Magisterarbeit, 2002
69 Seiten, Note: 1,7
1. EINLEITUNG
2. DIE ENTWICKLUNG DES STATUS QUO
2.1. DIE POLITISCHE TEILUNG UND DIE GRÜNDUNG DER ZWEI DEUTSCHEN STAATEN
2.2. DIE AUßENPOLITIK DER BUNDESREPUBLIK
2.2.1. Grundlage der Außen- und Deutschlandpolitik: der Alleinvertretungsanspruch und die Hallstein Doktrin
2.3. "DIE DA DRÜBEN": DIE STELLUNG DER DDR
2.3.1. Die Mauer
2.3.2. Abgrenzung und die Suche nach Anerkennung
3. DRUCK ZUM WANDEL
3.1. POLITISCHES ENGAGEMENT
3.2. DIE ÖFFENTLICHE MEINUNG
3.3. DEUTSCH-DEUTSCHE ZUSAMMENARBEIT
3.3.1. Berlin
3.3.2. Ausreisende
3.4. DIE POLITISCHE FÜHRUNG
3.4.1. Die SPD Politik
3.4.2. Die Unionsparteien
4. DIE NEUE OSTPOLITIK
4.1. ANFANG DER NEUEN OSTPOLITIK
4.2. OSTPOLITIK ZUR ZEIT DER SOZIAL-LIBERALEN KOALITION
5. SCHLUSS
Diese Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik in den ersten zwei Jahrzehnten nach ihrer Gründung, um aufzuzeigen, inwieweit dieses durch internationale Politik und außenpolitischen Druck anstatt durch innenpolitische Entwicklungen geprägt war. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf der Entwicklung der westdeutschen Ostpolitik und der Reaktion der DDR auf diese diplomatischen Ansätze.
2.3.1. Die Mauer
Bis zum Bau der Berliner Mauer im August 1961 (in der DDR der ‚antifaschistische Schutzwall‘ genannt) litt die DDR an dem Verlust von Hunderttausenden von Arbeitern, besonders von jungen und gut ausgebildeten Arbeitskräften, die einfach mit der Berliner S-Bahn oder zu Fuß nach Westberlin konnten. Obwohl die Staatsgrenzen zwischen der DDR und der BRD „hermetisch“ verschlossen waren, waren in den ersten acht Monaten des Jahres 1961 schon 125.053 Flüchtlinge aus der DDR über Westberlin nach Westen geflohen, von denen die Hälfte jünger als 25 Jahre waren. Zwischen 1949 und 1961 verließen 2,74 Millionen Menschen die DDR. Eine weitere Kollektivierung der Landwirtschaft, die 1959-60 stattfand, hatte 1960 eine Lebensmittelknappheit und die steigende Emigration zur Folge. Wegen des Wirtschaftswunders in Westdeutschland waren Arbeiter besonders nachgefragt und Flüchtlinge aus der DDR bekamen automatisch die westdeutsche Staatsbürgerschaft.
Der kalte Krieg wurde 1960 nach dem Abschießen eines amerikanischen Spionageflugzeugs über der UdSSR sogar noch kälter. Der sowjetische Premier Chruschtschow verlangte Juni 1960 bei einem „traumatischen“ Gipfel in Wien mit US-Präsident Kennedy schon wieder eine Änderung des Status von Westberlin, der schon zu einer Krise im Jahr 1958 geführt hatte: er verlangte einen westlichen Rückzug aus Westberlin, das eine „freie Stadt" werden sollte. Kennedy war angeblich wegen Chruschtschows Schreien und dessen Drohungen in Wien „deeply shaken.“
1. Einleitung: Die Einleitung legt den theoretischen Rahmen fest und erläutert, dass die deutsche Teilung primär als Ergebnis internationaler Konflikte betrachtet wurde, bei der nationale Aspekte oft in den Hintergrund traten.
2. Die Entwicklung des Status Quo: Dieses Kapitel analysiert die staatsrechtliche Entstehung der zwei deutschen Staaten und die gegensätzliche Einbettung der BRD und DDR in die jeweiligen militärischen Blöcke des Kalten Kriegs.
3. Druck zum Wandel: Hier werden die innenpolitischen Entwicklungen, der abnehmende Einfluss der Nationalfrage auf die westdeutsche Öffentlichkeit und die zunehmende Inoffizialität deutsch-deutscher Kontakte behandelt.
4. Die Neue Ostpolitik: Dieses Kapitel beschreibt die Entwicklung und den Beginn der flexibleren Ostpolitik, die schließlich unter der sozial-liberalen Koalition unter Willy Brandt eine strategische Neuausrichtung erfuhr.
5. Schluss: Die Zusammenfassung resümiert, wie sich die deutsche Frage von einer rein rechtlichen Position zu einem pragmatischen Nebeneinander entwickelte, das den Boden für spätere Annäherungen bereitete.
Ostpolitik, Deutschlandpolitik, Bundesrepublik Deutschland, DDR, Kalter Krieg, Hallstein-Doktrin, Alleinvertretungsanspruch, Berlin, Wiedervereinigung, innerdeutsche Beziehungen, Willy Brandt, Sozial-liberale Koalition, Status quo, Mauerbau, Westintegration.
Die Arbeit untersucht das deutsch-deutsche Verhältnis zwischen 1949 und 1969 und analysiert, warum dieses maßgeblich von internationalen Rahmenbedingungen des Kalten Kriegs beeinflusst wurde.
Im Mittelpunkt stehen die diplomatischen Strategien beider deutscher Staaten, der Einfluss der internationalen Bündnissysteme sowie der langsame Wandel von einer starren Nichtanerkennungspolitik hin zur Annäherung.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die deutsche Frage über zwei Jahrzehnte hinweg weniger als innenpolitisches Anliegen, sondern primär als internationale diplomatische Herausforderung behandelt wurde.
Der Autor nutzt eine historische Analyse von Primärquellen, politischen Dokumenten, Umfrageergebnissen der öffentlichen Meinung sowie eine Auswertung existierender geschichtswissenschaftlicher Fachliteratur.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Status quo, die Ursachen für den Druck zum Wandel innerhalb der deutschen Gesellschaft und Politik sowie die detaillierte Analyse der neuen Ostpolitik.
Schlüsselbegriffe sind vor allem Ostpolitik, Deutschlandpolitik, der Alleinvertretungsanspruch, die Hallstein-Doktrin, der Kalte Krieg und das Prinzip "Wandel durch Annäherung".
Die Verbände waren anfangs starke Befürworter eines harten Kurses und eines rechtlichen Standpunktes, verloren jedoch ab Mitte der 1960er Jahre massiv an Einfluss auf die offizielle Außenpolitik.
Der Bau der Mauer im Jahr 1961 befestigte den Status quo, führte jedoch paradoxerweise nach einer Phase der Stagnation zu der Einsicht, dass eine Politik der kleinen Schritte und ein inoffizieller Austausch für das Überleben der Nation notwendig waren.
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