Magisterarbeit, 2004
68 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Der ‚Amerikanische Traum’ und der ‚American Way of Life’
2.1. Die Idee des Amerikanischen Traums
2.2. Edward Albees Kritik an der amerikanischen Gesellschaft
2.2.1. Der Amerikanische Traum im Werk Albees
2.2.2. Der ‚American Way of Life’ im Werk Albees
2.2.3. Der ‘American Way of Life’ in der Biographie Albees
3. Illusionen und Wege der Desillusionierung
3.1. Illusion und Wahrheit
3.2. Die Ebenen der Desillusionierung
3.2.1. Die Desillusionierung der Figuren
3.2.2. Die Desillusionierung des Publikums
4. Das absurde Theater im Werk Edward Albees
4.1. Merkmale des absurden Theaters
4.2. Edward Albee und das Theater des Absurden
5. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bühnenstücke Edward Albees von 1958 bis 2000 mit dem Ziel, seine Kritik am amerikanischen Gesellschaftsbild – insbesondere am Mythos des „Amerikanischen Traums“ und dem „American Way of Life“ – zu analysieren. Dabei wird erforscht, inwiefern Albees eigene Biografie sein Schaffen prägte und wie seine Themen mit existentialistischen Grundauffassungen sowie den Prinzipien des absurden Theaters verknüpft sind.
2.2.1. Der Amerikanische Traum im Werk Albees
Das Frühwerk Edward Albees, beginnend mit ‚The Zoostory’ und endend mit ‚Who’s afraid of Virginia Woolf?’, zeigt eine offensive Kritik des Autors an der Utopie des Amerikanischen Traums. In der Sicht Albees ist der einstige Mythos pervertiert, die Ideale der Freiheit, der Chancengleichheit und der wahrhaftigen Moral sind dem skrupellosen Streben nach wirtschaftlichem Erfolg, sozialem Ansehen und technologischem Fortschrittsglauben endgültig gewichen. Sie werden reduziert und verstümmelt, durch oberflächliche, konformistische Werte und eine doppelseitige Moral ersetzt oder vollkommen verdrängt. Trotzdem sie diese Transformation des einstigen Amerikanischen Traums selbst herbeigeführt hat, durchschaut die amerikanische Gesellschaft die Falschheit dieses Trugbilds in den Augen Albees nicht. So macht er es sich zur Aufgabe, in einer sehr klaren und direkten Form auf diesen Missstand hinzuweisen. In seinen frühen Werken, insbesondere in den aufgrund ihrer Inhalte als Trilogie aufzufassenden Stücken ‚The Sandbox’, ‚The American Dream’ und ‚Who’s afraid of Virginia Woolf?’, stellt er die Dekonstruktion des einstigen Mythos des Amerikanischen Traums durch die amerikanische Gesellschaft dar und überführt den sich aus dieser Reduktion ergebenden neuen Traum letztendlich als oberflächlich und falsch.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die kritische Auseinandersetzung mit dem Amerikanischen Traum bei Edward Albee ein und umreißt den zeitlichen Rahmen sowie die methodische Herangehensweise der Arbeit.
2. Der ‚Amerikanische Traum’ und der ‚American Way of Life’: Das Kapitel definiert den Mythos des Amerikanischen Traums und untersucht dessen kritische Dekonstruktion sowie die Auswirkungen von Albees Biografie auf seine Darstellung der amerikanischen Lebensart.
3. Illusionen und Wege der Desillusionierung: Hier wird analysiert, wie Albee in seinen Stücken die Grenzen zwischen Realität und Illusion verwischt und seine Figuren sowie das Publikum zur Selbsterkenntnis und Desillusionierung zwingt.
4. Das absurde Theater im Werk Edward Albees: Dieses Kapitel prüft Albees Werk auf Gemeinsamkeiten mit dem absurden Theater und zeigt auf, welche inhaltlichen und formalen Elemente er nutzt, um existenziellen Stillstand und gesellschaftliche Krisen darzustellen.
5. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert die Analyseergebnisse hinsichtlich der Gesellschaftskritik, der Rolle der Illusion und der Bedeutung des Todes als Katalysator für die Selbsterkenntnis.
Edward Albee, Amerikanischer Traum, American Way of Life, absurdes Theater, Illusion, Desillusionierung, Selbsterkenntnis, Existentialismus, Gesellschaftskritik, Identität, Identifikationsfigur, Konformismus, Dekonstruktion, Bühnenwerk, Biografie
Die Arbeit untersucht Edward Albees Theaterstücke im Hinblick auf seine Kritik an zentralen amerikanischen Mythen wie dem „Amerikanischen Traum“ und dem „American Way of Life“.
Zentrale Themen sind die Pervertierung gesellschaftlicher Ideale, das Verhältnis von Illusion und Realität sowie die existentialistische Geisteshaltung innerhalb der Figurenkonstellationen.
Ziel ist es zu klären, welche Aspekte des amerikanischen Lebens Albee kritisiert, welchen Einfluss seine Biografie auf sein Werk hat und wie sich dies in den Strukturen des absurden Theaters niederschlägt.
Es erfolgt eine textanalytische Untersuchung von Albees Bühnenstücken, ergänzt durch theaterwissenschaftliche Konzepte (z.B. nach Martin Esslin) und biografische Einflüsse.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der gesellschaftlichen Mythen, die Auseinandersetzung mit Illusionen als Überlebensstrategie und die Einordnung der Stücke in das „Theater des Absurden“.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Amerikanischer Traum, Absurdes Theater, Illusion, Desillusionierung, Gesellschaftskritik und Identitätsverlust.
Albees schwierige Kindheit und die lieblosen Beziehungen zu seinen Adoptiveltern spiegeln sich in den oftmals dysfunktionalen Familienbildern und dem egoistischen Verhalten seiner Bühnencharaktere wider.
Der Tod dient in vielen Dramen als Katalysator für die Desillusionierung, da er die Figuren zwingt, die Nutzlosigkeit ihres bisherigen Lebens zu erkennen und die Illusionen hinter sich zu lassen.
Im Gegensatz zu Beckett, bei dem die Suche nach Sinn oft als hoffnungslos erscheint, sieht Albee die Möglichkeit einer – wenn auch schmerzhaften – Selbsterkenntnis und eines potenziell ehrlicheren Neuanfangs.
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