Diplomarbeit, 2005
139 Seiten, Note: 1,8
1. DIE ERSTE REPUBLIK
1.1 Gründung des gemeinsamen Staates 1918/1919
1.1.2 Nationale Wiederbelebung im 19. Jahrhundert
1.1.3 Die Gründungsaktivitäten von Tomáš G. Masaryk und Milan R. Štefánik
1.1.4 Der Mythos der „tschechoslowakischen Nation“
1.1.5 Gründung der Tschechoslowakischen Republik
1.1.6 Die staatsrechtliche Grundlage der Ersten Republik
1.2 Innenpolitische Lage und Aufbau der Ersten Republik 1918-1939
1.2.1 Aufbau der Ersten Republik
1.2.2 Das tschechisch-slowakische Verhältnis in der Ersten Republik
1.3 Die ČSR im Schatten des Dritten Reiches – Das Münchner Abkommen
1.3.1 Auswirkung der außenpolitischen Konstellation der Dreißiger Jahre auf die ČSR
1.3.2 Die außenpolitische Lage nimmt einen negativen Wandel
1.3.3 Das Münchner Abkommen – Weg zum ersten Zerfall der Tschechoslowakei
1.4 Abspaltung der Slowakei 1939 - Gründung des faschistischen Satellitenstaates
1.4.1 Von Autonomie zur Abspaltung der Slowakei
2. DIE KRIEGSJAHRE, DER WIDERSTAND, DIE EXILREGIERUNG UND IHRE „DOKTRIN DER RECHTSKONTINUITÄT“
2.1 Aktivitäten der Londoner Exilregierung und die „Doktrin der Rechtskontinuität“
2.2 Der Widerstand während des Zweiten Weltkrieges und der slowakische Nationalaufstand
2.3 Wiederherstellung der Ersten Republik nach dem Zweiten Weltkrieg
2.4 Die letzten freien Wahlen von 1946 – der Aufstieg der Kommunisten
3. DIE SOZIALISTISCHE ZWEITE REPUBLIK
3.1 Der kommunistische Staatsstreich und die Verfassung von 1948
3.2 Die totalitäre Verfassung von 1960
3.3 Der „Prager Frühling“ und seine Auswirkung auf das Verhältnis zwischen den Tschechen und den Slowaken
3.4 Die sozialistische Föderation
3.5 Aufbau der sozialistischen Föderation
3.6 Wiederherstellung des totalitären Regimes
4. DIE SAMTENE REVOLUTION VON 1989 – ZÜNDER DES ZERFALLS?
4.1 Die Opposition nach 1968
4.2 Fall des Kommunismus im November 1989
4.3 Rücktritt der kommunistischen Garnitur
5. ZUSAMMENFASSUNG
6. STAATSRECHTLICHE ASPEKTE
6.1 Das Problem der sozialistischen Verfassung
6.2 Evolution oder Revolution?
6.3 Anmerkungen zum Sezessionsrecht
6.4 Die Verfassungen der Republiken
7. INNENPOLITISCHE LAGE 1989/1990
7.1 Innenpolitische und gesellschaftliche Veränderungen nach 1989
7.2 Gesamtstaatliche politische Parteien und deren sinkender Einfluss
7.3 Politische Parteien in Tschechien
7.4 Politische Parteien in der Slowakei
8. ÖKONOMISCHE UND SOZIALE LAGE
8.1 Die wirtschaftliche Entwicklung der Tschechoslowakei
8.2 Tschechoslowakische Wirtschaft zu Beginn der neunziger Jahre
8.3 Die Folgen
9. AUßEN- UND SICHERHEITSPOLITISCHE ASPEKTE
9.1 Neue Welt- und Europaordnung
9.2 Die außenpolitischen Herausforderungen
10. ZUSAMMENFASSUNG
11. DIE ERSTEN FREIEN WAHLEN 1990 UND DEREN AUSWIRKUNG
11.1 Der Bindestrichkrieg
11.2 Beitrag der Intellektuellen zum Bindestrichkrieg
11.3 Bewertung
12. DIE WAHLEN 1990 UND DEREN AUSWIRKUNGEN
12.1 Das politische Umfeld
12.2 Die Wahlprogramme
12.3 Die Wahlergebnisse und die neuen Regierungen
13. DIE VERHANDLUNGEN ÜBER DIE GEMEINSAME STAATSFORM – DAS KOMPETENZGESETZ
13.1 Die Absichten
13.2 Die Verhandlungen über die Kompetenzen
13.3 Die Krise der Verhandlungen im Schatten des Sprachengesetzes
13.4 Inhalt des Kompetenzgesetzes
14. DIE VERHANDLUNGEN 1991
14.1 Der wirtschaftliche Kontext
14.2 Zersplitterung der politischen Parteien
14.3 Neue Initiative: Der Tschechisch-slowakische Staatsvertrag
14.4 Die Verhandlungen über den Staatsvertrag – erste Jahreshälfte 1991
14.5 Havels gescheitertes Referendum
14.6 Haltung der Bevölkerung zur gemeinsamen Staatsform
14.7 Die Verhandlungen über den Staatsvertrag – Jahreswende 1991/1992
14.8 Folgen der Konsensunfähigkeit
15. DIE PARLAMENTSWAHLEN 1992 – DER ANFANG VOM ENDE
15.1 Politische Ausgangslage
15.1.1 Die politischen Parteien, deren Programme und der Wahlkampf
15.1.2 Die öffentliche Meinung
15.2 Die Wahlen
15.2.1 Die Wahlergebnisse
15.2.2 Die Wahlsieger: Václav Klaus und Vladimír Mečiar
16. DER ZWEITE ZERFALL DER TSCHECHOSLOWAKEI
16.1 Koalitionsverhandlungen zwischen ODS und HZDS
16.1.1 Die Brünner Verhandlungen
16.1.2 Die erste Verhandlungsrunde in Prag
16.1.3 Die zweite Verhandlungsrunde in Prag
16.2 Das politische Abkommen über den Zerfall
16.3 Die Slowakische Souveränitätserklärung und die Verabschiedung der slowakischen Verfassung
16.3.1 Die Souveränitätserklärung des Slowakischen Nationalrates
16.3.2 Die slowakische Verfassung
17. MODALITÄTEN DES ZERFALLS 1992
17.1 Das Vertragswerk und die Trennung des föderalen Eigentums
17.2 Gesetze über das Ende der Tschechoslowakei
17.2.1 Gesetz über die Trennung des föderalen Eigentums
17.2.2 Gesetz über die Auflösung der Föderation
18. LEGITIMITÄT DES ZERFALLS
18.1 Wer sollte entscheiden und wer hat tatsächlich entschieden?
18.2 Die Interessen der ODS und der HZDS
Die vorliegende Arbeit liefert eine komplexe Analyse der Geschichte, der Innen- und Außenpolitik sowie der Verfassungsproblematik der Tschechoslowakei, um die Ursachen für den Zerfall des gemeinsamen Staates zu ergründen und die Mythen aufzudecken, die diesen Prozess bis an sein Ende begleitet haben.
1.1.1 Die Beziehungen zwischen den Tschechen und Slowaken vor der Gründung der Ersten Republik
In Europa gab es nur selten eine derartige Beziehung zwischen zwei Völkern, wie es bei den Tschechen und Slowaken der Fall ist. Diese Beziehung ist trotz der Tatsache, dass beide Völker ganze Jahrhunderte in unterschiedlichen Staaten lebten, durch spezifische Besonderheiten geprägt. Die Tschechen sind in Europa geographisch die westlichsten Slawen, die durch ihre deutschen Nachbarn nicht selten bedroht wurden. Diese geopolitische Konstellation hat die Tschechen immer wieder gezwungen einen Ausgleich im Osten zu suchen, wo ein kulturell und sprachlich verwandtes Volk – die Slowaken – lebten.
Das Gebiet der heutigen Slowakei gehörte seit dem frühen 11. Jahrhundert zum Königreich Ungarn. Allerdings waren die Ungarn ein neues Volk in Europa, welches in der letzten Phase der Völkerwanderung nach Mitteleuropa kam. Unter dem ungarischen Druck ist das Mährische Fürstentum, welches zwischen den Jahren 846-907 nachweislich existierte (Abb. 1), zerfallen.
1. DIE ERSTE REPUBLIK: Dieses Kapitel behandelt die Gründung und die innenpolitische Lage der Tschechoslowakei zwischen den Weltkriegen sowie die Entstehung des gemeinsamen Staates.
2. DIE KRIEGSJAHRE, DER WIDERSTAND, DIE EXILREGIERUNG UND IHRE „DOKTRIN DER RECHTSKONTINUITÄT“: Hier werden die Aktivitäten der Exilregierung während des Zweiten Weltkriegs und der slowakische Nationalaufstand thematisiert.
3. DIE SOZIALISTISCHE ZWEITE REPUBLIK: Dieses Kapitel beleuchtet den kommunistischen Staatsstreich, die totalitäre Verfassung von 1960 und den Prager Frühling.
4. DIE SAMTENE REVOLUTION VON 1989 – ZÜNDER DES ZERFALLS?: Der Fokus liegt auf den gesellschaftlichen Veränderungen nach 1989 und dem Fall des kommunistischen Regimes.
5. ZUSAMMENFASSUNG: Dieses Kapitel resümiert die historische Entwicklung und die Gründe für das Scheitern des gemeinsamen Staates.
6. STAATSRECHTLICHE ASPEKTE: Analyse der verfassungsrechtlichen Herausforderungen nach dem Umbruch und die Problematik des Sezessionsrechts.
7. INNENPOLITISCHE LAGE 1989/1990: Betrachtung der innenpolitischen Dynamik und der Parteienlandschaft direkt nach der Wende.
8. ÖKONOMISCHE UND SOZIALE LAGE: Untersuchung der wirtschaftlichen Transformationsprozesse und deren soziale Folgen für die Bevölkerung.
9. AUßEN- UND SICHERHEITSPOLITISCHE ASPEKTE: Erläuterung der außenpolitischen Herausforderungen und der Neuordnung der Beziehungen zu Nachbarländern.
10. ZUSAMMENFASSUNG: Ein abschließendes Resümee über die Ausgangslage der Nachfolgestaaten nach 1989.
11. DIE ERSTEN FREIEN WAHLEN 1990 UND DEREN AUSWIRKUNG: Das Kapitel widmet sich dem Bindestrichkrieg als erstem Anzeichen für politische Divergenzen.
12. DIE WAHLEN 1990 UND DEREN AUSWIRKUNGEN: Analyse der Wahlprogramme und der politischen Landschaft nach den ersten demokratischen Wahlen.
13. DIE VERHANDLUNGEN ÜBER DIE GEMEINSAME STAATSFORM – DAS KOMPETENZGESETZ: Darstellung der Verhandlungen zwischen Prag und Bratislava zur Neugestaltung der Kompetenzverteilung.
14. DIE VERHANDLUNGEN 1991: Detaillierte Betrachtung der gescheiterten Versuche, einen stabilen Staatsvertrag zu formulieren.
15. DIE PARLAMENTSWAHLEN 1992 – DER ANFANG VOM ENDE: Untersuchung des Wahlkampfs und der Wahlergebnisse, die den Zerfall der ČSFR besiegelten.
16. DER ZWEITE ZERFALL DER TSCHECHOSLOWAKEI: Dokumentation der letzten Verhandlungsrunden und der rechtlichen Schritte zur Auflösung der Föderation.
17. MODALITÄTEN DES ZERFALLS 1992: Erläuterung der praktischen Umsetzung der Trennung, inklusive Eigentumsfragen.
18. LEGITIMITÄT DES ZERFALLS: Kritische Reflexion über die verfassungsrechtliche Legitimität des Zerfallsprozesses ohne Referendum.
Tschechoslowakei, Samtene Revolution, Zerfall, Václav Havel, Vladimír Mečiar, Föderalismus, Nationalismus, Kompetenzgesetz, Prager Frühling, Kommunismus, Rechtskontinuität, Staatenbund, Transformation, Bindestrichkrieg, ODS, HZDS
Die Arbeit analysiert die historischen, innenpolitischen, ökonomischen und verfassungsrechtlichen Ursachen, die zum Zerfall der Tschechoslowakischen Föderativen Republik im Jahr 1992 führten.
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung der tschechisch-slowakischen Beziehungen seit 1918, den Auswirkungen der kommunistischen Ära sowie den spezifischen Verhandlungsprozessen zwischen 1989 und 1992, die in die friedliche Teilung mündeten.
Das Ziel der Arbeit ist eine komplexe Analyse der Faktoren, die zum Ende des gemeinsamen Staates führten, wobei der Autor insbesondere die Rolle der politischen Eliten und die unterschiedliche Wahrnehmung der Geschichte hinterfragt.
Der Autor führt eine komplexe Analyse durch, die auf einer umfassenden Auswertung historischer Quellen, diplomatischer Dokumente, zeitgenössischer politischer Analysen und Meinungsumfragen basiert.
Der Hauptteil ist in drei Teile gegliedert: Teil I beleuchtet die gemeinsame Geschichte von 1918 bis 1989; Teil II analysiert die Ausgangslage nach der Samtenen Revolution; Teil III widmet sich detailliert dem eigentlichen Prozess des Zerfalls bis zur staatsrechtlichen Auflösung.
Zentrale Begriffe sind u.a. der Zerfall der Tschechoslowakei, die Samtene Revolution, der Kompetenzstreit zwischen Prag und Bratislava, die Akteure Havel und Mečiar sowie der Konflikt zwischen Föderalismus und Unabhängigkeitsbestrebungen.
Der Bindestrichkrieg wird als erstes Symptom für die grundlegend unterschiedlichen Identitätsvorstellungen und das wachsende Misstrauen zwischen tschechischen und slowakischen Politikern nach 1989 interpretiert.
Der Autor zeigt auf, dass der Verzicht auf eine Volksabstimmung zur Frage des Zerfalls die Legitimität des Prozesses schwächte, da die politische Elite die Entscheidung über das Schicksal des Staates unter sich ausmachte.
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