Diplomarbeit, 2006
72 Seiten, Note: 1,7
1. Einführung und Erkenntnisinteresse
2. Das Forschungsfeld der Medienwirkung
2.1 Grundlagen und begriffliche Klärung des Wirkungsbegriffes
2.2 Ausgangspunkt und Entwicklung der Medienwirkungsforschung
2.3 Hauptparadigmen der Medienwirkungsforschung
2.3.1 Persuasionsforschung / Überredungskommunikation
2.3.2 Theorie der kognitiven Dissonanz / Verstärkerhypothese
2.3.3 Agenda-Setting-Hypothese
2.3.4 Schweigespiraltheorie
3. Die Agenda-Setting Funktion der Massenmedien
3.1 Das ursprüngliche Modell des Agenda-Setting
3.2 Zentrale Begriffe und Variable des Modells
3.2.1 Der Begriff des „Themas“
3.2.2 Die „Wichtigkeit“ des Themas
3.2.3 Intervenierende Variable und Randbedingungen
a. Medienbezogene Variable
b. Publikumsbezogene Variable
c. Der Faktor Zeit und Themenkarrieren
3.3 Wirkungsmodelle und Effektebenen
a. Das Awareness- bzw. Aufmerksamkeitsmodell
b. Das Salience-Modell
c. Das Prioritäten-Modell
3.4 Weiterentwicklung – Agenda Building und Second-Level Agenda-Setting
4. Die Bundestagswahlkämpfe 2002 und 2005 im Vergleich – warum das Fernsehen im Wahlkampf so wichtig ist
4.1 Zur Einführung – ein Überblick über moderne Wahlkampfführung
4.2 Die Bundestagswahlen 2002 und 2005 im systematischen Vergleich
4.2.1 Politische Situation und Stimmungen
4.2.2 Das Themenmanagement der Regierung
4.2.3 Das Themenmanagement der Opposition
4.2.4 Die Agenda der Wähler
4.2.5 Die Agenda des Fernsehens
4.3 Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht den Einfluss des Fernsehens auf die Themenstrukturierung in Bundestagswahlkämpfen. Zentral ist die Frage, inwieweit das Fernsehen als wichtigstes Informationsmedium der Bevölkerung die Agenda der Wahlkämpfe bestimmt, politischen Akteuren zur Durchsetzung ihrer Themen dient oder gar unabhängige Prozesse wie "Agenda-Cutting" oder "Agenda-Surfing" initiiert.
1. Einführung und Erkenntnisinteresse
„Was wir über unsere Gesellschaft, ja über die Welt, in der wir leben, wissen, wissen wir durch die Massenmedien“.1 Diese schlichte Feststellung des Systemtheoretikers Niklas Luhmann bringt es auf den Punkt: um sich ein Bild über unsere Umwelt zu machen, um informiert zu sein, um mitreden zu können, um uns eine Meinung zu bilden, sind wir in unserer modernen Welt mehr denn je auf die Massenmedien angewiesen, ja, leben wir in einer Mediendemokratie. In dieser „’Mediengesellschaft’, in der sich die Medien quantitativ und qualitativ immer mehr ausbreiten, formieren sie sich zu einem eigenen Institutionstypus und sie werden zu Akteuren“.
Damit kommt den Medien eine besondere Verantwortung gegenüber ihren Nutzern zu, da diese in aller Regel nicht die Möglichkeit haben, die Welt vollständig durch eigene Erfahrung zu begreifen. Hierfür sind sie auf die Vermittlungsleistung durch Massenmedien angewiesen, was neben der Verantwortung sowie der Kontrollfunktion, die den Medien zugeschrieben wird, auch eine nicht zu unterschätzende Machtfülle beinhaltet. In Deutschland werden die Medien immer wieder als ‚vierte Gewalt’ tituliert, und der Anteil, den sie am täglichen Leben der Gesellschaft haben, untermauert diese Vermutung: durchschnittlich 600 Minuten pro Tag konsumieren Erwachsene ab 14 Jahren Massenmedien, wovon 220 Minuten auf das Fernsehen entfallen.
1. Einführung und Erkenntnisinteresse: Dieses Kapitel erläutert die zentrale Bedeutung der Massenmedien in einer modernen Mediendemokratie und leitet die Forschungsfrage hinsichtlich der steuernden Funktion des Fernsehens bei Bundestagswahlen her.
2. Das Forschungsfeld der Medienwirkung: Es bietet einen Überblick über die theoretischen Grundlagen der Medienwirkungsforschung, von den Anfängen der Stimulus-Response-Modelle bis hin zu moderneren Paradigmen wie der Schweigespiraltheorie.
3. Die Agenda-Setting Funktion der Massenmedien: Dieses Kapitel vertieft die Agenda-Setting-Hypothese, analysiert die zentralen Variablen und Modelle sowie die Weiterentwicklungen durch Agenda Building und Second-Level Agenda-Setting.
4. Die Bundestagswahlkämpfe 2002 und 2005 im Vergleich – warum das Fernsehen im Wahlkampf so wichtig ist: Der Hauptteil analysiert die Strategien der Parteien, die Agenda der Wähler und die mediale Berichterstattung der Jahre 2002 und 2005, um den tatsächlichen Einfluss des Fernsehens auf die Wahlkampfprozesse zu bewerten.
Medienwirkung, Agenda-Setting, Fernsehen, Bundestagswahl, Themenmanagement, Wahlkampf, Politische Kommunikation, Mediendemokratie, Agenda-Building, Second-Level Agenda-Setting, Agenda-Surfing, Agenda-Cutting, Themenkarrieren, Massenmedien, Politainment
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der Massenmedien, insbesondere des Fernsehens, als strukturgebende Instanz in politischen Wahlkämpfen in Deutschland.
Die Schwerpunkte liegen auf der Theorie der Medienwirkung, den Prozessen des Agenda-Settings und deren praktischer Anwendung in den Bundestagswahlkämpfen 2002 und 2005.
Das Ziel ist zu klären, inwieweit das Fernsehen die Themenagenda eines Wahlkampfes vorgibt und wie erfolgreich Parteien bei der Steuerung ihrer medialen Darstellung sind.
Die Arbeit nutzt eine theoretische Einordnung auf Basis existierender Forschung und führt eine systematische Analyse der Wahlkampfthemen und der Berichterstattung durch.
Der Hauptteil analysiert detailliert die Wahlprogramme, das Themenmanagement der Parteien, die Agenda der Wähler sowie die Berichterstattung der vier größten deutschen Fernsehsender.
Wichtige Begriffe sind Agenda-Setting, Agenda-Building, Second-Level Agenda-Setting, Agenda-Surfing sowie der Einfluss der Personalisierung auf die moderne Wahlkampfführung.
Die Flutkatastrophe fungierte als unerwartetes, dominantes Thema, welches der amtierenden Regierung durch die Demonstration von Handlungskompetenz einen entscheidenden Vorteil im Wahlkampf verschaffte.
Das Themenmanagement wurde durch die als unrealistisch wahrgenommene Steuerreform-Ankündigung und die mediale Unbedarftheit des Experten Paul Kirchhof als unprofessionell eingestuft, was der SPD in die Hände spielte.
Hierbei geht es nicht nur um die Auswahl von Themen (was Menschen denken), sondern um die Gewichtung von Attributen und Eigenschaften von Themen oder Personen (wie Menschen über etwas denken).
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