Diplomarbeit, 2005
53 Seiten, Note: 2,3
1. EINLEITUNG
1.1. Personalabbau in den Unternehmen – aktuelle Situation
1.2. Die Survivors
1.3. Problematische Übertragung der Forschungsergebnisse
1.4. Überblick ausgewählter Survivormodelle
2. TYPOLOGISCHE UND STRUKTURELLE BETRACHTUNG DER SURVIVORREAKTIONEN
2.1. Das Modell von Mishra und Spreitzer
2.2. Das Modell von Brockner
2.2.1. Emotionale Reaktionen der Survivors
2.2.1.1 Angst und Arbeitsunsicherheit
2.2.1.2 Schuldgefühle
2.2.1.3 Wut
2.2.1.4 Erleichterung
2.2.2. Einfluss auf die Einstellungen und das Verhalten
2.2.2.1 Arbeitszufriedenheit
2.2.2.2 Commitment
2.2.2.3 Vertrauen und Bruch des alten psychologischen Vertrages
2.2.2.4 Motivation
2.2.2.5 Arbeitsleistung, Risiko- und Innovationsverhalten
2.2.3 Reaktionsbeeinflussende Faktoren
2.2.3.1 Individuelle Unterschiede
2.2.3.2 Umwelteinwirkungen
2.2.3.3 Fairness des Personalabbaus
2.2.3.4 Veränderungen der Arbeitsbedingungen
3. PROZESSUALE BETRACHTUNG DER SURVIVORREAKTIONEN UND INTERVENTIONSMÖGLICHKEITEN
3.1. Das Modell von Bridges
3.2. Das Prozessmodell und das Interventionsmodell von Noer
4. SCHLUSSBETRACHTUNG
Die Arbeit untersucht die psychologischen und verhaltensbezogenen Folgen von Personalabbaumaßnahmen für die im Unternehmen verbleibenden Mitarbeiter, die sogenannten „Survivors“. Das primäre Ziel ist es, die vielfältigen, häufig negativen Reaktionsmuster der Mitarbeiter durch verschiedene wissenschaftliche Modelle (typologisch, strukturell und prozessual) zu analysieren und wirksame Interventionsmöglichkeiten für das Management aufzuzeigen, um den Erfolg von Restrukturierungen zu sichern.
2.1. Das Modell von Mishra und Spreitzer
Im typologischen Modell von Mishra und Spreitzer werden die Survivorreaktionen in vier verschiedene Archetypen unterteilt. Die Grundlage hierfür bildet das Stress Bewältigungs-Modell von Lazarus und Folkman.22 In diesem Gliederungspunkt werden zuerst die vier verschiedenen Reaktionstypen vorgestellt. Anschließend wird das Modell von Lazarus und Folkman erläutert. Daran anlehnend werden die möglichen Situationen während eines Personalabbaus geschildert, die die Survivors zu den unterschiedlichen Reaktionsweisen veranlassen. Die Reaktionen der Survivors werden in zwei Verhaltensdimensionen mit den Merkmalsausprägungen konstruktiv und destruktiv sowie aktiv und passiv unterteilt. Somit entstehen folgende vier Reaktionsmöglichkeiten: ängstlich, verbunden, zynisch und hoffnungsvoll. Die folgende Abbildung verdeutlicht diese vier Reaktionstypen.
1. EINLEITUNG: Das Kapitel beleuchtet die aktuelle Situation des Stellenabbaus in Unternehmen, führt den Begriff der „Survivors“ ein und diskutiert die Problematik der Übertragung angelsächsischer Forschungsergebnisse auf den deutschen Kontext.
2. TYPOLOGISCHE UND STRUKTURELLE BETRACHTUNG DER SURVIVORREAKTIONEN: Dieses Hauptkapitel analysiert das typologische Modell von Mishra und Spreitzer sowie das strukturelle Modell von Brockner, um die emotionalen Reaktionen, Einstellungen und das Verhalten der verbleibenden Mitarbeiter detailliert zu erfassen.
3. PROZESSUALE BETRACHTUNG DER SURVIVORREAKTIONEN UND INTERVENTIONSMÖGLICHKEITEN: Hier werden ergänzende prozessuale Ansätze vorgestellt, namentlich das Veränderungsmodell von Bridges und das Trauerprozess- sowie Interventionsmodell von Noer, um gezielte Maßnahmen zur Unterstützung der Survivors in verschiedenen Phasen abzuleiten.
4. SCHLUSSBETRACHTUNG: Die Abschlussbetrachtung resümiert die Notwendigkeit einer bewussten Vorbereitung und Planung von Personalabbauprozessen durch das Management, um negative Auswirkungen auf die verbleibende Belegschaft zu mindern und den Unternehmenserfolg nachhaltig zu sichern.
Personalabbau, Survivor Syndrom, Survivor Sickness, Downsizing, Arbeitszufriedenheit, Commitment, Psychologischer Vertrag, Prozessuale Betrachtung, Interventionsmanagement, Führung, Mitarbeiterbindung, Arbeitsunsicherheit, Change Management, Transitionsmanagement, Unternehmenskultur
Die Arbeit analysiert die psychologischen und verhaltensbezogenen Folgen, die ein Personalabbau auf die Mitarbeiter hat, die im Unternehmen verbleiben (die sogenannten „Survivors“).
Die zentralen Themen sind das „Survivor Syndrom“, die Auswirkungen auf Arbeitszufriedenheit und Motivation, die Bedeutung von Fairness und Vertrauen sowie die prozessuale Bewältigung von Veränderungen durch die Mitarbeiter.
Das Ziel ist es, durch die Darstellung wissenschaftlicher Modelle die Reaktionen der verbleibenden Belegschaft besser zu verstehen und dem Management konkrete Handlungsempfehlungen für ein humanes und erfolgreiches Trennungsmanagement an die Hand zu geben.
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse, in der verschiedene strukturelle (z.B. Brockner, Mishra und Spreitzer) und prozessuale (z.B. Bridges, Noer) Modelle der Managementforschung synthetisiert und auf ihre Anwendung im Kontext von Personalabbau geprüft werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine typologische und strukturelle Analyse der Reaktionen (Emotionen, Einstellungen, Verhalten) sowie eine prozessuale Betrachtung, die den Trauer- und Anpassungsprozess der Mitarbeiter in Phasen unterteilt.
Die wichtigsten Begriffe sind Personalabbau, Survivor Syndrom, Commitment, Psychologischer Vertrag, Prozessmodelle, Intervention und Mitarbeiterbindung.
Das Eisberg-Modell verdeutlicht, dass neben den sichtbaren Kosten eines Personalabbaus ein großer, verdeckter Kostenblock existiert, der durch Demotivation, Verunsicherung, Loyalitätsverlust und sinkende Arbeitsleistung der verbleibenden Mitarbeiter entsteht.
Die Übertragung ist aufgrund kultureller Unterschiede (geringere Risikobereitschaft in Deutschland), unterschiedlicher Rechtssysteme (z.B. Kündigungsschutzgesetz) und abweichender Arbeitsmarktstrategien nur mit großer Vorsicht zu genießen.
Die vier P's stehen für "purpose" (Grund für den Abbau), "picture" (Zukunftsvision), "plan" (konkrete Schritte für den Einzelnen) und "part" (aktive Einbindung der Mitarbeiter).
Während die Abschiedsphase das Loslassen des Alten markiert, ist die "Neutrale Zone" das Niemandsland zwischen alter und neuer Realität; sie ist eine anspruchsvolle Phase, in der die größte Kreativität, aber auch die höchste Absentismusrate und Labilität bei den Mitarbeitern auftritt.
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