Magisterarbeit, 2006
122 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
1.1. Forschungslage
1.2. Methode
1.3. Forschungsziele
2. Die symbolistische Malerei bei Böcklin, Klinger und Stuck im Kontext des 19. Jahrhunderts
2.1. Allgemeine Tendenzen vor dem gesellschaftlichen Hintergrund
3. Die sagenhaften Gestalten Sphinx, Sirene und Nixe
3.1. Sphinx
3.1.1. Mythos
3.1.2. Darstellungsweise in der Antike und ihr Wandel
3.2. Mythische Wassergeister der Antike und des europäischen Volksglaubens
3.2.1. Sirenen
3.2.1.1. Mythos
3.2.1.2. Darstellungsweise in der Antike und ihr Wandel
3.2.2. Nixen
3.2.2.1. Mythos
3.2.3. Loreley
3.2.3.1. Mythos
3.3. Umdeutung von Sphinx und Sirene im 19. Jahrhundert
3.4. Der Mythos Frau
3.4.1. Von Eva und Pandora
4. Bildanalyse und Interpretation
4.1. Arnold Böcklin (1827-1901)
4.1.1. Sirenen, 1875
4.1.2. Meeresbrandung, 1877/1879
4.1.3. Meeresstille, 1887
4.2. Max Klinger (1857-1920)
4.2.1. Sirene, 1895
4.3. Franz von Stuck (1863-1928)
4.3.1. Meerweibchen, 1891
4.3.2. Meerweib, 1895
4.3.3. Der Kuss der Sphinx, 1895
4.3.4. Die Sünde, 1899
5. Die Verbindung von Tod und Leidenschaft
5.1. Die Sirenen bzw. Nixen bei Arnold Böcklin, Max Klinger und Franz von Stuck (Antike vs. 19. Jahrhundert)
5.2. Das lockende Weib: ein leidenschaftlicher Tod. Die femme fatale bei Franz von Stuck
5.3. Sphinx und Sirene als Synthese von Leidenschaft und Tod
6. Resümee
6.1. Zusammenfassung der Ergebnisse
6.2. Schlussbemerkung
Die Arbeit untersucht die symbolistische Darstellung von Tod und Leidenschaft im 19. Jahrhundert, wobei sie nach Verbindungen zwischen den mythologischen Themenkomplexen Eros und Thanatos sucht. Die zentrale Forschungsfrage ist, inwieweit mythische Mischwesen wie Sphinx, Sirene und Nixe als Bildprojektionen für das rätselhafte, gefährliche Frauenbild der femme fatale genutzt wurden.
3.1.1. Mythos
Der Mythos der Sphinx ist durch viele Kulturkreise beeinflusst worden. So differieren nicht nur die Legenden über dieses sagenhafte Mischwesen, sondern auch die Art ihrer Darstellung. Es soll daher nur kurz auf ihre Bedeutung in der griechischen und in der ägyptischen Kultur eingegangen werden. Auf ersterem liegt allerdings der Schwerpunkt, denn es ist die griechische Sphinx, auf die im Verlauf noch mehrfach verwiesen wird.
Bei der Benennung des Wesens soll im Folgenden die in der deutschen Sprache geläufigere Bezeichnung „die Sphinx“ (weiblich) genannt werden; dieser Ausdruck wurde aus dem Griechischen übernommen. Von der Sphinx sind zwei Auffassungen überliefert, zum einen die Vorstellung der Sphinx als Todesdämon, zum anderen die geläufigere, welche die Sphinx als das Ungeheuer der thebanischen Sage bezeichnet. Und um diese dämonische „Bestie“ soll es in den folgenden Betrachtungen gehen.
In der Antike war „Sphinx“ der Name eines geflügelten Ungeheuers, das den Kopf einer Frau hatte und den Leib eines Löwen. Sie war eines von vielen Mischwesen, das der griechischen Antike bekannt war; mit den meisten Anderen, die Angst und Schrecken verbreiteten, war die Sphinx verwandt. Im Mythos wird sie als Tochter des drachenköpfigen Typhon und der schlangengestaltigen Echidne genannt. Zerberus, Hydra und Chimäre sind ihre Geschwister. Der Sage nach verbrachte die Sphinx ihr Leben vor den Toren der Stadt Theben auf einem Felsen, der entweder nach ihr benannt wurde, oder sie nach dem Felsen.
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, die Verbindung von Tod und Leidenschaft durch die Analyse weiblicher mythologischer Gestalten im Symbolismus zu ergründen.
2. Die symbolistische Malerei bei Böcklin, Klinger und Stuck im Kontext des 19. Jahrhunderts: Dieses Kapitel verortet die drei Künstler im Symbolismus und beleuchtet den gesellschaftlichen Hintergrund, insbesondere das veränderte Bild der Frau.
3. Die sagenhaften Gestalten Sphinx, Sirene und Nixe: Hier werden Ursprung und Wandel der mythologischen Mischwesen von der Antike bis zum 19. Jahrhundert sowie die Symbolik des Sündenfalls thematisiert.
4. Bildanalyse und Interpretation: In diesem Hauptteil erfolgt die detaillierte kunsthistorische Untersuchung spezifischer Gemälde von Böcklin, Klinger und Stuck.
5. Die Verbindung von Tod und Leidenschaft: Dieses Kapitel synthetisiert die Ergebnisse und diskutiert die Rolle der Frau als femme fatale im Kontext von Eros und Thanatos.
6. Resümee: Das Resümee fasst die zentralen Erkenntnisse der Untersuchung zusammen und bestätigt die These der symbolischen Instrumentalisierung antiker Mythen zur Darstellung zeitgenössischer gesellschaftlicher Ängste.
Symbolismus, Tod, Leidenschaft, Eros, Thanatos, femme fatale, Mythologie, Sphinx, Sirene, Nixe, Arnold Böcklin, Max Klinger, Franz von Stuck, Kunstgeschichte, Geschlechterkonflikt
Die Arbeit untersucht die Verknüpfung der Themenkomplexe Tod und Leidenschaft (Eros und Thanatos) in der deutschen Malerei des späten 19. Jahrhunderts, insbesondere im Werk von Arnold Böcklin, Max Klinger und Franz von Stuck.
Im Zentrum stehen weibliche mythologische Mischwesen wie Sphinx, Sirene und Nixe, die als Projektionsflächen für zeitgenössische Ängste und das aufkommende Bild der gefährlichen Verführerin (femme fatale) dienen.
Die Autorin möchte herausarbeiten, ob und wie eine Verbindung zwischen den Themen Tod und Leidenschaft besteht und inwieweit diese durch antike Mythen in der Kunst des Symbolismus neu interpretiert wurde.
Die Arbeit nutzt eine ikonographische und ikonologische Analyse der Bildwerke, die in den historischen und gesellschaftlichen Kontext des 19. Jahrhunderts eingebettet werden.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Bildanalyse ausgewählter Werke der drei genannten Künstler sowie der theoretischen Herleitung des Mythenwandels von der Antike bis zum Fin de Siècle.
Wichtige Begriffe sind Symbolismus, femme fatale, Geschlechterkonflikt, Mythos, Eros, Thanatos und die spezifischen Mischgestalten Sphinx und Sirene.
Während Böcklin sich bei seinen Sirenen stärker an die antike Vorstellung (Vogel-Mischwesen) hält und diese grotesk-humoristisch interpretiert, zeigt Klinger die Sirenen in menschlicherer Gestalt mit Fischschwanz, die in direkten erotischen Akten mit Männern dargestellt werden.
Das Bild wird als provokant empfunden, da es das religiöse Thema des Sündenfalls mit dem Typus einer modernen, selbstbewussten Frau kombiniert, die nicht als verführte Unschuld, sondern als aktive, erotisch agierende Verführerin dargestellt wird.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

