Diplomarbeit, 2006
184 Seiten, Note: 1,0
Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention
1. Einleitung
2. Tabakkonsum und Nikotinabhängigkeit
2.1 Konsumverhalten in Deutschland
2.2 Inhaltsstoffe einer Zigarette
2.3 Gesundheitliche Folgen des andauernden Konsums
2.4 Abhängigkeit
2.4.1 Kriterien
2.4.2 Erklärungsmodelle
2.4.2.1 Systemische Theorien
2.4.2.2 Lernpsychologische Theorien
2.4.2.3 Psychodynamische Theorien
2.4.2.4 Physiologische Aspekte
3. Methoden der Raucherentwöhnung in Deutschland
3.1 Nicht - hypnotische Programme
3.1.1 Allen Carr’s „Easyway“
3.1.1.1 Carr - Gruppen
3.1.1.2 Selbsthilfeliteratur: „Endlich Nichtraucher“
3.1.2 Ärztliche Beratungsangebote
3.1.2.1 Rauchersprechstunde
3.1.2.2 Beratung für Schwangere
3.1.3 Verhaltenstherapeutische Programme
3.1.4 Selbsthilfe - Literatur
3.1.5 Nikotinsubstitution
3.2 Hypnose – Programme
3.2.1 SmokeX
3.2.2 Qualmstopp
3.2.3 Das Tübinger Modell
3.3 Rückfallverhütung
4. Hypnose und Hypnotherapie
4.1 Hypnotherapie nach Milton H. Erickson
4.2 Der Hypnosystemische Ansatz
4.3 Begrifflichkeiten und Prämissen der Therapie
4.4 Empirische Belege
4.5 Abgrenzung zur „Showhypnose“
5. Erfolgsparameter und Hypothesen
5.1 Erfolgsparameter
5.2 Hypothesen und Fragestellungen
6. Entwicklung des Programms „Rauchstopp“
6.1 Haltung des „Rauchstopp“ – Beraters
6.2 Rahmenbedingungen und Ablauf
6.3 Hypnotische Interventionen
6.3.1 Transparente Interventionen
6.3.1.1 Ambivalenzarbeit
6.3.1.2 Dehypnotisieren der Eigensuggestionen
6.3.1.3 Sicherer Ort
6.3.1.4 Ideomotorik und Abschiedsdrehbuch
6.3.2 Indirekte Methoden
6.3.2.1 „My Friend John Technik“
6.3.2.2 Therapeutische und motivierende Geschichten
6.3.2.3 Minimax - Interventionen
6.4 Selbsthypnose - Training
6.5 Entspannungsmethoden
6.6 Verhaltenstherapeutische Elemente
6.7 Motivationspsychologische Einflüsse
6.8 Weitere Elemente
7. Methoden
7.1 Forschungsdesign
7.1.1 Experimentalbedingung
7.1.1.1 Gruppenhypnose - Setting
7.1.1.2 Einzelhypnose - Setting
7.1.2 Vergleichsbedingung
7.2 Stichprobe
7.2.1 Rekrutierung der Stichprobe
7.2.2 Beschreibung der Ausgangsstichprobe
7.2.3 Beschreibung der Katamnesestichprobe
7.3 Messinstrumente
7.3.1 Soziodemographische Daten
7.3.2 Fagerströmtest für Nikotinabhängigkeit FTNA
7.3.3 Symptomchecklist nach Derogatis SCL - 90
7.3.4 Creative Imagination Scale CIS
7.3.5 Veränderungsfragebogen des Erlebens und Verhaltens VEV
7.4 Ablaufschema der Datenerhebung
8. Ergebnisse
8.1 Datenauswertung
8.2 Darstellung der Ergebnisse
8.2.1 Haupthypothese 1: Hypnosebehandlung vs. Vergleichsgruppe
8.2.1.1 Abstinenzraten zur letzten Sitzung und nach drei Monaten
8.2.1.2 Reduktion der Nikotinabhängigkeit zur letzten Sitzung und nach drei Monaten
8.2.1.3 Zigarettenkonsum nach der letzten Sitzung und zum Katamnesezeitpunkt
8.2.2 Haupthypothese 2: Einzel- vs. Gruppenbehandlung
8.2.2.1 Abstinenzraten zu drei Messzeitpunkten
8.2.2.2 Reduktion der Nikotinabhängigkeit zu drei Messzeitpunkten
8.2.2.3 Reduktion des Konsums zu drei Messzeitpunkten
8.2.3 Hypothese 3: Suggestibilität als Moderatorvariable
8.2.4 Hypothese 4: Rauchverhalten
8.2.5 Hypothese 5: Psychische Belastung
8.2.5.1 Psychische Belastung anhand des Globalen Kennwertes GSI
8.2.5.2 Differenzierte Betrachtung einzelner Skalen
8.2.6 Hypothese 6: Erlebte Veränderung
8.2.7 Hypothese 7: Demographische Variablen
8.2.7.1 Alter
8.2.7.2 Geschlecht
8.2.7.3 Partnerschaft
8.2.7.4 Schulabschluss
8.2.8 Hypothese 8: Motivation
8.2.9 Weitere Ergebnisse
8.2.9.1 Differenzierte Erfolgsmessung in der Experimentalgruppe
8.2.9.2 Zusammenhang zwischen der Abstinenz zu verschiedenen Messzeitpunkten
8.2.9.3 Vergleich der Dropout - Teilnehmer mit der Ausgangsstichprobe
9. Qualitative Auswertung
9.1 Qualitatives Vorgehen
9.2 Erste Fragestellung: Motivation
9.3 Zweite Fragestellung: Zustandsumschreibung
9.4 Dritte Fragestellung: Gründe für den vorzeitigen Programm - Abbruch
10. Diskussion und Ausblick
10.1 Diskussion der Ergebnisse
10.2 Methodenkritik und Ausblick
Die vorliegende Arbeit zielt auf die Konzeption und Evaluation eines Raucherentwöhnungsprogramms ab, das hypnotherapeutische Interventionen mit verhaltenstherapeutischen und motivationspsychologischen Ansätzen in einem systemischen Rahmen kombiniert. Die Forschungsfrage untersucht, ob dieses spezifische Programm im Vergleich zu reiner Selbsthilfe zu höheren Abstinenzraten führt und welche Rolle Faktoren wie Suggestibilität, psychische Belastung und Motivation für den Erfolg spielen.
6.3.1.1 Ambivalenzarbeit
Schmidt (2004) beschreibt aus hypnosystemischer Sicht die Notwendigkeit, sowohl den Suchtteil, als auch den Lösungsteil zu würdigen, damit sich der Erlebnisteil des Suchtmittels nicht nach dessen scheinbarer Beseitigung als Untergrundorganisation wieder einschleicht und die Abstinenz unterminiert.
Daher wird die beim Rauchen dominante Hand des Klienten als die „Raucherhand“ definiert und folgerichtig die andere als die „Nichtraucherhand“. Dies impliziert bereits einen freien Teil und korrigiert das Ziel darauf, diese freie Hand dominant werden zu lassen (Freund, 2004). Dabei wird mit einer Katalepsie als Tranceinduktion gearbeitet (Ebell, 2004). Mittels verschachtelter Geschichten (die Texte sind dargestellt in Anhang A) werden indirekte Suggestionen zum Wechsel von der Raucher- zur Abstinenzseite gegeben. Der Ablauf der erzählten Geschichten folgt der von Trenkle (2005) dargestellten Struktur A-B-A: Anfang der „Geschichte von der Steinpalme“ – Geschichte „Freier Wald“ – Ende der „Geschichte von der Steinpalme“ (erzählt nach Schweizer, 2003).
Eindrucksvoller Wirkmechanismus ist dabei die Ideomotorik. Während suggeriert wird, dass die Raucherhand immer schwerer wird, soll die Nichtraucherhand immer leichter werden und metaphorisch „die Oberhand gewinnen“. Als ideomotorisches Signal wird das unwillkürliche Zucken eines Fingers der Nichtraucherhand vereinbart, welches zeigt, dass das Unbewusste des Klienten, welches sich vormals für das Rauchen entschieden hatte, nun den Abstinenzwunsch mit vertritt (zur Wirkweise ideomotorischer Handlungen siehe auch Kunde 2004; Kunde, Kiese & Hoffmann, 2003; 2005).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Schwierigkeiten bei der Raucherentwöhnung und begründet die Relevanz einer neuen, effektiven psychologischen Unterstützung, auf der die Studie aufbaut.
2. Tabakkonsum und Nikotinabhängigkeit: Dieses Kapitel beschreibt die Verbreitung des Rauchens, die Inhaltsstoffe der Zigarette sowie die physiologischen und psychologischen Grundlagen der Sucht und ihrer Erklärungsmodelle.
3. Methoden der Raucherentwöhnung in Deutschland: Es folgt eine Übersicht gängiger Entwöhnungsangebote, unterteilt in Programme ohne Hypnose und spezialisierte Hypnosemethoden, sowie eine Diskussion zur Bedeutung der Rückfallverhütung.
4. Hypnose und Hypnotherapie: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Hypnose, insbesondere der Ansatz nach Milton H. Erickson und das hypnosystemische Modell, sowie deren empirische Fundierung erläutert.
5. Erfolgsparameter und Hypothesen: Das Kapitel definiert die Kriterien für den Erfolg des Programms „Rauchstopp“ und leitet aus der Theorie die konkreten Haupthypothesen und Fragestellungen ab.
6. Entwicklung des Programms „Rauchstopp“: Dieser Abschnitt beschreibt die Konzeption des Programms, inklusive der Haltung des Beraters, der Rahmenbedingungen sowie der eingesetzten hypnotischen und verhaltenstherapeutischen Interventionen.
7. Methoden: Hier werden das Forschungsdesign, die Zusammensetzung der Stichproben und die eingesetzten wissenschaftlichen Messinstrumente zur Datenerhebung detailliert dargelegt.
8. Ergebnisse: Die quantitativen Daten werden ausgewertet und die Hypothesen in Bezug auf Abstinenz, Nikotinabhängigkeit und weitere psychologische Einflussvariablen geprüft.
9. Qualitative Auswertung: Dieses Kapitel präsentiert die explorativen Ergebnisse der Klientenbefragung bezüglich ihrer Motivationsmotive, der persönlichen Benennung des rauchfreien Zustands und der Abbruchgründe.
10. Diskussion und Ausblick: Abschließend werden die Ergebnisse kritisch interpretiert, methodische Einschränkungen reflektiert und Impulse für zukünftige Forschungsbemühungen gegeben.
Raucherentwöhnung, Hypnose, Hypnotherapie, Nikotinabhängigkeit, Raucherentwöhnungsprogramm, Abstinenz, Tabakkonsum, Systemische Beratung, Rückfallverhütung, Selbsthypnose, Suggestibilität, Verhaltenstherapie, Wirkfaktoren, Psychische Belastung, Raucherberatung
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Entwicklung, Durchführung und wissenschaftlichen Evaluation eines neu konzipierten Programms zur Raucherentwöhnung namens „Rauchstopp“.
Die Arbeit verknüpft die theoretischen Grundlagen der Nikotinsucht mit hypnosystemischen Therapieansätzen, Verhaltenstherapie und motivationspsychologischen Erkenntnissen.
Das Hauptziel ist die Evaluation, ob das „Rauchstopp“-Programm (im Einzel- oder Gruppensetting) im Vergleich zu einer Standard-Selbsthilfemethode zu langfristig stabileren Abstinenzraten und einer Reduktion des Nikotinkonsums führt.
Es handelt sich um ein quasi-experimentelles Studiendesign, bei dem zwei Experimentalgruppen (Einzel- und Gruppenhypnose) gegen eine Vergleichsgruppe (Selbsthilfeliteratur) mit quantitativen und qualitativen Auswertungsverfahren evaluiert wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung (Suchtmodelle, Hypnose), die detaillierte Beschreibung der Programmkonzeption und Interventionen sowie die statistische Auswertung der Ergebnisse.
Zentrale Begriffe sind Raucherentwöhnung, Hypnotherapie, Nikotinabhängigkeit, Abstinenzraten, Selbsthypnose und Rückfallprävention.
Die Studie untersuchte die Suggestibilität als Moderatorvariable, fand jedoch keine signifikanten Belege dafür, dass eine höhere Suggestibilität (gemessen mittels CIS) den Behandlungserfolg direkt vorhersagt.
Dies ist eine spezifische hypnosystemische Intervention, die darauf abzielt, durch Ideomotorik das Unbewusste des Klienten in den Abstinenzprozess einzubinden und den Lösungsteil gegenüber dem Suchtanteil zu stärken.
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