Magisterarbeit, 1999
120 Seiten, Note: befriedigend
1 EINLEITUNG
2 ÜBERLIEFERUNGSSITUATION
2.1 LOGISTIK IN DER ANTIKEN ÜBERLIEFERUNG
2.2 EINZELNE QUELLEN
3 GRUNDLAGEN
3.1 VERSORGUNGSSTRUKTUREN
3.1.1 DIE ANNONA MILITARIS UND IHRE VERWALTUNG
3.1.2 ZUM SYSTEM DER HORREA MIT MILITÄRISCHER FUNKTION
3.1.3 TRANSPORTWEGE
3.1.4 VERSORGUNG IM WINTERLAGER
3.2 ZU DEN VERSORGUNGSGÜTERN
3.2.1 BESTANDTEILE DER HEERESVERPFLEGUNG
3.2.2 SCHWIERIGKEIT DER BEDARFSBERECHNUNG
4 AUSGEWÄHLTE FÄLLE DER ÜBERLIEFERUNG
4.1 UNTERSUCHUNG DER FELDZÜGE
4.1.1 FELDZUG CONSTANTIUS II. GEGEN DIE ALAMANNEN 354
4.1.2 VORBEREITUNGEN FÜR JULIANS FELDZUG DES JAHRES 357
4.1.3 JULIANS FELDZUG GEGEN ALAMANNEN 357
4.1.4 JULIANS FELDZÜGE DES JAHRES 358
4.1.5 JULIANS FELDZUG GEGEN FRANKEN 360
4.1.6 FELDZUG VALENTINIANS I. GEGEN ALAMANNEN 368
4.1.7 FELDZUG VALENTINIANS I. GEGEN QUADEN 375
4.2 MAßNAHMEN STRUKTURELLER BEDEUTUNG
4.2.1 ÖFFNUNG DES NACHSCHUBWEGES VON BRITANNIEN 359
4.2.2 ZU DEN GRENZBEFESTIGUNGEN VALENTINIANS I.
5 SYSTEMATISCHE ZUSAMMENFASSUNG
5.1 LOGISTISCHE VORBEREITUNGEN
5.2 TROß UND MITGEFÜHRTE VORRÄTE
5.3 RÜCKWÄRTIGER NACHSCHUB
5.4 EINBINDUNG REICHSFREMDER IN DEN NACHSCHUB
5.5 FUNKTION UND BEDEUTUNG DER PLÜNDERUNGEN
6 ERGEBNIS
Die vorliegende Arbeit untersucht die Logistik des römischen Heeres im Westen in der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts, wobei der Schwerpunkt auf der Nachschubversorgung liegt. Ziel der Arbeit ist es, die technischen und organisatorischen Abläufe der Versorgung auf Basis ausgewählter Feldzüge zu analysieren und in einen militärhistorischen Kontext zu setzen, da die Logistik bisher in der Forschung oft zugunsten politischer oder individueller Aspekte vernachlässigt wurde.
4.1.3 Julians Feldzug gegen Alamannen 357
Nach der Verzögerung des Feldzugs durch den Angriff der Läten auf Lugdunum (Lyon) und der Vertreibung der Germanen von Rheininseln und westrheinischen Gebieten ließ Julian, nun als Befehlshaber der gallischen Truppen, die nicht lange zuvor von Germanen zerstörte Befestigung Tres Tabernae (Zabern im Elsaß) wieder instand setzen. Der Feldzug begann erst zu Beginn der Erntezeit. Die Festung sollte ihre alte Funktion als Sicherungsposten zurückerhalten und mit einer festen Besatzung ausgestattet werden. Für diese ließ Julian Verpflegung für ein Jahr einlagern. Dies entspricht der Schilderung des Tacitus für die Vorkehrungen in Kastellneubauten an der britannischen Nordgrenze. Bei den eingelagerten Vorräten handelt es sich allerdings nicht um römische Bestände. Vielmehr hatte Julian nach Ammians Schilderung Soldaten ausgesandt, um die Nahrungsmittel, wohl Getreide, aus der Ernte der bei Zabern siedelnden Germanen zu plündern („... ex barbaricis messibus non sine discriminis metu collectum militis manu ...”).
1 EINLEITUNG: Definiert das Thema der logistischen Grundlagen römischer Feldzüge im 4. Jahrhundert als zentralen, bisher vernachlässigten Untersuchungsgegenstand.
2 ÜBERLIEFERUNGSSITUATION: Analysiert die Quellenlage, insbesondere Ammianus Marcellinus, und bewertet deren Aussagekraft für logistische Fragen.
3 GRUNDLAGEN: Beschreibt die administrativen Versorgungsstrukturen, die annona militaris, das System der horrea und logistische Herausforderungen.
4 AUSGEWÄHLTE FÄLLE DER ÜBERLIEFERUNG: Untersucht konkrete Feldzüge und strukturelle Maßnahmen, um logistische Abläufe in der Praxis aufzuzeigen.
5 SYSTEMATISCHE ZUSAMMENFASSUNG: Führt die Einzelergebnisse zu einem Gesamtbild der spätrömischen Logistik zusammen, inklusive Tross, Nachschub und Plünderungen.
6 ERGEBNIS: Fährt das Fazit, dass die Logistik ein mittelfristiges Gesamtkonzept darstellte, bei dem der Wiederaufbau der Infrastruktur Priorität genoss.
Römisches Heer, Logistik, Nachschub, Annona militaris, Feldzug, Spätantike, Ammianus Marcellinus, Horrea, Versorgungsstruktur, Truppenverpflegung, Britannien, Rheingrenze, Julian, Valentinian I., Plünderung.
Die Arbeit untersucht die logistischen Rahmenbedingungen des römischen Militärs im Westen während der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts, mit einem Fokus auf die Mechanismen der Nachschubversorgung.
Im Zentrum stehen die annona militaris, das Speichersystem der horrea, Transportwege, die Rolle des Trosses sowie die strategische Bedeutung von Versorgungslieferungen aus Britannien.
Das Ziel ist eine detaillierte Analyse der technischen und organisatorischen Logistikabläufe bei konkreten Feldzügen, um zu zeigen, dass militärische Erfolge maßgeblich von einer funktionierenden Versorgung abhingen.
Die Arbeit basiert auf einer kritischen Analyse antiker historiographischer Quellen, vor allem der Res gestae des Ammianus Marcellinus, ergänzt durch rechtliche Bestimmungen aus dem Codex Theodosianus und archäologische Zeugnisse.
Der Hauptteil analysiert zum einen die strukturellen Grundlagen der Versorgung (Kapitel 3) und wendet diese Erkenntnisse auf konkrete Feldzüge (Kapitel 4) an, etwa unter den Kaisern Julian und Valentinian I.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie spätrömische Logistik, annona militaris, Nachschubwege, rheinische Grenzsicherung und militärische Infrastruktur charakterisiert.
Die Wiederaufnahme der Versorgungsroute aus Britannien im Jahr 359 unter Julian wird als wesentliche logistische Leistung dargestellt, die das römische Heer am Rhein unabhängig von lokalen Ressourcen machte.
Plünderungen waren kein routinemäßiges Mittel, sondern wurden primär bei kritischen Versorgungsengpässen oder zur Erstausstattung neu befestigter Kastelle im feindlichen Gebiet als notwendige Ergänzung der offiziellen Nachschubwege geplant.
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