Bachelorarbeit, 2006
51 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Entwicklung und Gebrauch des Europabegriffs von der Antike bis 1453
2.1 Der Europamythos
2.2 Die Antike
2.3 Das Mittelalter
3 Die osmanische Expansion und die Eroberung Konstantinopels 1453
3.1 Struktur des Osmanischen Reiches
3.1.1 Das timar-System
3.1.2 Das Militärwesen
3.1.3 Staatsapparat und Gesellschaft
3.2 Expansion und Eroberungen bis 1453
3.3 Die Eroberung Konstantinopels
4 Die Reaktionen auf die Eroberung und ihre Auswirkungen für „Europa“
5 Die Weiterentwicklung des Europabegriffs nach 1453 im Sinne einer Formierung europäischen Bewusstseins
6 Türkenkriege und Habsburger bis zum Entsatz Wiens 1683
7 Ausblicke
8 Schlussbetrachtung
9 Resumen
10 Anhang
10.1 Karte: Aufstieg des Osmanischen Reiches bis 1683
10.2 Frontispiz von Breitenfels
Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel der europäischen Identitätsbildung von der mittelalterlichen christlichen Einheitsvorstellung hin zu einem frühmodernen europäischen Selbstverständnis, maßgeblich beeinflusst durch die osmanische Expansion und den Fall Konstantinopels.
3.1 Struktur des Osmanischen Reiches
Obschon natürlich die Struktur eines Staates kein plötzlich auftretendes Phänomen ist und immer das Ergebnis eines dynamischen Prozesses über einen längeren Zeitraum hinweg darstellt, lassen sich einige charakteristische Grundzüge des Staatsaufbaus durchaus als osmanische Eigenheiten feststellen. Es versteht sich von selbst, dass sich der Aufbau und die Verwaltung eines von um 1300 auf 1500 qkm geschätzten Herrschaftsgebiets in seiner Struktur von einem Großreich, das sich bereits Mitte des 16. Jh.s, in der Blüte seiner Zeit, über drei Kontinente erstreckte, unterscheiden musste. In denjenigen Fällen, in denen sich die beschriebenen Strukturelemente klar der Regierungszeit einer bestimmten Person zuordnen lassen, wird dies im Verlaufe der weiteren Ausführungen Erwähnung finden.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung des Begriffs „Europa“ und stellt die These auf, dass eine europäische Identität erst in der Frühen Neuzeit als Abgrenzung zur „Türkengefahr“ entstand.
2 Entwicklung und Gebrauch des Europabegriffs von der Antike bis 1453: Dieses Kapitel analysiert die mythologischen und antiken Wurzeln des Europabegriffs sowie seine sporadische Bedeutung im Mittelalter, wo die christianitas als Identitätsgröße dominierte.
3 Die osmanische Expansion und die Eroberung Konstantinopels 1453: Der Autor erläutert den Aufstieg des Osmanischen Reiches, seine militärischen und administrativen Strukturen sowie die entscheidende Eroberung Konstantinopels.
4 Die Reaktionen auf die Eroberung und ihre Auswirkungen für „Europa“: Hier werden die unmittelbaren politischen und diskursiven Reaktionen im christlichen Abendland auf den Fall von Konstantinopel thematisiert.
5 Die Weiterentwicklung des Europabegriffs nach 1453 im Sinne einer Formierung europäischen Bewusstseins: Das Kapitel behandelt die Instrumentalisierung der „Türkengefahr“ zur Bildung eines neuen, kulturell und politisch begründeten europäischen Selbstverständnisses.
6 Türkenkriege und Habsburger bis zum Entsatz Wiens 1683: Eine Untersuchung der militärischen und diplomatischen Beziehungen zwischen Habsburgern, osmanischer Macht und anderen europäischen Staaten bis zur Belagerung Wiens.
7 Ausblicke: Es wird der Übergang zum modernen Konzept des Gleichgewichts der Staaten (balance of power) und das allmähliche Schwinden der rein religiösen Einheitsvorstellung beleuchtet.
8 Schlussbetrachtung: Zusammenfassendes Fazit der Entwicklung von der res publica christiana zur modernen Staatengesellschaft unter dem Druck der osmanischen Präsenz.
9 Resumen: Spanische Zusammenfassung der zentralen Thesen der Arbeit.
10 Anhang: Enthält ergänzendes visuelles Material zur osmanischen Expansion und zeitgenössischen Europa-Darstellungen.
Europa, Osmanisches Reich, Christenheit, Identitätsbildung, Konstantinopel, Türkengefahr, Frühneuzeit, res publica christiana, Expansion, Mächte-Europa, Geschichte, Geistesgeschichte, Identität, Mittelalter, Politik.
Die Arbeit analysiert, wie sich das europäische Bewusstsein durch die historische Konfrontation mit der osmanischen Expansion und dem Fall von Konstantinopel im 15. Jahrhundert gewandelt hat.
Die zentralen Felder umfassen die Begriffsgeschichte von „Europa“, die militärische und staatliche Struktur des Osmanischen Reiches sowie die politische Ideologie der christlichen Mächte im 15. bis 17. Jahrhundert.
Das Ziel ist zu klären, inwieweit die osmanische Expansion als Katalysator für die Ablösung der mittelalterlichen Einheitsidentität (christianitas) durch ein neues europäisches Identitätsgefühl fungierte.
Es handelt sich um eine historisch-analytische Arbeit, die primär auf der Auswertung relevanter Fachliteratur und zeitgenössischer Quellen zur Begriffs- und Ereignisgeschichte basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Osmanischen Reiches als Großmacht, die Analyse des „Europabegriffs“ im Wandel der Zeit sowie die Untersuchung der außen- und identitätspolitischen Reaktionen auf die Eroberungskriege der Türken.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Europabewusstsein, Osmanisches Reich, Türkengefahr, Frühneuzeit und Identitätswandel charakterisieren.
Die Janitscharen bildeten als Elite-Infanterie den Kern der osmanischen Armee und waren ein entscheidender machtpolitischer Faktor, der eng an die Person des Sultans gebunden war.
Der Fall der Stadt markierte das Ende der heilsgeschichtlichen Bedeutung des byzantinischen Reiches und zwang die christlichen Mächte zur Neudefinition ihrer Identität und ihrer gemeinsamen Verteidigungsinteressen.
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