Diplomarbeit, 2006
90 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Begriffsbestimmung
2.1 Der Benachteiligtenbegriff
2.2 Der Begriff der Behinderung
2.3 Benachteiligte Jugendliche oder Jugendliche mit besonderem Förderbedarf?
2.4 Zielgruppe
3 Schule als berufsvorbereitende Instanz?
3.1 Das Konzept der Ganztagsschule
3.2 Zum Verhältnis von Schul- und Beschäftigungssystem
4 Entwicklungsaufgaben in der Jugend
5 Postmoderne und der Begriff der Arbeit
5.1 Postmoderne – Versuch einer Konkretisierung
5.1.1 Zeichen der Zeit
5.1.2 Individualisierung und Pluralisierung
5.1.3 Auswirkungen von Individualisierung und Pluralisierung für Jugendliche mit besonderem Förderbedarf
5.2 Der Begriff der Arbeit
5.2.1 Bedeutung von Erwerbsarbeit
5.2.2 Erwerbsarbeit im Wandel und die Folgen für Jugendliche mit besonderem Förderbedarf
5.3 Erwerbsarbeit aus der Sicht von Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf
5.3.1 Arbeitsorientierung und Arbeitserfahrung
5.4 Belastende Erwerbssituationen und mögliche Bewältigungsstrategien
5.5 Jugendarbeitslosigkeit
5.5.1 Folgen von Erwerbslosigkeit für Jugendliche mit besonderem Förderbedarf
5.5.2 Kreislauf der Jugendarbeitslosigkeit
6 Das System der Jugendberufshilfe
6.1 Trägerstrukturen innerhalb der Jugendberufshilfe
6.2 Jugendberufshilfe – Versuch einer Konkretisierung
6.3 Förderstrukturen der Bundesagentur für Arbeit
6.4 Orientierung: Berufsausbildungsvorbereitende Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit seit 1996
6.5 Weiterentwicklung zum neuen Fachkonzept für berufsvorbereitende Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit
6.5.1 Berufsausbildungsvorbereitung in der Neuen Förderstruktur
6.5.2 Wesentliche Änderungen im neuen Fachkonzept
7 Konzept der Lebensweltorientierung innerhalb der Jugendberufshilfe
7.1 Dimensionen von lebensweltorientierter Arbeit
7.2 Handlungsmaximen eines lebensweltorientierten Konzepts in der Jugendberufshilfe
7.3 Arbeitsorientierung versus Lebensweltorientierung
8 Exkurs: Netzwerkarbeit
9 Schlussfolgerungen
9.1 Ohne Ausbildung und Vollzeitbeschäftigung. Lebensbewältigung als Inhalt der Jugendberufshilfe
9.2 Jugendliche mit besonderem Förderbedarf in Arbeit. Möglichkeiten alternativer Beschäftigungsformen
9.3 Duale Ausbildung für Jugendliche mit besonderem Förderbedarf
10 Schlusswort
Die Arbeit untersucht den schwierigen Übergang von Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf von der Schule in das Erwerbsleben. Ziel ist es, die Herausforderungen für die Jugendberufshilfe in der Postmoderne zu analysieren und zu hinterfragen, ob das bisherige System der Arbeitsmarktorientierung durch lebensweltorientierte Ansätze erweitert werden muss.
5.1.1 Zeichen der Zeit
Die Dynamik der Modernisierung löst langsam aber sicher die bestehenden Strukturen der Industriegesellschaft auf. Lebens- und Arbeitsformen verändern sich. Das lange Zeit klare Bild einer normalen Erwerbs- und Lebensbiografie verschwimmt Zusehens vor dem Hintergrund „postmoderner“ Wandlungsprozesse. Auch die Norm als allgemein geltende Vorschrift für das menschliche Handeln steht in Frage. Scheinbar verkommen zur Worthülse bietet sie sich allen erdenklichen, vermeidlich sinnstiftenden Denk-, Glaubens- und Lebensrichtungen zur Übernahme an. Gesellschaft, Religion, Familie, und Kultur haben an ihrer Orientierungsfunktion eingebüßt. Vielmehr existieren sie heute neben einer Vielzahl von „ […] anderen möglichen Mustern der Realitätsdefinition mit den damit verbundenen Normen, Sitten und Gebräuchen“.
1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert den Übergang vom Schul- ins Erwerbsleben für Jugendliche mit besonderem Förderbedarf und die damit verbundene Rolle der Jugendberufshilfe.
2 Begriffsbestimmung: Es erfolgt eine begriffliche Abgrenzung von Benachteiligung und Behinderung, um die Zielgruppe der Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf zu definieren.
3 Schule als berufsvorbereitende Instanz?: Das Kapitel untersucht die Funktionen der Schule und die Kooperationsnotwendigkeit zwischen Schul- und Beschäftigungssystem.
4 Entwicklungsaufgaben in der Jugend: Die Entwicklungspsychologie wird herangezogen, um die Notwendigkeit beruflicher Integration als zentralen Aspekt des Jugendalters zu begründen.
5 Postmoderne und der Begriff der Arbeit: Es wird analysiert, wie gesellschaftlicher Wandel und die Veränderung des Arbeitsbegriffs die Lebenswelt und Beschäftigungschancen der Zielgruppe beeinflussen.
6 Das System der Jugendberufshilfe: Dieses Kapitel gibt einen Einblick in die Förderstrukturen der Bundesagentur für Arbeit und deren fachkonzeptionelle Weiterentwicklung.
7 Konzept der Lebensweltorientierung innerhalb der Jugendberufshilfe: Es wird diskutiert, wie ein lebensweltorientiertes Konzept der Jugendberufshilfe einen individuelleren Förderansatz ermöglichen kann.
8 Exkurs: Netzwerkarbeit: Die Bedeutung trägerübergreifender Kooperationen wird erläutert, um die komplexen Problemlagen der Jugendlichen besser bewältigen zu können.
9 Schlussfolgerungen: Die Arbeit fasst die Herausforderungen zusammen und plädiert für die Ergänzung der Arbeitsorientierung durch alternative, lebensweltorientierte Beschäftigungsansätze.
10 Schlusswort: Die Zusammenfassung der Ergebnisse unterstreicht die Notwendigkeit eines neuen, kooperativen Umgangs aller Akteure mit der Situation der Jugendlichen.
Jugendberufshilfe, besonderer Förderbedarf, Postmoderne, Erwerbsarbeit, Jugendarbeitslosigkeit, Lebensweltorientierung, Übergang Schule-Beruf, Netzwerkarbeit, berufliche Integration, duale Ausbildung, Benachteiligung, Sozialpädagogik, Individualisierung, Förderstruktur, berufliche Orientierung
Die Arbeit analysiert die Herausforderungen für die Jugendberufshilfe angesichts des schwierigen Übergangs von Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf in das Erwerbsleben in einer postmodernen Gesellschaft.
Zentrale Themen sind der Wandel der Arbeitswelt, die Situation benachteiligter Jugendlicher, Förderstrukturen der Bundesagentur für Arbeit sowie Ansätze zur Lebensweltorientierung und Netzwerkarbeit.
Ziel ist es, die Notwendigkeit zu verdeutlichen, den Handlungsrahmen der Jugendberufshilfe durch lebensweltorientierte Ansätze zu erweitern, um die Teilhabechancen der Zielgruppe zu verbessern.
Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse gesellschaftlicher und psychologischer Konzepte sowie eine Auswertung bestehender Förderstrukturen und statistischer Daten zur Jugendarbeitslosigkeit.
Im Fokus stehen die Begriffe der Benachteiligung und Behinderung, die Funktionen der Schule als Vorbereitung auf den Beruf sowie die strukturellen Veränderungen im System der Jugendberufshilfe.
Zu den prägenden Begriffen zählen Jugendberufshilfe, Lebensweltorientierung, Postmoderne, berufliche Integration und besonderer Förderbedarf.
Der Autor wählt diesen Begriff, da er weniger stigmatisierend wirkt als "benachteiligte Jugendliche" und die strukturellen Bedingungen in den Vordergrund stellt, statt die Verantwortung für den misslungenen Berufseinstieg allein den Jugendlichen zuzuschreiben.
Netzwerkarbeit wird als essenziell erachtet, da die komplexen Problemlagen der Jugendlichen von einem System allein nicht gelöst werden können und eine enge Kooperation zwischen Schule, Jugendhilfe und Betrieben erforderlich ist.
Der Autor begrüßt Neuerungen wie die Individualisierung und Binnendifferenzierung, kritisiert jedoch, dass diese Ansätze in der Praxis häufig durch personelle Ressourcenengpässe und fehlende Alternativen begrenzt bleiben.
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