Diplomarbeit, 2002
95 Seiten, Note: 3,2
1. Einleitung
2. Die Mafia
2.1 Mafia – eine etymologische Bestimmung
2.2 Mafia – eine historische Genese
2.3 Mafia als manifeste Erscheinung
Struktur / Organisation / Verhaltensweisen
Mafia und Gewalt
Mafia und Macht
2.4 Mafia als amerikanische Abwandlung
3. Die Rosenkreuzer
3.1 Rosenkreuzer – eine etymologische Bestimmung
3.2 Rosenkreuzer – eine historische Genese
3.3 Rosenkreuzer – Struktur / Lehren / Einflüsse
4. Geheimgesellschaften
4.1 Das Geheimnis
4.2 Der Gehorsam
4.3 Die Hierarchie
4.4 Die Integration
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die These, ob sowohl die Mafia als auch die Rosenkreuzer als Geheimgesellschaften zu klassifizieren sind, indem sie deren historische Entwicklung sowie ihre gesellschaftliche Wirkungsweise einer tiefgehenden soziologischen Analyse unterzieht.
Struktur / Organisation / Verhaltensweisen
Ursprünglich generierte sich die innere Stärke der Mafia durch den Familiensinn der Sizilianer. „In erbittertem Haß gegen die offiziellen Regierungen hat Siziliens Bevölkerung sich Jahrhunderte lang an die Einheit der Familie oder des Stammes geklammert, da dies die einzigen Stellen waren, die ihr Schutz und moralische Hilfe boten. Die Disziplin der Mafia entstand, weil das Mitglied einer Familie, dem Unrecht getan worden war, nur außerhalb des öffentlichen Rechtes Gerechtigkeit finden konnte. Wo niemand dem Gesetz der fremden Eindringlinge traut, tritt das Gesetz der Familie in Kraft.“ Die daraus resultierende Familiendisziplin bezeichnet man auch mit dem Begriff „Omertà“, was übersetzt „Mannhaftigkeit“ bedeutet. Dazu gehört die unabdingbare Verpflichtung der Nichteinschaltung von staatlichen Behörden, wenn eine Gewalttat der Familie anheim fiel. Eine Zusammenarbeit mit staatlichen Institutionen war generell strengstens untersagt und verachtet.
Die diesbezüglichen Rachebestrebungen sind elementare Pflichten der betroffenen Familie, die nach dem Prinzip: „Aug um Aug und Zahn um Zahn in einem Streit zwischen Familien, bis alle männlichen Familienmitglieder tot waren; die stoische und ergebene Hinnahme des Unrechtes und der Beschimpfungen durch den Feind oder Unterdrücker, bis der Augenblick zur Rache gekommen war; die lebenslange Weigerung, einmal erlittenes Unrecht zu vergeben oder zu vergessen; die völlige Hingabe an das Wohl der Familie, weil das Wohlergehen des einzelnen von dem Wohlergehen aller ihrer Mitglieder abhängig war und eine wohlhabende Familie die Angriffe eines Feindes besser durchstehen konnte als eine arme; blinder Gehorsam dem Familienoberhaupt gegenüber, dessen Wille zum Gesetz wurde; und eine Vorliebe für Geheimhaltung, da das staatliche Gesetz grundsätzlich jeder Gesellschaft in der Gesellschaft feindlich gegenübersteht. Ein solcher Ehrenkodex entwickelte in den Familien der Mafia eine hohe Selbstachtung und einen ausgeprägten Sinn für Ehre und Pflicht. Er führte aber auch zu Mordtaten von einer Barbarei und Gemeinheit, wie sie in moderner Zeit nur selten ihres gleichen gefunden haben.“
1. Einleitung: Definiert die Forschungsfrage und die Absicht, Mafia und Rosenkreuzer als Geheimgesellschaften zu analysieren.
2. Die Mafia: Beleuchtet etymologische Wurzeln, historische Entstehung in Sizilien, deren Manifestation als kriminelle Organisation sowie die amerikanische Adaption.
3. Die Rosenkreuzer: Beschreibt die Ursprünge der Bewegung im 17. Jahrhundert, deren Manifeste und die Wandlung hin zu den heutigen esoterischen Dienstleistungsunternehmen.
4. Geheimgesellschaften: Erarbeitet soziologische Merkmale wie Geheimnis, Gehorsam, Hierarchie und Integration, die für die Definition einer Geheimgesellschaft essenziell sind.
5. Fazit: Führt die Analyse zusammen und bestätigt die Einstufung beider Organisationen unter den Begriff der Geheimgesellschaft, trotz ihrer grundlegend unterschiedlichen inhaltlichen Ausrichtung.
Mafia, Rosenkreuzer, Geheimgesellschaft, Cosa Nostra, Omertà, Macht, Gewalt, Hierarchie, Integration, Initiation, Soziologie, Geschichte, Geheimnis, Organisation, Gesellschaft.
Die Arbeit vergleicht die Mafia und die Rosenkreuzer unter dem Aspekt ihrer gemeinsamen Eigenschaft als Geheimgesellschaften.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die historische Entwicklung, die Organisationsstrukturen, den Ehrenkodex, die Machtausübung und die sozialen Integrationsmechanismen beider Organisationen.
Ziel ist es zu belegen, dass beide Phänomene trotz unterschiedlicher Motivationen die für Geheimgesellschaften typischen strukturellen und sozialen Merkmale aufweisen.
Es handelt sich um eine historische und gesellschaftswissenschaftliche Analyse, die auf bestehender Fachliteratur und Dokumenten basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der Mafia-Strukturen, der historischen Entwicklung der Rosenkreuzer sowie eine theoretische Einordnung von Geheimgesellschaften anhand der vier Grundpfeiler Geheimnis, Gehorsam, Hierarchie und Integration.
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Geheimgesellschaft, Macht, Organisation und soziologische Strukturmerkmale charakterisiert.
Während die Mafia eine strikte Hierarchie der Gewalt etabliert, ist die Hierarchie bei den Rosenkreuzern als eine Hierarchie der Erkenntnis zu verstehen.
Der Frau kommt eine Schlüsselrolle in der Sozialisation der nächsten Generation zu, da sie die mafiosen Werte an die Kinder vermittelt und den Familienzusammenhalt im Verborgenen sichert.
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