Diplomarbeit, 2003
199 Seiten, Note: 1
1. Vorwort
2. Die bearbeiteten Quellen
2.1 Das sogenannte „Münzbuch des Albrecht von Ebersdorf“
2.1.1 Beschreibung
2.1.2 Geschichte und Datierung
2.1.3 Zum Inhalt der Handschrift
2.1.4 Zweck und Auftraggeber der Handschrift
2.2 Codex 2102, Stadtarchiv Wiener Neustadt
2.2.1.1 Codex 3083 – „Des Hanns Rollen burger vnd Raths zur Neustadt in Osterreich Puech“
2.3 Codex XL, Stiftsarchiv Seitenstetten
3. Die Münzstätte Wien bis zum 15.Jahrhundert
3.1 Die Anfänge der Wiener Münzstätte
3.2 Lage der Münzstätte
4. Organisation der Münzstätte Wien
4.1 Die landesfürstliche Finanzverwaltung
4.1.1 Das Amt des Oberst-Kämmerers
4.1.1.1 Die Juden als Kammerknechte
4.1.1.2 Das Spielgrafenamt und die St.Nikolaus Bruderschaft
4.1.1.3 Die Herren von Ebersdorf (Eberstorf)
4.1.1.3.1 Stammtafel der Herren v. Ebersdorf
4.1.2 Münzmeister
4.1.2.1 Münzgerichtsbarkeit und Strafen
4.1.2.2 Kompetenzen außerhalb der Münzstätte
4.1.3 Anwalt
4.1.4 Münzerhausgenossen
4.1.4.1 Die Wechsler
4.2 Die Münzarbeiter (monetarii)
4.2.1 Verwahrung und Anfertigung der Prägestempel
4.2.2 Versucher
4.2.3 Gießer
4.2.4 Zainmeister
4.2.5 Schrotmeister
4.2.6 Setzmeister
4.2.7 Sonstiges Personal
5. Schluß und Ausblick
6. Anhang I – Materialien zum Wiener Münzwesen
6.1 Stadtgeschichtlicher Überblick
6.2 Glossar münztechnischer Begriffe
6.3 Münzpersonal im 15. Jh.
6.3.1 Ämter und soziale Herkunft (Liste 1)
6.3.2 Herkunft und Nachweise (Liste 2)
6.4 Materialien zu den verwendeten Quellen
6.4.1 Erwähnte Münzsorten (Liste 3)
6.4.2 Urkundenabschriften in den verwendeten Handschriften
7. Anhang II - Die Quelleneditionen
7.1 Editionsregeln
7.1.1 In den Quellen häufig benutzte Abkürzungen
8. HHStA W723 - „Das Münzbuch des Albrecht von Ebersdorf“
9. WNStA 2102 - Juristische Sammelhandschrift („Nikolsburger Codex)
10. Quellen- und Literaturverzeichnis
10.1 Abkürzungsverzeichnis
10.1.1 Allgemeine Abkürzungen
10.1.2 Siglen
10.2 Quellenverzeichnis
10.2.1 Editionen und Regesten
10.2.2 Verwendete Originalquellen und ihre derzeitigen Standorte
10.3 Bibliographie
10.3.1 Verwendete Internet-Seiten
Diese Arbeit widmet sich einer quellenkritischen Analyse und Auswertung spätmittelalterlicher Handschriften, die als Grundlage für das Verständnis des Wiener Münzwesens im 15. Jahrhundert dienen. Das primäre Ziel ist es, den Forschungsstand zur Organisation, Verwaltung und technischen Abwicklung der Wiener Münzstätte zu überprüfen und eine kompilierende Auswertung des einschlägigen Quellenmaterials vorzulegen, wobei der Fokus gezielt auf den administrativen und technischen Aspekten liegt.
4.1.2.1 Münzgerichtsbarkeit und Strafen
Zu den wichtigsten Aufgaben des Münzmeisters gehörten münzpolizeiliche Agenden und die Rechtsprechung in Münzangelegenheiten. Spätestens seit dem Privileg Rudolfs I., wahrscheinlich aber schon seit Gründung der Münzstätte, hatten die Wiener Münzmeister die Gerichtsbarkeit bei Münzvergehen in Österreich unter der Enns inne. Primär unterlagen seiner Jurisdiktion all jene Vergehen die in irgend einer Form das Münzwesen betrafen sowie alle Klagen die gegen Angehörige der Wiener Münzstätte oder deren Familienmitglieder geführt wurden. Bei schwereren Vergehen, die der Blutgerichtsbarkeit unterlagen, musste sich der Münzmeister jedoch an das Stadtgericht um Bestätigung und Vollzug der Strafe wenden. Wie wichtig ein eigenständiges Münzgericht in den Augen des Landesherren gewesen sein dürfte bzw. wie groß der Einfluss der Hausgenossen war, lässt sich aus der Tatsache erahnen, dass Rudolf IV. im Zuge seiner Reformen das Münzgericht unangetastet ließ während er die grundherrliche Gerichtsbarkeit in Wien stark einschränkte - ja aufhob.
Unter Strafe stand unter anderem das Auslesen voll- und übergewichtiger Münzen, das sogenannte Saigern. Auf die Unterbindung dieses Vergehens zielte auch das Verbot für Privatpersonen Feinwaagen zu besitzen.
Item es sol auch nyma(n)t weder gëst noch ander wag vnd gewicht damit man silber vnd münss ze kauffen gewegen mag In seiner gewalt nicht haben.
1. Vorwort: Der Autor erläutert die Entstehungsgeschichte der Arbeit aus einer numismatischen Lehrveranstaltung und betont die Bedeutung der Neuedition des „Münzbuchs des Albrecht von Ebersdorf“.
2. Die bearbeiteten Quellen: Dieses Kapitel stellt die drei maßgeblichen Handschriften vor, die als Primärquellen für das Wiener Münzwesen des 15. Jahrhunderts dienen.
3. Die Münzstätte Wien bis zum 15.Jahrhundert: Eine historische Einordnung der Gründung und Entwicklung der Wiener Münzstätte sowie eine Diskussion über deren verschiedene Standorte in der Stadt.
4. Organisation der Münzstätte Wien: Der Hauptteil analysiert die komplexe Hierarchie der Finanzverwaltung, die Rollen der verschiedenen Münzbeamten und das Regelwerk des Münzbetriebs.
5. Schluß und Ausblick: Eine kritische Reflexion des Forschungsstandes und der quellenkritischen Herausforderungen, verbunden mit dem Wunsch nach weiteren Studien zum Personal und den Betriebsabläufen.
6. Anhang I – Materialien zum Wiener Münzwesen: Eine chronologische Übersicht der stadtgeschichtlichen Ereignisse und münztechnische Tabellen sowie Glossare.
7. Anhang II - Die Quelleneditionen: Darlegung der methodischen Vorgehensweise bei der Edition der historischen Quellen.
8. HHStA W723 - „Das Münzbuch des Albrecht von Ebersdorf“: Abdruck und inhaltliche Erschließung dieser zentralen Handschrift.
9. WNStA 2102 - Juristische Sammelhandschrift („Nikolsburger Codex): Transkription und Auswertung der für die Münzgeschichte relevanten Teile dieses Codex.
10. Quellen- und Literaturverzeichnis: Umfassendes Verzeichnis der verwendeten Archivquellen und wissenschaftlichen Literatur.
Wiener Münzstätte, Münzbuch des Albrecht von Ebersdorf, Münzverwaltung, Münzmeister, Hausgenossen, Spätmittelalter, Finanzverwaltung, Münzgerichtsbarkeit, Münzfälschung, Münztechnik, Rechtsgeschichte, Numismatik, Goldgulden, Pfennig, Silberhandel
Die Arbeit untersucht die Organisation, Verwaltung und technischen Abläufe der Wiener Münzstätte im 15. Jahrhundert basierend auf zeitgenössischen Handschriften.
Im Mittelpunkt stehen die Finanzverwaltung des Landesfürsten, die rechtlichen Rahmenbedingungen des Münzwesens, das Personal sowie die technische Durchführung der Münzprägung.
Das Ziel ist eine quellennahe Auswertung der überlieferten Handschriften, um die administrativen Strukturen des Wiener Münzwesens im Spätmittelalter transparent zu machen.
Es handelt sich um eine quellenkritische historische Analyse, die Handschriften transkribiert, ediert und in ihren historischen Kontext einbettet.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der landesfürstlichen Finanzverwaltung, die Rollen der Akteure (Münzmeister, Anwalt, Hausgenossen) sowie eine detaillierte technische Beschreibung des Münzbetriebs.
Die zentralen Begriffe sind Wiener Münzstätte, Münzmeister, Hausgenossen, Münzgerichtsbarkeit und Münztechnik.
Die Hausgenossen waren ein Konsortium wohlhabender Bürger, die das Prägerecht übernahmen, die Finanzierung des Münzbetriebs sicherstellten und für die Silberversorgung verantwortlich waren.
Falschmünzerei war ein schweres Delikt, das unter die Blutgerichtsbarkeit fiel und drakonische Strafen wie Verstümmelung oder den Tod (oft durch Sieden) nach sich ziehen konnte.
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