung „Unkenrufe“ analysiert die Verfasserin, wie die zeitgenössische Kritik mit dem Werk umgeht, welche Kriterien sie bei der Bewertung anlegt und inwiefern sie ihrer Rolle als vermittelnde Instanz zwischen Literatur und Publikum gerecht wird.
3.2.1 Die Reduzierung auf den Unterhaltungswert und die reine Konzentration auf den Inhalt
Ein sehr stark vertretenes Phänomen ist die bereits erwähnte Konzentration auf den Unterhaltungsaspekt, den die Kritiken zu erfüllen haben. Dieser führt dazu, dass es sich bei mancher Rezension nur noch um eine Trendsuche handelt. Ein Werk, wie zum Beispiel die Unkenrufe, wird unzählige Male rezensiert, jede Zeitung muss etwas schreiben und bei all dem geht es eigentlich gar nicht mehr um das Werk selbst, sondern um den Trend, den man mitgehen muss.
Wichtiger als das Buch ist dabei der Autor, der einen weitaus höheren Unterhaltungswert zu haben scheint. Hanno Hebling äußerte sich in seinem Aufsatz Literaturkritik in deutschen Tageszeitungen explizit zu diesem Problem, weist die Verantwortung zunächst aber dem lesenden Publikum zu, einem Publikum, das von der Literaturszene nicht so sehr Information wie Unterhaltung erwartet. Das auf Textanalysen verzichten kann und ein Urteil auch dann akzeptiert, wenn ihm keine sehr gründliche Deutung des Werkes vorangeht. Das jedoch dankbar ist, wenn dieses Urteil eindeutig günstig oder ungünstig ausfällt. Das sich namentlich über die scharfe Ablehnung eines Buches freut und den Rezensenten bewundert, der einen „Verriß“ geschrieben, der es dem Autor gegeben hat. [...] Dieses Publikum will mehr über Autoren als über deren Werke lesen.
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert das komplexe Verhältnis zwischen Autor und Kritiker und stellt die Forschungsfrage, ob Literaturkritik heute primär unterhaltend oder informativ agiert.
2. Allgemeines zum Thema Literaturkritik: Es werden grundlegende Definitionen, Funktionen und die Geschichte der Literaturkritik in Deutschland erörtert.
3. Die Betrachtung der Problematik um die Literaturkritik: Dieser Teil analysiert die strukturellen Defizite der aktuellen Kritik, wie Subjektivität, ökonomischen Druck und den Mangel an tiefgreifender inhaltlicher Auseinandersetzung.
4. Die Unkenrufe von Günter Grass – Einführung in das Werk: Das Werk wird inhaltlich und formal vorgestellt, wobei Aspekte wie die Figurenkonstellation, der Handlungsort Danzig und Grass’ Sprachstil beleuchtet werden.
5. Die Unkenrufe in der Literaturkritik: Die Autorin untersucht konkret den Rezensionsverlauf und die feuilletonistische Berichterstattung zu Grass' Werk, unterteilt in verschiedene Untersuchungspunkte.
6. Gesamtresümee: Wie verlief die Literaturkritik der Unkenrufe. Welches Bild hinterlässt sie?: Die Ergebnisse werden zusammengefasst, wobei das Fazit zeigt, dass viele Kritiken den Anforderungen an eine fundierte Vermittlung nicht gerecht wurden.
Literaturkritik, Günter Grass, Unkenrufe, Buchkritik, Feuilleton, Rezension, Literaturwissenschaft, Rezeptionsanalyse, Autor, Medienmacht, Unterhaltungswert, Literaturvermittlung, Danzig, Versöhnungsfriedhof, Sprachstil
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der deutschen Literaturkritik unter besonderer Berücksichtigung der Rezeption von Günter Grass' Werk "Unkenrufe".
Die Themen umfassen die Rolle des Kritikers als Vermittler, die Kommerzialisierung des Kulturbetriebs, den Unterhaltungscharakter im Feuilleton und das komplexe Verhältnis zwischen Literaturwissenschaft und -kritik.
Das Ziel ist es, die Qualität und Objektivität der Rezensionen zu "Unkenrufe" zu evaluieren und aufzuzeigen, wie das Werk und die Intention des Autors von der Kritik wahrgenommen oder verkannt wurden.
Es wird eine inhaltsanalytische Untersuchung durchgeführt, bei der ein breites Spektrum an Zeitungsrezensionen systematisch nach Untersuchungspunkten wie Sprache, Symbolik und inhaltlicher Auseinandersetzung ausgewertet wird.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Literaturkritik und eine detaillierte Analyse der feuilletonistischen Reaktionen auf "Unkenrufe", untergliedert in Regionen und Medientypen.
Die zentralen Begriffe sind Literaturkritik, Günter Grass, Rezensionsanalyse, Feuilleton und Literaturvermittlung.
Sie kritisiert diesen Trend scharf, da er dazu führe, dass nicht mehr das Werk selbst, sondern die Person des Autors und marktstrategische Erwägungen im Vordergrund stünden.
Die Arbeit stellt fest, dass Literaturkritik oft die erste Instanz für Deutungsansätze bildet, die anschließend von der Literaturwissenschaft aufgegriffen und vertieft werden.
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