Diplomarbeit, 2006
91 Seiten, Note: 2,5
1 Die ambulante Pflege vor neuen Herausforderungen
1.1 Ausgangssituation
1.2 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit
1.3 Methodisches Vorgehen
2 Begriffsklärungen
2.1 Management
2.2 Konzept
2.2.1 Definition
2.2.2 Probleme
2.3 Tetraplegie: Bedeutung aus verschiedenen Blickwinkeln
2.3.1 Medizinisch-funktionale und pflegerische Präsenz
2.3.2 Psychosoziale Perspektive
3 Organisatorische Voraussetzungen
3.1 Aufbauorganisation
3.1.1 Leitbild
3.1.2 Organigramm
3.1.3 Personalstruktur
3.1.4 Rechtsform des Betriebs
3.1.5 Arbeitsrechtliche Grundlagen
3.1.6 Finanzierung der Pflege
3.1.7 Räumliche Umgebung
3.1.8 Technische Ausstattung
3.2 Ablauforganisation
3.2.1 Pflegeprozess
3.2.2 Dienstplangestaltung
3.2.3 Kommunikation
4 Pflegerische Kompetenzen
4.1 Spezifische Bedingungen der häuslichen Versorgung von Tetraplegikern
4.2 Handlungskompetenzen
4.2.1 Fachkompetenzen
4.2.2 Methodenkompetenzen
4.2.3 Personale Kompetenzen
4.2.4 Soziale Kompetenzen
5 Ebenen der Qualitätssicherung
5.1 Strukturqualität
5.2 Prozessqualität
5.3 Ergebnisqualität
6 Zwischenfazit
7 Empirische Datenerhebung
7.1 Begründung der Erhebung
7.2 Interviewpartner
7.3 Darstellung der Ergebnisse
7.4 Diskussion der Ergebnisse
8 Zwischenfazit
9 Vorstellung eines Management-Konzeptes
10 Fazit und Ausblick
Die Diplomarbeit analysiert die organisatorischen, pflegerischen und betriebswirtschaftlichen Bedingungen, die ein ambulanter Pflegedienst zur qualifizierten Betreuung von Tetraplegikern erfüllen muss, um ein entsprechendes Management-Konzept zu entwickeln.
2.3.1 Medizinisch-funktionale und pflegerische Präsenz
Die Tetraplegie ist eine Form der Querschnittlähmung des Rückenmarks, bei der die Höhe der Läsion oberhalb des fünften Halswirbels zu einer Funktionseinschränkung der Arme und Beine führt. Bei Paraplegikern hingegen sind nur die Beine betroffen. Befindet sich die Schädigung des Rückenmarkquerschnitts oberhalb des vierten Halswirbels, spricht man von einem so genannten „hohen Querschnitt“, der mit einem zumindest zeitweisen Ausfall der Atemmuskulatur einhergeht (vgl. ISERMANN/BONSE 2001, 328 und KLINGELHÖFER/SPRANGER 2001, 410).
Entscheidend zur Beurteilung und Qualität der Querschnittlähmung sind einerseits die Höhe der Läsion und andererseits das Ausmaß der Schädigung (komplett oder inkomplett). Als häufigste Ursachen vollständiger oder halbseitiger Rückenmarksläsionen gelten Traumata aller Art, Tumore, Hämatome, Abszesse, Muskelentzündungen (z.B. nach viralen Infekten bei Heroinsüchtigen oder nach Impfungen), Muskelschwund (z.B. Multiple Sklerose) oder Strahlenmyelopathien nach Röntgentherapie (vgl. MUMENTHALER 1997, 21).
Hier steht die Form der Tetraplegie im Vordergrund, die mit einem hohen Maß an Abhängigkeit der Betroffenen durch eine komplette Atemlähmung einhergeht. Bedingt durch den hohen Querschnitt kommt es zu unterschiedlichen pathologischen Begleiterscheinungen:
Durch die Läsion des Zwerchfellnervs (Nervus phrenicus) im Rückenmark entsteht eine komplette Lähmung des Zwerchfells. Die dauerhafte Anlage eines Tracheostomas wird ebenso notwendig wie die lebenslange maschinelle Beatmung. Durch die Respirationstherapie und den fehlenden Hustenreflex erhöhen sich die Gefahren der Atemwegsverschleimung und der Pneumonie. Da die Trachealkanüle unterhalb der Stimmbänder geblockt ist, können die Patienten nicht laut sprechen. Die Anlage spezieller Sprechkanülen gelingt nicht in jedem Fall und ist dann nur zeitweise möglich.
Die ambulante Pflege vor neuen Herausforderungen: Beleuchtung des Wandels im Gesundheitswesen und der steigenden Relevanz der ambulanten Intensivpflege.
Begriffsklärungen: Definition der zentralen Konzepte Management, Pflegekonzept und der medizinischen Grundlagen der Tetraplegie.
Organisatorische Voraussetzungen: Analyse der notwendigen Strukturen, von der Rechtsform über Personal bis hin zur technischen Ausstattung für die 24-Stunden-Pflege.
Pflegerische Kompetenzen: Erörterung der fachlichen, methodischen und sozialen Anforderungen an das Pflegepersonal im häuslichen Umfeld.
Ebenen der Qualitätssicherung: Diskussion der Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität im Kontext der außerklinischen Beatmungspflege.
Zwischenfazit: Zusammenfassung der betriebswirtschaftlichen und pflegerischen Herausforderungen der Nischenstrategie.
Empirische Datenerhebung: Methodik und Durchführung einer explorativen Interviewstudie mit Experten aus dem Bereich der Tetraplegiker-Versorgung.
Zwischenfazit: Reflektion der Erkenntnisse aus der Interviewstudie hinsichtlich Versorgungsengpässen und Qualitätsanforderungen.
Vorstellung eines Management-Konzeptes: Konkrete Handlungsempfehlungen zur Vorbereitung und Organisation der ambulanten Pflege von Tetraplegikern.
Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Lebenssituation Betroffener und der ökonomischen Zukunftsaussichten für Pflegedienste.
Tetraplegie, Ambulante Pflege, Intensivpflege, Heimbeatmung, Pflegemanagement, Querschnittlähmung, Qualitätssicherung, Personalstruktur, Pflegestandards, Arbeitsrecht, Finanzierung, Sozialkompetenz, 24-Stunden-Pflege, Rehabilitationspflege, Versorgungsmanagement.
Die Arbeit befasst sich mit den komplexen Anforderungen an ambulante Pflegedienste, die Tetraplegiker mit Beatmungspflicht in der häuslichen Umgebung betreuen.
Die zentralen Felder umfassen organisatorische Rahmenbedingungen, pflegerische Kompetenzprofile, Finanzierungsfragen und die Sicherung der Pflegequalität.
Ziel ist es, ein Management-Konzept zu entwickeln, das Pflegediensten als Entscheidungshilfe für die Organisation und Durchführung dieser spezialisierten Versorgungsform dient.
Die Arbeit kombiniert eine fundierte Literaturanalyse mit einer explorativen qualitativen Interviewstudie unter Einbeziehung von Betroffenen und Experten.
Im Hauptteil werden sowohl die theoretischen Grundlagen der Aufbau- und Ablauforganisation als auch spezifische Anforderungen an die Mitarbeiterqualifikation und Hilfsmittelversorgung detailliert analysiert.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Tetraplegie, Heimbeatmung, Pflegemanagement, Qualitätssicherung und ambulante Intensivpflege geprägt.
Aufgrund hoher Personalkosten, der Abhängigkeit von Kostenträgern und der Notwendigkeit einer 24-Stunden-Versicherung besteht bei Ausfällen oder Vertragsende ein erhebliches Liquiditätsrisiko.
Da die Pflege in einem privaten Haushalt stattfindet, ist ein hohes Maß an Kooperationsfähigkeit, Empathie und Rollendistanz erforderlich, um zwischen professioneller Nähe und der Wahrung der Privatsphäre des Klienten zu vermitteln.
Die Finanzierung bleibt ein Unsicherheitsfaktor; eine exakte Dokumentation des tatsächlichen pflegerischen Aufwands ist zwingend erforderlich, um Ansprüche gegenüber Krankenkassen und Berufsgenossenschaften durchzusetzen.
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