Diplomarbeit, 2006
84 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Historische Betrachtung der Dekubitusprophylaxe
2.1 Demographische Veränderungen und deren Auswirkungen
2.2 Der nationale Expertenstandard „Dekubitusprophylaxe“ und Ziele des DNQP
2.2.1 Nutzen den nationalen Expertenstandards
2.3 Darstellung der aktuellen gesundheitspolitischen und finanziellen Situation für Deutschland
2.4 Der Einsatz von Dekubitusrisikoskalen und deren Bedeutung
2.5 Validität, Reliabilität und Interrater Reliabilität der Braden Skala
2.5.1 Forschungsstudie zur Interrater Reliabilität
3. Forschungsstand zur Dekubitusprophylaxe bei Kindern Deutschland – America
3.1 Braden-Skala und die daraus entstandene Braden-Q für die Pädiatrie
3.1.1 Die Methodik der Braden-Q-Skala
3.1.2 Aktuelle Entwicklung in Deutschland
3.1.3 Der Vorreiter Amerika
4. Vorstellung der Einrichtung und des Forschungsfeldes
4.1 Notwendigkeit von Schulungen
4.2 Methodik der Untersuchung
4.2.1 Stichprobe
4.2.2 Messinstrumente und Variablen
4.2.3 Datenerhebung
5. Ergebnisse
5.1 Übereinstimmungsgrad Itemscore
5.1.1 Kappa-Wert
5.2 Diskussion der Ergebnisse
6. Schlussfolgerung
7. Resumee
Die Arbeit untersucht die Eignung und Interrater-Reliabilität der Braden-Q-Skala zur Einschätzung des Dekubitusrisikos bei Kindern auf einer interdisziplinären Kinderintensivstation. Ziel ist es, durch die Übertragung und Testung dieses Instruments die pflegerische Versorgungsqualität bei schwerstkranken Kindern zu verbessern und die Lücke zwischen theoretischer Evidenz und pflegerischer Praxis zu schließen.
2. Historische Betrachtung der Dekubitusprophylaxe
Einem großen Anteil der medizinischen und pflegerischen Versorgung liegen noch immer mündliche Überlieferungen und Rituale zugrunde (vgl. Walsh; Ford 1989: 28). Eine Studie von Rowling 1961 belegt, dass schon im alten Ägypten Dekubitalulcera an Mumien auftraten.
„Eine 30jährige Prinzessin soll nach Deckung eines faustgroßen Hautdefektes mit Schweinehauttransplantat im Sacralbereich und Abstoßung desselben verstorben sein“ (Schröder 2001).
Aus der Literatur geht hervor, dass bereits im 16. und 17. Jahrhundert die Dekubitusproblematik gegenwärtig war. Somit ist bewiesen, dass der Dekubitus kein pflegerisches Phänomen der Neuzeit ist (vgl. Schröder 2001: 28.).
„Charcot (1877) erkannte >dass besonders diese Personen betroffen sind, die Bewegungslosigkeit und Lähmungserscheinungen haben, jedoch betrachtete er die Druckeinwirkung als sekundäre Ursache“ (G. Schröder 2001: 28f.).
1. Einleitung: Darstellung der Ausgangssituation, der Kooperation mit der MHH und der Notwendigkeit für ein spezifisches Dekubitusrisiko-Assessment bei Kindern.
2. Historische Betrachtung der Dekubitusprophylaxe: Rückblick auf die Entwicklung der Dekubitusforschung sowie Erläuterung des Expertenstandards und der Bedeutung der Reliabilität von Assessmentskalen.
3. Forschungsstand zur Dekubitusprophylaxe bei Kindern Deutschland – Amerika: Überblick über internationale Studien zur Braden-Q-Skala und Darstellung des Forschungsdefizits in Deutschland.
4. Vorstellung der Einrichtung und des Forschungsfeldes: Beschreibung des Settings der Kinderintensivstation sowie der methodischen Vorgehensweise bei der Datenerhebung.
5. Ergebnisse: Statistische Auswertung des Übereinstimmungsgrades der Items und Berechnung der Kappa-Werte zur Reliabilitätsprüfung.
6. Schlussfolgerung: Interpretation der Ergebnisse hinsichtlich der Eignung der Skala und Empfehlungen für die zukünftige klinische Implementierung.
7. Resumee: Persönliche Reflexion der Autorin über die Erkenntnisse des Praxissemesters und den Handlungsbedarf bei der Implementierung von Expertenstandards in der pädiatrischen Pflege.
Dekubitusprophylaxe, Braden-Q-Skala, Kinderintensivstation, Interrater-Reliabilität, Pflegequalität, Expertenstandard, Pädiatrie, Risikoeinschätzung, Evidenzbasierte Pflege, Assessmentinstrumente, Druckgeschwür, Qualitätsentwicklung, Krankenhauspflege, Klinische Forschung, Medizinisches Risikomanagement.
Die Arbeit befasst sich mit der Implementierung und Validierung eines standardisierten Assessments zur Einschätzung des Dekubitusrisikos bei Kindern auf einer interdisziplinären Kinderintensivstation.
Zentrale Themen sind die Dekubitusprophylaxe, der Vergleich internationaler Standards mit der deutschen Praxis, die Reliabilität von Risikoskalen und die Bedeutung der Pflegewissenschaft in der Pädiatrie.
Das Ziel ist die Testung der Interrater-Reliabilität der Braden-Q-Skala, um zu prüfen, ob diese durch verschiedene Pflegefachkräfte konsistent angewendet werden kann, um Risikopatienten sicher zu identifizieren.
Es handelt sich um ein quasiexperimentelles Zeitreihendesign, bei dem Daten über einen Zeitraum von sieben Wochen gesammelt und statistisch mittels Kappa-Werten ausgewertet wurden.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Methodik der Braden-Q-Skala, der Anpassung des Instruments an den Stationsalltag und der anschließenden statistischen Analyse der Übereinstimmungen zwischen verschiedenen Einschätzern.
Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Dekubitusprophylaxe, Braden-Q-Skala, Interrater-Reliabilität, pädiatrische Intensivpflege und evidenzbasierte Praxis.
Sie wurde gewählt, da sie international als das am besten untersuchte Instrument zur Dekubitusrisikoeinschätzung bei Kindern gilt, während für den deutschen Raum bisher kaum spezialisierte Instrumente existierten.
Das Instrument ist grundsätzlich auf Kinderintensivstationen anwendbar, erfordert jedoch eine konsequente Schulung der Anwender, um subjektive Einschätzungsfehler zu minimieren.
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