Diplomarbeit, 1999
96 Seiten, Note: 1,0
Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing, Social Media
1 Einführung
2 Bedeutungen und Begrifflichkeiten
2.1 Bedeutungen von Subkultur
2.1.1 Deutsche Ansätze
2.1.2 Britische Ansätze
2.1.3 Normen und Ziele von Subkulturen
2.1.4 Bedeutungen von Stil
2.1.5 Der Hipster
2.1.6 Stilvielfalt und Ausdifferenzierung
2.1.7 Zusammenfassung
2.2 Jugendkulturen
2.2.1 Grundlegendes
2.2.2 Ausweitung der Jugendlichkeit
2.2.3 Zusammenfassung
2.3 Die Bedeutungen von Pop und Popkultur
2.3.1 Bedeutungen unter allgemeinen Gesichtspunkten
2.3.2 Bedeutungen unter Marketinggesichtspunkten
2.3.3 Probleme der Popgeschichtsschreibung und Popkultur
2.3.4 Zusammenfassung
2.4 Die Bedeutung von Underground vs. Mainstream
2.4.1 Wechselwirkungen und Abgrenzungen
2.4.2 Das Ende des Mainstream?
2.4.3 Spezifischer Einsatz von Technik als Stilmittel subkultureller Popmusik
2.4.4 Zusammenfassung
3 Geschichtlicher Abriß exemplarischer Jugendkulturen
3.1 Das Phänomen „Teenager“ und die Halbstarken
3.2 Rock’n’Roll
3.3 Mods und Teds
3.4 Beatniks
3.5 Beat
3.6 Provos
3.7 Hippies
3.8 Progressive Rock
3.9 Punk
3.10 Disco
3.11 House und Techno
3.12 Grunge
4 Vermarktungs- und Verkaufsinstitutionen der Musik – die Labels
4.1 Geschichtliche Fakten
4.2 Die Entstehung der derzeitigen Situation
4.3 Independent-Labels heute
4.4 Zusammenfassung
5 Weiterreichende Bedeutungen der Vermarktung und Kommerzialisierung von sub- oder jugendkultureller Popkultur für andere Industriezweige
5.1 Bedeutungen von Marketing
5.2 Grundlegende Prozesse der Vereinnahmung durch Marketing und Konsumindustrie
5.2.1 Vorbemerkungen
5.2.2 Ideologisch-soziologsiche Mechanismen und Bedeutungen der Vereinnahmung
5.2.3 Diskussionspunkte zur Vereinnahmung
5.3 Vermarktungskontexte von Popkultur
5.4 Konkrete Beispiele für die Vermarktung bestimmter Jugend- oder Popkulturen
5.4.1 Hippies und Woodstock-Festival
5.4.2 Der Hipster
5.4.3 Punk
5.4.4 Grunge
5.5 Vermarktung und Vereinnahmung von Underground und Subkultur
5.5.1 Popularisierung von subkultureller Thematik
5.5.2 Konkrete Gefahren infolge der Integration von Subkulturen
5.5.3 Konkrete Marketingkonzepte
5.5.3.1 „De-Marketing“
5.5.3.2 Personen-Warenkontexte und der „Kultie“-Konsument
5.6 Zusammenfassung
6 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die Mechanismen der Vermarktung und kommerziellen Verwertung von subkulturellen Jugend- und Popkulturen. Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Entwicklung dieser Kulturen zu schaffen und zu analysieren, wie deren Errungenschaften, Stile und Codes von der Industrie adaptiert und ökonomisch genutzt werden.
Die Bedeutung von Stil
Die umfassende Bedeutung von Stil wird zum ersten mal durch das Birminghamer Centre for Contemporary Cultural Studies deutlich gemacht, das in seiner zentralen These von Stil anstelle von Kultur redet. So beschreibt Hebdige, daß der Stil eine entscheidende Rolle in der Selbstdarstellung und im Selbstverständnis einer Subkultur im Hinblick auf Identitätsbildung und Abgrenzung zur Gesamtgesellschaft spielt.
Die Idee der Bedeutung von Stil ist charakteristisch für die Birminghamer Schule. Wie schon ausgeführt, so ziehen Subkulturen Aufmerksamkeit auf sich, durch „... die Vorstellung von Stil als Verweigerung und die Erhebung von Verbrechen zur Kunst...“, so der britische Kulturforscher der Birminghamer Schule Hebdige 1979. Verbrecherisch wirkt hierbei schon die Verletzung von Codes. Durch den provozierenden Stil wird die herrschende Kultur herausgefordert und die „... Einwände werden auf der im Grunde oberflächlichen Ebene der Erscheinungen eingebracht und die Widersprüche dort zur Schau gestellt.“ Da schon alleine die Wahl der Kleidung eine ganze Reihe von Botschaften beinhaltet, setzen Subkulturen hier an und stellen durch eine künstliche Zusammenstellung, von Hebdige in bestimmten Fällen auch „Bricolage“ genannt, ihre eigenen Codes zur Schau. So zum Beispiel beim Punk, wenn „scheinbar unvereinbare Realitäten“ gegenüber gestellt werden.
1 Einführung: Der Autor erläutert seine persönliche Motivation für das Thema und führt in die Fragestellung zur kommerziellen Verwertung von Jugendkulturen ein.
2 Bedeutungen und Begrifflichkeiten: Definition und theoretische Einordnung von Subkultur, Jugendkultur und Popkultur unter Berücksichtigung soziologischer Ansätze.
3 Geschichtlicher Abriß exemplarischer Jugendkulturen: Überblick über historische Strömungen von den Halbstarken bis zu Grunge und deren Rolle in der Popmusikgeschichte.
4 Vermarktungs- und Verkaufsinstitutionen der Musik – die Labels: Gegenüberstellung von Major-Labels und Independent-Labels sowie Analyse derer wechselseitiger Abhängigkeiten.
5 Weiterreichende Bedeutungen der Vermarktung und Kommerzialisierung von sub- oder jugendkultureller Popkultur für andere Industriezweige: Analyse von Marketingstrategien und Prozessen der Vereinnahmung von Subkultur durch die Konsumindustrie.
6 Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Dynamik zwischen subkultureller Innovation und deren kommerzieller Instrumentalisierung sowie ein Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.
Subkultur, Jugendkultur, Popkultur, Marketing, kommerzielle Verwertung, Underground, Mainstream, Label, Independent, Musikindustrie, Konsum, Stil, Identität, Vereinnahmung, Kultmarketing.
Die Arbeit analysiert die Zusammenhänge zwischen subkulturellen Entwicklungen und deren kommerzieller Verwertung durch die Musikindustrie und andere Wirtschaftszweige.
Die Arbeit behandelt die soziologische Bedeutung von Subkulturen, die Rolle von Labels, die Dynamik zwischen Underground und Mainstream sowie moderne Marketingkonzepte.
Das Ziel ist es, die Mechanismen aufzuzeigen, wie subkulturelle Innovationen und Trends von der Industrie erkannt, übernommen und in kommerzielle Produkte transformiert werden.
Der Autor wählt einen deskriptiven Ansatz, der auf der Auswertung soziologischer und kulturwissenschaftlicher Literatur sowie aktueller Fachbeiträge zum Thema Popkultur und Marketing basiert.
Im Hauptteil werden geschichtliche Fallbeispiele (z.B. Punk, Techno, Grunge) analysiert und die ökonomischen Prozesse der Vereinnahmung durch die Kulturindustrie detailliert untersucht.
Zentrale Begriffe sind Subkultur, Kommerzialisierung, Independent-Labels, Mainstream-Adaption und kulturelles Kapital.
Der Underground wird als Motor für Innovationen verstanden, der durch seine Unangepasstheit notwendige neue Impulse liefert, die dann oft vom Mainstream absorbiert werden.
Die Arbeit macht deutlich, dass heute der Prozess der Kommerzialisierung extrem beschleunigt abläuft, was die ursprüngliche subkulturelle Eigenständigkeit gefährdet und zur „Kultie“-Konsumorientierung führt.
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