Magisterarbeit, 2005
100 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Wirtschaftliche Entwicklung Indiens nach der Unabhängigkeit
2.1 Das koloniale Erbe
2.2 Die Ideologie der Mixed Economy
2.3 Die indische Wirtschaftspolitik bis 1985
2.4 Einleitung erster Wirtschaftsreformen unter Rajiv Gandhi
2.5 Indiens „New Industrial Policy“ seit 1991
2.6 Indiens Erfolg in der “Information Technology”
3. Indiens Gesellschaft und ihre sozialen Strukturen
3.1 Der Hinduismus und das Kastensystem
3.2 Der Einfluss des Kastensystems auf die technologische Modernisierung
3.3 Der Konflikt zwischen Muslimen und Hindus
3.4 Das Problem der Sprachen
3.5 Indiens Bildungssystem
3.6 Frauen in der indischen Gesellschaft
4. Das politische System Indiens
4.1 Die indische Verfassung
4.2 Föderalismus
4.3 Politik Und Parteien
4.4 Kasten und Politik
4.5 Der indische Staat als Faktor der technologischen Modernisierung
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Prozess der technologischen Modernisierung in Indien und analysiert dabei das Wechselspiel zwischen wirtschaftlichem Aufstieg und gesellschaftlichen sowie politischen Rahmenbedingungen. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert darauf, ob eine technologische Modernisierung in einem Staat wie Indien möglich ist, wenn sie gleichzeitig von tief verwurzelten gesellschaftlichen Schranken – wie dem Kastensystem und religiösem Pluralismus – sowie bürokratischen politischen Strukturen beeinflusst wird.
3.1 Der Hinduismus und das Kastensystem
Indien ist nach China das bevölkerungsreichste Land der Erde mit etwa 1,1 Milliarden Einwohnern. Etwa 80 Prozent davon sind Anhänger des Hinduismus und leben in einem strikt hierarchischen Sozialsystem.
Im Gegensatz zum säkularisierten Westen durchdringt immer noch eine tiefe Frömmigkeit insbesondere den dörflichen Alltag. Im Selbstverständnis der Hindus existiert ihre Religion seit Ewigkeiten. Sie ist weder gegründet noch gestiftet worden, weder in Dogmen gefasst noch in Mission tätig. Der Hinduismus kennt keine für alle verbindlichen Gottheiten - Brahma, Vishnu, und Shiva sind die drei großen Götter des indischen Pantheons. Manche hinduistischen Vorstellungen, Lehren und Praktiken schließen sich gegenseitig aus und können dennoch von ein und derselben Person anerkannt werden.
„Die Vielfalt der Ausformungen und Ausübungen ist im Hinduismus nahezu unübersehbar: Unterschiede in den Riten, ob nun Fleisch- oder Pflanzenesser; die Kasten unterscheiden sich; der Hinduismus kann sich poly- oder monotheistisch ausformen – oder gar atheistisch. Fast jeder Inder ist Hindu, auch in den Städten, weil der Glaube nicht wie eine Konfession ist, in ein Gebäude – genannt Kirche – eingesperrt; Der Glaube ist vielmehr ins Leben eingesenkt, fast nicht bewusst.“
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der technologischen Modernisierung Indiens vor dem Hintergrund globaler ökonomischer Entwicklungen.
2. Wirtschaftliche Entwicklung Indiens nach der Unabhängigkeit: Analyse des Übergangs von einer planwirtschaftlich orientierten "Mixed Economy" hin zu einer liberalen Marktwirtschaft seit 1991.
3. Indiens Gesellschaft und ihre sozialen Strukturen: Untersuchung der gesellschaftlichen Hemmnisse und Potenziale, wie dem Kastensystem, Religion, Bildung und der Stellung der Frau.
4. Das politische System Indiens: Darstellung der demokratischen Struktur, des Föderalismus und der Rolle des Staates sowie der Parteienlandschaft.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Modernisierungschancen und Risiken für den Aufstieg Indiens zur führenden Industrienation.
Indien, technologische Modernisierung, Globalisierung, Mixed Economy, Wirtschaftswachstum, Kastensystem, Hinduismus, IT-Branche, Politische Stabilität, Bildungssystem, Sozialstruktur, Liberalisierung, Demokratie, Föderalismus, soziale Ungleichheit.
Die Arbeit analysiert den komplexen Prozess der technologischen Modernisierung in Indien nach den Wirtschaftsreformen von 1991.
Zentrale Themen sind die wirtschaftliche Entwicklung, die Rolle des Kastensystems, das Bildungssystem, die ethnisch-religiösen Konflikte und das politische System Indiens.
Die zentrale Frage ist, ob Indien in der Lage ist, durch technologische Modernisierung die bestehenden sozialen Schranken und politischen Hemmnisse zu überwinden, um eine globale Industrienation zu werden.
Der Autor wählt eine interdisziplinäre Vorgehensweise, die ökonomische, soziologische, historische und politische Denkansätze verknüpft.
Im Hauptteil werden die wirtschaftshistorische Entwicklung seit 1947, die sozialen Strukturen des Hinduismus und Kastensystems sowie das indische politische System und dessen Reformfähigkeit detailliert beleuchtet.
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie "Technologische Modernisierung", "Kastensystem", "Liberalisierung" und "soziale Stabilität in Indien" charakterisieren.
Die IT-Branche fungiert als Symbol für Indiens wirtschaftlichen Aufschwung und als Hoffnungsträger, der das Land von traditionellen Entwicklungshemmnissen entkoppeln soll.
Während es traditionell eher fatalistische Tendenzen fördert, bietet das System in einigen Bereichen durch bildungsprivilegierte Gruppen (wie Brahmanen) auch spezifische Wissensressourcen, die dem IT-Sektor zugutekommen.
Die Demokratie stärkt zwar das Vertrauen internationaler Investoren, erschwert jedoch durch unklare Mehrheitsverhältnisse und Kompromisszwänge die notwendige Kontinuität radikaler wirtschaftlicher Strukturreformen.
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